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Auf große Lust folgt großer Frust

30.08.2017 - Hier und in vielen, vielen anderen Medien wurde vor Saisonbeginn bereits ausführlich über die TV-Gegebenheiten ab dieser Saison kommentiert, debattiert und sortiert. Doch alle Informationen und Vorbereitungen werden nun mal hinfällig, wenn die Technik nicht mitspielt! Die Video-Beweisführung hat es am ersten Spieltag vorgemacht. Und als der Hamburger SV nach sieben Jahren erstmalig wieder (kurzzeitig) die Tabellenspitze erklomm, machte sich bei den Eurosport-Player-Neukunden bei aller Fußball-Lust der große TV-Frust breit.

  • Er kann es noch: Die Durststrecke von HSV-Stürmer Bobby Wood (l., gegen Jonas Hector) ist beendet. Auch wenn die TV-Zuschauer das live nicht wirklich beurteilen konnten - Foto: Federico Gambarin © dpa – Deutsche Presse-Agentur...

    Er kann es noch: Die Durststrecke von HSV-Stürmer Bobby Wood (l., gegen Jonas Hector) ist beendet. Auch wenn die TV-Zuschauer das live nicht wirklich beurteilen konnten - Foto: Federico Gambarin © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Zeitungs- und Internetleser wissen mehr – da konnten sich die Eurosport-Moderatoren Tobias Hlusiak (l.) und Max Zielke noch so ins Zeug legen. Der Bildschirm blieb am schwarzen Freitag schwarz – Foto: Sven Hoppe © dpa – Deutsche...

    Zeitungs- und Internetleser wissen mehr – da konnten sich die Eurosport-Moderatoren Tobias Hlusiak (l.) und Max Zielke noch so ins Zeug legen. Der Bildschirm blieb am schwarzen Freitag schwarz – Foto: Sven Hoppe © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die erste Entscheidung des Schiedsrichter-Debütanten Sören Storks: Er stellte den Hamburger Kapitän Mergim Mavraj vom Platz. Die Fernseh-Fans sahen schon vorher rot – Foto: Federico Gambarin © dpa – Deutsche...

    Die erste Entscheidung des Schiedsrichter-Debütanten Sören Storks: Er stellte den Hamburger Kapitän Mergim Mavraj vom Platz. Die Fernseh-Fans sahen schon vorher rot – Foto: Federico Gambarin © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • So sieht die 2. Liga aus – allerdings nur bei Sky oder nach 23.00 Uhr bei NITRO: Kaiserslauterns Torschütze Gervane Kastaneer (l.) gegen Braunschweigs Joseph Baffo. Die Partie endete 1:1 - Foto: Uwe Anspach © dpa – Deutsche...

    So sieht die 2. Liga aus – allerdings nur bei Sky oder nach 23.00 Uhr bei NITRO: Kaiserslauterns Torschütze Gervane Kastaneer (l.) gegen Braunschweigs Joseph Baffo. Die Partie endete 1:1 - Foto: Uwe Anspach © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Was war passiert? Die TV-Rechte für die Freitagsspiele hatte Sky im Vorfeld der Saison an den Pay-TV-Konkurrenten Eurosport verloren, so dass die Begegnung des 1. FC Köln gegen den HSV lediglich über den Kanal „Eurosport 2 HD Xtra“ zu empfangen war. Der wiederum ist fester Bestandteil des Eurosport-Players, der für 29,99 € per anno nutzbar ist. Nützte aber nichts, denn sowohl die Internet- als auch die mobile Applikation funktionierten ganz einfach nicht!

Als die Bilder laufen lernten

Erst kurz vor dem Abpfiff begannen die Bilder wieder zu laufen. Da war aber auch auf dem Platz bereits alles gelaufen – und das war genau der Stoff, der Lust am Fußball macht: Gleich zwei Tore in fast 15 Minuten Nachspielzeit, das Heranziehen eines Videobeweises, verletzter Schiedsrichter und einen Überraschungssieger HSV hatten die meisten TV-Zuschauer verpasst. Die meisten, weil es – ähnlich dem kleinen gallischen Dorf von Asterix und Obelix – einen kleinen Kreis von HD-Plus- (per SAT-Receiver zu empfangen) und Amazon-Channel-Abonnenten gab, die sich an diesem kleinen Fußballfest erfreuen konnten. Oder eben auf das gute, alte Dampfradio vertrauen mussten...

Wer denn Ärger hat, hat auch den Spott

Die Welle der Empörung war völlig zu Recht groß, denn der Sender reagierte erst eine knappe halbe Stunde nach Anpfiff auf den in den sozialen Medien entfachten Shitstorm. Bis dahin ließ man die Fußballfans mit der Bildschirm-Meldung „An error has occured“ (Ein Fehler ist vorgefallen)  allein. Der wohl prominenteste Kritiker war mit Mats Hummels bei Twitter unterwegs und freute sich per ironischem Tweet darüber, dass die Partie seit der 89. Minute gut abginge. Bis dahin war in den heimischen Wohnzimmern  sehr wahrscheinlich schon so einiges mehr abgegangen!

10 € für die Ewigkeit

Natürlich entschuldigte sich der Sender für die „Unannehmlichkeiten“ zuzüglich aller üblichen Ausdrucksformen, die man im Zusammenhang mit technischem Versagen so kennt. Und allen betroffenen Nutzern wurde gar eine 10 Euro-Gutschrift in Aussicht gestellt. 10 Euro für einen erheblichen Vertrauensverlust? Für Kunden, die in dem harten Abo-Geschäft eigentlich vom ersten Moment an „gefangenen genommen“ werden müssen? Es könnten aber auch 10 Euro für die Ewigkeit gewesen sein, für die Ewigkeit des Wartens! Aber wer zu lange warten muss, der kommt so schnell nicht wieder. Milchmädchenrechnung, oder was denken Sie?

Diskussionen und Analysen um Mitternacht

Apropos warten (ich habe mir deshalb diesmal auch einen Tag mehr Zeit gelassen): Die neue TV-Rechtelage produziert für den geneigten Fußballfan einen nahezu grotesken Montagabend. Der Sender Sport1 darf das Zweitligaspiel nicht mehr zeigen - und ist darüber offensichtlich so beleidigt, dass er seine Kameras in einem Regionalliga-Stadion postiert (zuletzt im Norden beim VfB Lübeck gegen Altona 93), aber eine Live-Banderole aus Kaiserslautern laufen lässt und der Kommentator auch noch die schönsten Flanken und Torszenen erklärt. Und wenn dann auch dort Abpfiff ist, fangen Experten bei "Sky90" und bei "100 % Bundesliga" (NITRO) mit bis zu zweieinhalbstündigen Diskussionen und Analysen an. Wenigstens dort gab's dann ausführlich bewegte Bilder vom Kurzzeit-Spitzenreiter HSV...

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