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Guido Maria Kretschmer: "Mode ist die Haut der Seele"

30.01.2019 - 1500 Folgen "Shopping Queen"! Guido Maria Kretschmer über den großen Erfolg der Dokusoap, das Geheimnis dahinter und seine TV-Pläne.

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		"Shopping Queen"-Moderator Guido Maria Kretschmer (53) © Hannes Magerstaedt/Getty

    "Shopping Queen"-Moderator Guido Maria Kretschmer (53) © Hannes Magerstaedt/Getty Images

Fünf Frauen, 500 Euro Budget, ein Ziel: Shopping Queen werden! Mit diesem Konzept begeistert Designer Guido Maria Kretschmer die TV-Zuschauer. Und zwar seit nunmehr 1500 Folgen. Zum Jubiläum von "Shopping Queen" zeigt VOX vom 11. bis 15. Februar, jeweils ab 15 Uhr, ein fünfteiliges Spezial. Wir trafen unseren GOLDENE KAMERA-Preisträger von 2014 zum Exklusiv-Interview.

 

 

Interview mit Guido Maria Kretschmer

 

Herzlichen Glückwunsch zur 1.500 Folge von "Shopping  Queen"! Was passiert in der Jubiläumswoche?

Da kommen ganz viele Momente zusammen! Die Kandidatinnen werden überrascht, indem ihnen ein It-Piece – beispielsweise eine Tasche, ein Gürtel oder Ohrringe – zugelost werden. Anschließend müssen sie diese gekonnt in Szene setzen und ihr Budget in passende Mode investieren. Die Siegerin darf das It-Piece behalten, und gewinnt zusätzlich ein Fotoshooting für mein Magazin "GUIDO" – also die Möglichkeit, etwas mit mir zusammen zu machen. Besonders schön finde ich daran, dass der Look nicht nur für die Dauer einer einzigen Fernsehsendung hält, sondern dass man ihn vielfältig tragen und sogar für ein ganzes Shooting einsetzen kann. 

 

Was ist das Erfolgsgeheimnis von "Shopping Queen?"

Es sind mehrere Dinge. Zuallererst ist es ein ehrliches Format, weil ich frei und ungescripted bin und das Format von Anfang an so mitgestalten konnte, wie ich es immer wollte. Bei "Shopping Queen" ist nichts geplant. Außerdem kann jeder mitmachen – egal, ob man jung oder älter ist, schmal oder moppelig. Manchmal haben wir über 80-Jährige Kandidatinnen und manchmal erst 18-Jährige. Aber egal welches Alter oder welche Figur – die Kandidatinnen öffnen uns ihr Haus und ihr Herz. Und die Zuschauer können viel lernen, denn "Shopping Queen" ist wie eine gute Freundin, die einem die Wahrheit sagt. 

 

Lernen ist ein gutes Stichwort: Was haben Sie selbst durch die Sendung und von den ganzen Frauen gelernt? 

Eine Menge! Ich bin noch näher dran am Leben und sehe, wie Style entsteht. Zusätzlich hat sich mein Gefühl für meine eigene Marke verändert: Früher war meine Mode sehr hochpreisig, weil sie "couturig" war. Mittlerweile liebe ich es immer mehr "Ready-to-wear"-Mode zu entwerfen und Dinge zu kreieren, die sich jeder leisten kann – beispielsweise Prêt-à-couture. So haben meine Sachen die Chance, in die Schränke von Leuten zu kommen, die sonst nicht das Geld dafür hätten. Außerdem habe ich gelernt, dass Mode glücklich macht und dass sie die "Haut der Seele" ist – ganz egal, welchen Hintergrund jemand hat, und ob er viel Geld hat oder nicht. Jeder hat das Recht, schön zu sein und sich toll zu kleiden. Zwar wusste ich das schon immer, aber durch "Shopping Queen" habe ich gelernt, dass das auch tatsächlich funktionieren kann.

 

Sind nach "Shopping Queen auf hoher See" und dem "It-Piece" in der Jubiläumswoche weitere Specials in 2019 geplant – und falls ja, welche? 

Auf jeden Fall! Wir werden noch mal auf Sylt und auch endlich mal in der Schweiz sein. Außerdem habe ich mir gewünscht, dass wir mal kleinere Städte anfahren, die noch nie bei "Shopping Queen" dabei waren – weil man da schön zeigen kann, dass es die vermeintliche Provinz gar nicht mehr gibt. Im Gegenteil! Überall, wo man lebt, hat man die Chance, gut zu leben und wunderbare Mode zu finden. Über das vermeintliche Stadt-Land-Gefälle ärgere ich mich schon lange, weil Großstadtbewohner nicht automatisch mehr Ahnung von Mode haben. Auch in kleinen Städten gibt es aufregende, toll gekleidete Frauen, die unser Land ausmachen. 

 

Wie lange machen Sie weiter mit "Shopping-Queen?" 

Gerade bereitet es mir noch eine große Freude und ich habe Lust weiterzumachen. Erst wenn ich spüren würde, dass mir der Text ausgeht oder wenn ich das Gefühl hätte, dass ich alles schon einmal erlebt habe, würde ich ans Aufhören denken. Aber bislang war das noch nie der Fall, weil täglich neue Menschen aufschlagen, die etwa Neues machen möchten – das genieße ich sehr.

 

Was war das denkwürdigste Erlebnis bei "Shopping Queen"? Woran denken Sie besonders gerne zurück? 

Guido Maria Kretschmer: mitgemacht hat, die mir erst im Nachhinein erzählt hat, dass sie gerade eine Chemotherapie hinter sich hatte. Diese Kandidatin schaute während der Therapie täglich "Shopping Queen", und sie schloss einen Pakt mit sich selbst – nämlich, dass sie sich bei uns bewirbt, wenn sie die Therapie durchhält. Und was soll ich sagen? Sie ist sogar "Shopping Queen" geworden! Nach der Sendung nahm mich diese Frau zur Seite, hat mich gedrückt und geweint und gesagt: "Guido, ich möchte dir nur sagen, dass du mein Leben gerettet hast." Das war für mich ein ganz intimer Moment und eine Situation, die mich persönlich wahnsinnig berührt – und auch glücklich gemacht – hat. Ebenfalls schön ist, wenn ich Frauen aufrichtig vermitteln kann, dass es nicht die Formen sind, die einen Menschen ausmachen, sondern vielmehr, ob sie sich selbst mögen – und dass sie sich auf keinen Fall zu Tode hungern sollen, sondern essen müssen. Ich bekomme oft Fotos und Briefe, in denen mir Menschen erzählen, dass sie über Mode wieder Zugang zur Gesellschaft, zu sich selbst und zu Freunden gefunden haben. Außerdem hat "Shopping Queen" viele Freundschaften gestiftet. Mehrere ehemalige Kandidatinnen sind einander immer noch verbunden. Und wenn ich auf der Straße bin, spüre ich die Freundlichkeit der Menschen, egal wo ich bin. Das ist wirklich ein großes Glück. 

Wie finden Sie die aktuelle Bartmode bei Männern? 

Manchen steht das wirklich gut. Einige Männer haben dadurch die Chance, sich zu optimieren – weil ein Bart wie eine Frisur im Gesicht ist und man sich dahinter ein bisschen verstecken kann. Bubis bekommen durch Bärte etwas Unfrisiertes, und Männer, die sehr smart sind, etwas Verwegenes. Außerdem macht ein Bart so manches Gesicht eleganter. Die halbe Welt trägt ja jetzt Bart, und ich habe das Gefühl, dass sich Männer dadurch auch eine gewisse Art von Männlichkeit zurückholen.

 

Wann lassen Sie sich einen Bart wachsen?

Überhaupt nicht! Ich bin weder ein Bart – noch ein Schnäuzertyp. Einmal habe ich im Urlaub probiert, mir einen stehen zu lassen, aber dann gemerkt, dass das nicht meins ist. Übrigens hat in meiner Familie noch nie jemand einen Bart getragen – weder meine Geschwister noch mein Vater oder Großvater. Nur ein angeheirateter Onkel hatte mal einen grauen Bart – inklusive Highlight-Zöpfen. Horror! (lacht)

 

Was sollte Frau unbedingt im Kleiderschrank haben, was es viel zu selten gibt? 

Abgesehen von Hosen und Röcken ist eine Kombination sehr kleidsam – wenn also Ober- und Unterteil aus dem gleichen Stoff bestehen, wie bei einem Hosenanzug. Fehlen sollte auch nicht das elegante Abendkleid. Selbst wenn es lange auf die richtige Gelegenheit warten muss. Es gibt einem ein gutes Gefühl, ein solches Stück zu besitzen und oft hängen wertvolle Erinnerungen daran. Darum: Niemals weggeben!

 

Und wie erkennt man gutes Material?

Hilfreich ist etwas Textil-Know-how. Wer mit dem Finger über Wolle reibt, erkennt gleich, ob sich Knötchen bilden können. Experten nennen das Pilling-Effekt. Es gibt viele Stellen, die man begutachten sollte: etwa von hinten den Reißverschluss. Wie sind die Knöpfe angenäht? Wie die Borte an einer Paspeltasche vernäht? Leider ist teure Mode keine Garantie für perfekte Verarbeitung. Auch nicht bei großen Marken.

 

Was taugen Outlets?

Das ist nur eine andere Form der Vermarktung. Marken nutzen dies, um die eigenen Produkte günstiger anzubieten. Für Verbraucher ist das durchaus eine gute Gelegenheit zuzugreifen. Viele verbinden den Outlet-Besuch gleichzeitig mit einem Ausflug.

 

Schlussfrage: Was sind Ihre nächsten spruchreifen Projekte?

Im März zeigt VOX "Guidos Masterclass". In dieser Show-Reihe werden acht aufstrebende Modedesigner von mir persönlich ausgewählt und gecoacht. Auf "Masterclass" freue ich mich sehr, weil diese Sendung nicht gefaked ist. Wir zeigen, dass es unglaublich viele begabte Leute bei uns gibt – aber wir führen niemanden vor. Außerdem lernt man als Zuschauer, wie die Modeindustrie generell funktioniert – also, was ich täglich mache. "Masterclass" weckt die Lust auf meinen Beruf, und es zeigt, dass Mode international ist. Außerdem kommen wunderbare Menschen zusammen,die mir viel bedeuten und genau wie ich, in der Modebranche arbeiten.

 

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