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Jürgen Vogel auf Rachefeldzug in "Blochin: Das letzte Kapitel"

05.08.2019 - Vier Jahre nach Erstausstrahlung der "Blochin"-Miniserie von Regisseur Matthias Glasner und seinem "Der freie Wille"-Star Jürgen Vogel, kommt die ambitionierte deutsche Antwort auf "The Shield" zu einem durchwachsenen Abschluss.

Die letzte Folge der ZDF-Thrillerserie "Blochin – die Lebenden und die Toten" (bis zum 22. Januar 2020 hier in der ZDF-Mediathek) endete im Herbst 2015 mit einem Knall: Die kleine Tochter des Berliner Polizisten Blochin wird kaltblütig erschossen. Nach vierjähriger Leidenszeit bekommt der von Jürgen Vogel (GOLDENE KAMERA 2003) verkörperte Anti-Held mit "Blochin: Das letzte Kapitel" (5. August um 22.15 Uhr im ZDF) endlich seine Rache in Spielfilmlänge spendiert.

 

"Blochin - Die Lebenden und die Toten" - Was bisher geschah

Erschossen wurde Blochins Tochter von Kyrill (Alexander Scheer), dem Handlanger des russischen Waffenhändlers Shukshin (Rainer Bock). Dem bis in deutsche Regierungskreise vernetzten Oligarchen war Blochin in die Quere gekommen, als er nach dem Mord an einem Drogendealer auf eigene Faust ermittelte und sich dabei einem Erpresser auslieferte, der Informationen über die kriminelle Vergangenheit des unter Kindheitsamnesie leidenden Polizisten hatte.

Blochin und sein ebenfalls bei der Berliner Mordkommission arbeitende Schwager Dominik (Thomas Heinze) schafften die Gefahr aus der Welt und lösten beim Verwischen der Spuren eine Abwärtsspirale in Gang, die auch Blochins MS-kranke Frau Inka (Maja Schöne) und Dominiks als Staatssekretärin arbeitende Geliebte Katrin (Jördis Triebel) mit erfasste.

Um den abgetauchten Kyrill aufzuspüren, ließ sich Blochin am Ende auf einen Deal mit dem scheinbar reumütigen Shukshin ein, der - wie ein abschließender Flashback zeigte - eine sehr persönliche Verbindung zu Blochins Kindheit hatte.

Darum geht's in "Blochin: Das letzte Kapitel"

Nach zwei Jahren erhält Blochin (Jürgen Vogel) nach einem Tipp von Shukshin (Rainer Bock) endlich die Chance, den Kindermörder Kyrill (Alexander Scheer) nach Berlin zu locken. Dazu nimmt der selbsternannte Racheengel dessen Geliebte Pheline (Jasna Fritzi Bauer) als Geisel gefangen, die aber kurz darauf erschossen aufgefunden wird.

Blochin und Dominik (Thomas Heinze) stehen unter Mordverdacht und werden von der Internen Ermittlung unter Leitung ihrer Ex-Kollegin Magda (Agnieszka Piwowarska) festgesetzt. Es beginnt ein Katz-und Maus-Spiel mit den Kollegen, bei dem langsam auch Blochins Vergangenheit Gestalt annimmt.

 

Kritik zu "Blochin: Das letzte Kapitel"

Die fünfteilige Miniserie "Blochin" war 2016 für die GOLDENE KAMERA nominiert, was die damalige Jury so begründete: "Story, Bildsprache, Schauspielerführung: Der aufregend düstere Fünfteiler ist Vorreiter einer neuen, modernen Serienkultur." Diese lobende Einschätzung lässt sich zumindest stilistisch auch auf den elegischen Abschlussfilm "Blochin: Das finale Kapitel" übertragen.

Indem Autorenfilmer Matthias Glasner nämlich sein Finale quasi mit der Ermordung der Geisel beginnt und den Tathergang im Rahmen der Verhöre in Rückblicken erzählt, lassen sich geschickt alle losen Enden der vorangegangenen Miniserie aufnehmen. Dieser ausgeklügelte Schachzug führt zwar dazu, dass "Blochin: Das finale Kapitel" auch ohne Vorkenntnisse funktioniert.

Doch die den handelnden Personen in den Mund gelegten Hinweise auf das Vorgeschehen nehmen so viel Laufzeit ein, dass beispielsweise der sich vorhersehbar entwickelnden persönlichen Beziehung zwischen Blochin und Kyril am Ende kaum der dringend notwendige Raum zur schauspielerischen Entfaltung bleibt.  

 

Aus dieser Sicht ist die vom ZDF geforderte Verknappung auf einen Spielfilm höchst bedauerlich. Denn die finalen Filmworte von Thomas Heinze bringen gut auf den Punkt, dass eine zweite "Blochin"-Staffel die perfekte Bühne für ein herausragend düsteres Schauspielstück Serien-Noir Made in Germany hätte sein können, da nicht eine einzige Figur ungeschoren davon kommt: "Dies ist das Fegefeuer und wir werden ewig darin brennen."

 

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