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Ulrich Noethen als mutiger Kapitän in "Die Ungewollten"

18.10.2019 - Im Doku-Drama "Die Ungewollten" spielt Ulrich Noethen einen Kapitän, der sich über Befehle seiner Reederei und der Nazis hinwegsetzt.

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		Ulrich Noethen als Kapitän Gustav Schröder. Dank seiner Umsicht und Zivilcourage kann eine größere Katastrophe verhindert werden. © NDR/ARD Degeto/David

    Ulrich Noethen als Kapitän Gustav Schröder. Dank seiner Umsicht und Zivilcourage kann eine größere Katastrophe verhindert werden. © NDR/ARD Degeto/David Dollman

Für 937 Menschen scheint es die Rettung vor dem Terror der Nazis: Am 13. Mai 1939 gehen jüdische Bürger in Hamburg an Bord des Passagierschiffs "St. Louis". Ihr Ziel ist Kuba. Aber die Reise wird zum Albtraum.

 

Darum geht's in "Die Ungewollten"

Das Dokudrama "Die Ungewollten" (Montag, 21. Oktober, 20.15 Uhr, Das Erste) erzählt die dramatische Geschichte, in deren Zentrum der mutige Kapitän Gustav Schröder steht. Schröder ist seit 1933 Mitglied der NSDAP und macht anfangs keinen Hehl daraus, dass die Order seiner Reederei stets oberstes Gebot für ihn ist. Der Kapitän zeigt sich aber auch als korrekter, pflichtbewusster Mann, der Verantwortung für seine Passagiere übernimmt: "Sie haben bezahlt, also steht ihnen eine tadellose Behandlung zu", ermahnt er die Crew.

Bezahlt haben sie reichlich: 500 Mark für die Reise, 150 für ein Visum. Sie mussten ihre Habseligkeiten zurücklassen, durften nur 10 Mark mitnehmen. Einige waren bereits im Konzentrationslager, haben Freunde und Angehörige verloren. Immerhin haben sie Hoffnung auf ein neues Leben.

Nach zwei Wochen ist Land in Sicht. Endlich. Doch dann der Schock: Sie dürfen das Schiff nicht verlassen. Die kubanischen Behörden erklären alle Papiere für ungültig. Der Kapitän verhandelt höchstpersönlich. Vergeblich. Er wird aufgefordert den Hafen zu verlassen, sonst würden Kriegsschiffe eingesetzt, um die Abreise zu erzwingen.

Ulrich Noethen als Kapitän Schröder

Unter den Passagieren bricht Panik aus. Sie haben Angst, nach Deutschland zurück zu müssen – ihr sicheres Todesurteil. Auch Schröder ist das bewusst. Er setzt sich über die Order seiner Reederei hinweg, die ihn zur Rückkehr auffordert.

 

"Sein Menschenbild entsprach sicher nicht dem der Nationalsozialisten", sagt Schauspieler Ulrich Noethen (GOLDENE KAMERA 2006), der den Kapitän im Film spielt. "Schröder hat sich geweigert, die Menschen nach Deutschland zurückzubringen." Stattdessen nahm er Kurs auf die USA.

Trotz Petitionen und eines direkten Hilferufs des Kapitäns an Präsident Roosevelt verweigerte der die Aufnahme. Auch Kanada lehnte ab. Erst im November 2018 entschuldigte sich Kanadas derzeitiger Premierminister Justin Trudeau offiziell für diesen Vorfall.

 

Aktueller Bezug

Die Geschichte der "St. Louis" erinnert an die aktuelle Situation der Flüchtlinge im Mittelmeer, die ebenfalls niemand aufnehmen will. Damals hatte ein Teil der Passagiere das Glück, dass Schröder sich mutig für sie einsetzte. Schließlich landeten sie im Hafen von Antwerpen, wo Belgien, die Niederlande, Großbritannien und Frankreich die Flüchtlinge aufteilten.

Viele von ihnen wurden später von den Nazis ermordet, zwei Drittel aber überlebten den Krieg. Schröder, der 1959 starb, blieb lange vergessen. "Die Deutschen sollten ihn kennen und stolz auf ihn sein", sagt Herbert Karlinger, einer der überlebenden Passagiere. "Er hatte ein Herz und hat richtig gehandelt." Ulrich Noethen ergänzt: "Schröder hat gezeigt, dass man sehr wohl aufstehen und 'Nein' sagen konnte."

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