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Henry Hübchen: "Das Glück des Alters? Gelassenheit!"

03.02.2020 - Einsam, eigenwillig, empathisch: Henry Hübchen ermittelt in dem Krimi "Tage des letzten Schnees" als ungewöhnlicher Kommissar. Ein Interview über Schicksal, Zufälle und schwarze Katzen.

Was ist das Bindeglied zwischen dem Unfalltod eines kleinen Mädchens und dem brutalen Mord an einer Kunststudentin? Diese Frage gibt Henry Hübchen als Kommissar in "Tage des letzten Schnees" (Montag, 3. Februar, 20.15 Uhr im ZDF) Rätsel auf.

Darum geht's in "Tage des letzten Schnees"

Bei einem Autounfall stirbt die elfjährige Anna. Hinterm Steuer: ihr Vater Lars Eckert (Barnaby Metschurat). Der Mann pocht auf seine Unschuld, Kommissar Johannes Fischer (Henry Hübchen) untersucht Annas Tod dennoch.

 

Und noch ein zweiter Fall beschäftigt den Polizisten in "Tage des letzten Schnees": Auf einer Parkbank wurde die Kunststudentin Lisa (Mercedes Müller) erschossen aufgefunden. Ist ihr Liebhaber Selling (Bjarne Mädel), der mit ihr ein Doppelleben führte, ein Mörder? Und was verbindet die beiden Tragödien?

GOLDENE KAMERA traf den 72-jährigen Hauptdarsteller Henry Hübchen zu einem Gespräch, in dem es nicht nur um diesen außergewöhnlichen Film ging.

Interview mit Henry Hübchen

GOLDENE KAMERA: Herr Hübchen, in "Tage des letzten Schnees" geht es um einen tödlichen Unfall, Fahrerflucht,  Mord und Verstrickungen – sowie um  einen Kommissar, der Licht ins Dunkel bringen will. Wie "tickt" Ihre Figur?

 Henry Hübchen: Johannes Fischer hat seine große Liebe verloren, ist oft einsam und voller Empathie. Aus einer Art Melancholie heraus kümmert er sich manchmal seelsorgerisch um Menschen, die für die Aufklärung eines Verbrechens wichtig sind.

 

Was hat Sie an diesem Krimi gereizt?

Die Tatsache, dass es kein normaler Krimi ist, sondern ein Schicksalsdrama mit polizeilichen Ermittlungen. Beziehungsweise eine Tragödie, in der die Hauptfiguren ihrem Schicksal nicht entrinnen können: "Tage des letzten Schnees" zeigt, wie unglaublich schnell ein kurzer Moment ein ganzes Leben verändern kann. Und die Frage, die sich anschließend stellt, lautet: Was macht man jetzt mit seinem Schicksal?

Wovon werden wir stärker beeinflusst, vom Schicksal oder vom Zufall?

Dass wir auf der Welt sind zum Beispiel ist ein Zufall, der alle Menschen miteinander verbindet. Und obwohl wir uns nicht dafür entschieden haben, geboren zu werden, können wir doch unser Schicksal beeinflussen, trotz weiterer zufälliger Ereignisse. Ich glaube nicht an ein vorbestimmtes Schicksal, der Mensch kann sich nicht aus dem Leben heraushalten.

 

Woran glauben Sie?

Ich bin ein Atheist, der glaubt, dass alles mit allem zusammenhängt. Und ich glaube fest daran, dass die Welt darauf beruht, dass automatisch alles richtig wird und sich alles ordnet – genau wie der Teufel in Michail Bulgakows Roman "Der Meister und Margarita" sagt. Alles wird richtig, darauf beruht die Welt, selbst wenn die Erde in Millionen oder Milliarden Jahren wieder zur Wüste wird. Das Universum existiert weiter, und wir Menschen haben keinen Anspruch auf die Ewigkeit. Im Gegenteil: Wir sind nur Gäste auf der Erde, und es wäre vermessen, sie uns untertan machen zu wollen. Nein – ich bin nicht gläubig, höchstens etwas abergläubisch.

 

Heißt das, Sie fürchten sich vor schwarzen Katzen?

Nein. Mein Aberglaube äußert sich eher so, dass ich dreimal auf Holz klopfe, um etwas positiv zu bestätigen, damit nicht das das Gegenteil eintritt. Und wenn mir ein Cent aus der Tasche rollt, muss ich den unbedingt wiederfinden, ansonsten bringt das Unglück. Sie kennen doch bestimmt den Spruch: Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.

Sie haben in Ihrer Karriere schon  viele TV-Kommissare gespielt.  Aber wurde Ihnen jemals die Rolle eines "Tatort"- Ermittlers angeboten?

 Ja, lange vor dem "Polizeiruf 110". Aber damals wollte ich mich nicht über Jahre in ein Ermittlerkorsett zwängen. Außerdem galt die Rolle des "Tatort"-Kommissars damals noch nicht als Ritterschlag. Eher als das Gegenteil, für mich jedenfalls.

 

Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Rollen heute aus?

Danach, ob ein Drehbuch unterhaltsam und erfüllend ist, denn Arbeitszeit ist Lebenszeit. Außerdem ist es mir wichtig, wer Regie führt, mit wem ich vor der Kamera stehe und wie meine Rolle angelegt ist. Kommt viel Positives zusammen, dann hat man Glück.

Welcher Ihrer Filme zählt rückblickend zu diesen Glücksfällen?

"Alles auf Zucker!". Dabei war das Drehbuch super, die Besetzung absolut top und der Regisseur erfahren und unverkrampft.

Stichwort Alter:  Was sind die positiven Seiten?

Das Glück des Alters? Gelassenheit! Die tröstlichen Seiten sind, dass man sich nicht mehr so oft aufregt.

 

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Zuerst "Leander Haußmanns Stasikomödie". Dabei wird ein Stasi-Mitarbeiter in die Kulturszene am Prenzlauer Berg eingeschleust und unbeabsichtigt berühmt. Und als Zweites die "Känguru-Chroniken" nach den Bestsellern von Marc-Uwe Kling. Beide Filme sind aktuell in der Nachbearbeitung und kommen noch in diesem Jahr ins Kino.

Interview: Mike Powelz

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