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Heino Ferch: "Die 'Allmen'-Reihe ist saftig und sinnlich"

01.07.2019 - Heino Ferch spielt in "Allmen und das Geheimnis der Dahlien" (13. Juli, 20.15 Uhr, Das Erste) zum dritten Mal den charmanten Hochstapler. Wir trafen den Schauspieler zum Interview.

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		Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) gerät in höchste Gefahr. © ARD Degeto/Julie

    Johann Friedrich von Allmen (Heino Ferch) gerät in höchste Gefahr. © ARD Degeto/Julie Vrábelová

Seine Frisur? Eine Schmalztolle à la Gary Cooper. Seine Wirkung auf Frauen? Vergleichbar mit der von James Bond. Seine Sprache? Ähnlich ästhetisch wie die des Dichters Oscar Wilde. Privatdetektiv Johann Friedrich von Allmen, gespielt von Heino Ferch (GOLDENE KAMERA 2002), ist eine Ausnahmeerscheinung unter deutschen TV-Ermittlern, denn er ist nicht nur hedonistisch, sondern auch ein Hochstapler.

Weil er in seinen ersten beiden Fällen "Allmen und das Geheimnis der Libellen" (Bildergalerie s. oben) sowie "Allmen und das Geheimnis des rosa Diamanten" (beide 2017) nicht nur hübsche Damen bezirzte, sondern auch beim Publikum punktete, darf er nun erneut ermitteln. In "Allmen und das Geheimnis der Dahlien" jagt Ferch einen gefährlichen Kunstdieb – und beweist, dass er auch mit 55 noch Action kann.

 

Darum geht's in "Allmen und das Geheimnis der Dahlien"

Nach dem Raub eines berühmten Dahlien-Gemäldes aus einem Luxushotel am Zürichsee wird Allmen von der exzentrischen Hotelchefin Dahlia Gutbauer (Erni Mangold) gebeten, das Bildnis wiederzubeschaffen. Er nimmt den Auftrag an, obwohl sein Bediensteter Carlos (Samuel Finzi) abrät. Der Fall scheint ihm zu gefährlich, denn im Zusammenhang mit dem Raub sind bereits Menschen zu Tode gekommen. Doch Allmen schlägt die Warnung in den Wind. Auf der Suche nach dem Gemälde trifft er eine Psychologin (Katharina Schüttler), die ihm ebenfalls viele Rätsel aufgibt.

 

Im Interview verrät Heino Ferch, warum die "Allmen"-Reihe "saftig und sinnlich" ist, wie gut seine Menschenkenntnis ist und dass es in der neuen "Ku'damm-Staffel um 1963 gehen wird.

Bildergalerie: Heino Ferch in seinen schönsten Rollen

 

Heino Ferch im Interview

Letztes Jahr feierte Dandy-Detektiv "Allmen" TV-Premiere – und kehrt jetzt auf den Bildschirm zurück. Worum geht‘s diesmal?

Heino Ferch: Nach dem Raub eines berühmten Dahlien-Gemäldes aus einem Luxushotel am Zürichsee wird Allmen von der exzentrischen Hotelchefin Dahlia Gutbauer beauftragt, das Bildnis zurück zu beschaffen – und schlägt alle Warnungen seines Faktotums in den Wind. Denn sein Diener Carlos ist der Meinung, dass der Fall zu gefährlich ist – weil im Zusammenhang mit dem Raub bereits zwei Personen sterben mussten. Auf der Suche nach dem Bild trifft Allmen eine rätselhafte Psychologin. Und die macht ihm ordentlich zu schaffen! Außerdem verändert sich unsere lockere Krimi-Reihe auch formell …

 

Inwiefern?

Heino Ferch: Allmens 3. Fall ist härter – und wir erzählen ihn schneller. Und weil der Held ständig in Lebensgefahr schwebt, haben wir das Tempo, die Bedrohung, den Crime-Effekt und den Thrill erhöht.

 

Kurz zur Form: Spiegelt sich der Inhalt von "Allmen" – nämlich Ästhetik und Kunst – auch bewusst in der Form – und somit in Hochglanzbildern – wider?

Heino Ferch: Ja, es war von Anfang an das Konzept, dass die "Allmen"-Reihe sehr saftig und sinnlich sein soll. Unser neuer Fall wurde in einem Grand Hotel in Karlsbad gedreht. Dort hänge ich im fünften Stock an einem französischen Balkon. Aber "Allmen" zeigt nicht nur opulente, sinnliche Räume und Bilder, sondern er wandelt auch in einer exquisiten, maßgeschneiderten Garderobe durch eine prächtige Ausstattung – denn er lebt völlig gegen den Zeitgeist und hat gleichzeitig eine philosophische "Anything goes"-Attitüde.

 

Neben Kunst und Hochstaplern geht’s auch um eine Männerfreundschaft – zwischen Allmen und seinem Diener. Haben Sie selber einen besten Kumpel, der Sie seit jeher durch’s Leben begleitet?

Heino Ferch: Ja, sogar zwei oder drei aus Studienzeiten. Diese Freunde bedeuten mir viel. Ich kann sie jederzeit anrufen, selbst wenn ich aus Zeitgründen lange nichts habe von mir hören lassen. Wenn wir uns treffen, fühlt es sich immer so an, als wären wir erst gestern das letzte Mal zusammen gewesen.

 

Bei "Allmen" geht’s immer um Kunst. Welches Kunstwerk würden Sie gerne besitzen?

Heino Ferch: Oh, da gibt es einige! Eines der Selbstporträts von Max Beckmann würde mir zum Beispiel schon gefallen.

 

Allmen ist immer picobello gekleidet. Aber was war das hässlichste Kleidungsstück, das Sie je für eine Rolle tragen mussten?

Heino Ferch: Das Hässlichste? Das weiß ich nicht mehr …

 

Und das schönste?

Heino Ferch: Besonders großartig waren die Anzüge aus den 30-er und 40-er Jahren, die ich als Louis Adlon in "Das Adlon" tragen durfte. Diese Rolle habe ich über einen Zeitraum von 1905 bis 1946 gespielt – und von Smokings über Cuts bis zu Gehröcken und Hüten alles Mögliche getragen. Die männlichen Anzüge aus dieser Zeit waren einfach perfekt – dank toller Stoffe und Schnitte sowie den breiten Revers. Aber auch Allmens Mode ist toll. Privat bin ich am liebsten mit Jeans und T-Shirt unterwegs, aber Allmens große, ausgesuchte, maßgeschneiderte Garderobe – mit englischen, japanischen und italienischen Stoffen, begeistert mich total. In der neuen Folge trage ich übrigens ein paar frechere Schlipse: Die Farben sind etwas greller, und auf einer der edlen Krawatten sind sogar winzigkleine Pin-Ups, die der Zuschauer allerdings nicht mit bloßem Auge erkennen kann. 

 

Allmen lebt oft in Luxushotels. Wo steigen Sie ab, wenn Sie unterwegs sind?

Heino Ferch: Privat bin ich gern mal lässiger unterwegs – aber natürlich habe ich auch meine Anlaufstellen. In Berlin etwa ist das "Adlon" aufgrund des bereits erwähnten, damaligen Drehs meine Verbindung zur Hauptstadt geworden. In diesem Hotel werde ich immer mit sehr viel Augenzwinkern und mit einem Schmunzeln begrüßt, weil sich die Angestellten freuen, dass ich damals in dem Dreiteiler dabei war.  

 

Allmen ist ein Betrüger. Glauben Sie, dass jeder von uns Hochstaplern aufsitzen kann? 

Heino Ferch: Ja, weil echte Hochstapelei ein Talent ist und die Gauner jede Menge Überzeugungskraft und Frechheit im Handgepäck haben. Wahrscheinlich würde ich ebenfalls keinem auf die Schliche kommen, der mich hinters Licht führen will.

 

Aber sind Sie schon mal einem Hochstapler aufgesessen?

Heino Ferch: Ich glaube nicht! Aber vielleicht weiß ich es ja gar nicht – weil ich es nicht gemerkt habe …

 

Wie gut durchschauen Sie andere Menschen? Wie gut ist Ihre Menschenkenntnis?

Heino Ferch: Ziemlich gut! Beim ersten Kennenlernen bin ich meistens etwas zögerlich – aber ich gehe trotzdem positiv eingestellt auf andere Menschen zu. Außerdem vertraue ich meinem Bauchgefühl, und gehöre ich nicht zu denjenigen Menschen, die anderen gegenüber prinzipiell skeptisch eingestellt sind – weil sie beispielsweise hinter jeder freundlichen Geste eine Absicht vermuten. Das ist mir zu viel negative Energie. Deshalb begegne ich fremden Menschen erst mal leicht distanziert, um zu checken, ob ich ihnen vertrauen kann. Ein guter Indikator ist beispielsweise, ob sich intensive Gespräche ergeben.  

 

Ein Kennzeichen von "Allmen" sind Bonmots wie zum Beispiel "Eine Enttäuschung ist auch immer das Verschwinden einer Täuschung". Ihre Meinung: Steckt in solchen "geflügelten Worten" immer auch ein Kern Wahrheit? 

Heino Ferch: Absolut. Ich finde es toll, dass Allmen viel redet – und so viele Worte parat hat. Seine Bonmots zeigen, dass er bewusst anders sein will. Besonders gut gefällt mir auch folgendes Bonmot: "Risiko ist gewissermaßen das Gewürz, das dem Gleichmut des Alltags den Hauch der Ewigkeit verleiht." Beeindruckend, oder?

 

Ist Allmen ein Hedonist?

Heino Ferch: Natürlich! Einerseits ist er sehr eitel, andererseits schwelgt er im Luxus. Und obendrein ist sein "Best Buddy Carlos" nicht nur sein Koch und sein Faktotum, sondern auch noch sein philosophischer Lebenssparringspartner – also quasi der Einzige, der mit Allmens hedonistischem Lebensstil kompatibel ist. Allmen und Carlos verbindet eine Männerfreundschaft, bei der Freiheit für beide das wichtigste Lebenselixier ist.

Stichwort Philosophie: In einer Szene philosophiert "Allmen" über den Tod – und sagt: "Ad plures ire" (dorthin gehen, wo die meisten sind). Ihre Meinung über den Tod? Was kommt nach dem Sterben?

Heino Ferch: Irgendwas auf jeden Fall. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass auf einmal alles schwarz wird.

 

Szenenwechsel: Warum hat "Allmen" diese prächtige Haarmatte?

Heino Ferch: Als wir uns vor drei Jahren überlegt haben, wie Allmen durch Zürich geht, waren wir uns sofort einig, dass er – genau wie alle großen Dandys von Gary Cooper über Cary Grant bis zu Bryan Ferry – eine echte Schmalztolle braucht. Den Wunsch nach dieser Veränderung hatte ich selbst, weil sich Allmen, der ja auch Betrüger ist, hinter einer solchen Matte perfekt verstecken kann – und lange Haare gleichzeitig ein Attraktivitätsmerkmal sind, bei dem viele Frauen hinschauen. Apropos Veränderung: Ich verändere mich immer wahnsinnig gerne, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme.  

 

In einer Szene wirft Allmen Jojos Smartphone in ein Aquarium – obwohl sie gerade einen 200-Millionen-Dollar-Deal abschließen will …

Heino Ferch: Das ist ein klares Statement gegen die nervige Handy-Obsession, die momentan immer mehr Menschen haben!

Sie nicht?

Heino Ferch: Nein. Obwohl ich auch ein Smartphone habe - und damit ins Internet gehe - und meine Drehbücher darauf lese - bin ich kein bisschen Handy-süchtig. Und ich bin auch nicht in den sozialen Netzwerken unterwegs.

 

Jeder kennt Allmen, weil er in seinem ersten Fall die gestohlenen Libellen aufgespürt hat. Aber wann hat Sie zuletzt jemand nicht erkannt?

Heino Ferch: Bei einer Veranstaltung in einem tollen, asiatischen Restaurant in München! Obwohl ich eingeladen war, hat mich eine Mitarbeiterin der Agentur, die das Event betreut hat, nicht erkannt. In dem Moment habe ich sehr geschmunzelt.

 

Schlussfrage: Ihre nächsten spruchreifen Projekte?

Heino Ferch: Der Zweiteiler "Das Mädchen am Strand". Außerdem gibt’s zwei weitere Filme, in denen ich den Ermittler Ingo Thiel spiele – jenen Kommissar, der in "Ein Kind wird gesucht" den Mörder des verschwundenen Mirko fasste. Im 2. Teil geht’s um die Mafiamorde von Duisburg, das dritte Buch wird gerade geschrieben. Und dann gibt’s noch das Roadmovie "Liebe verjährt nicht", eine neue Folge aus der Reihe "Spuren des Bösen" mit dem Titel "Sehnsucht", die Fortsetzung von "Ku’damm 56" und "Ku‘damm 59" – ich glaube, diesmal geht’s um 1963 – sowie "Allmen und die Erotik"!

 

 

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