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Der Letzte der Olsenbande: Schauspieler Grunwald gestorben

15.11.2018 - Mit der Rolle des Benny mit dem tänzelnden Gang wurde der Schauspieler Morten Grunwald bekannt. Er war das letzte lebende Mitglied des dänischen Filmtrios Olsenbande. Vor allem in der DDR waren die Gaunerkomödien beliebt.

  • Morten Grunwald ist tot. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Morten Grunwald ist tot. Foto: Jens Kalaene © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Er war der Letzte aus der legendären Olsenbande: Der dänische Schauspieler Morten Grunwald ist im Alter von 83 Jahren an Krebs gestorben. Das teilte seine Familie am Donnerstag der dänischen Zeitung «Politiken» mit.

Grunwald hatte in mehr als 50 Filmen mitgewirkt, darunter in 14 über die berühmte Olsenbande, in denen er Benny spielte. Damit ist auch der letzte der drei Olsen-Schauspieler gestorben. Poul Bundgaard starb 1998, Ove Sprogøe 2004.

Erst im Juni hatten die Olsen-Filme Jubiläum gefeiert. 50 Jahre ist es her, dass die erste Ganoven-Klamotte Premiere hatte. Die Filme seien soziale Satire gewesen, sagte Grunwald der dpa damals. Der kleine Mann gegen die Reichen und Mächtigen. Wohl auch deshalb sei die Olsenbande in der DDR so beliebt gewesen. Bei der Feier konnte der Schauspieler schon damals nicht dabei sein, weil er zu krank war.  

Angeführt wurde das Gaunertrio vom kleinen Egon, gespielt von Ove Sprogøe. Einem Tresorknacker mit Nadelstreifenanzug, Melone und Zigarre, der bei jedem Knast-Aufenthalt einen neuen «todsicheren» und «genialen» Plan ausheckte. Ein Stehaufmännchen, denn jeder seiner sicheren Pläne ging mit ebenso großer Sicherheit am Ende in die Grütze.

Poul Bundgaard in der Rolle von Kjeld war ein untersetzter und ängstlicher Mann, bekam schnell ein schlechtes Gewissen, konnte aber alles besorgen, was die drei Gauner für ihren Coup brauchten. Er und seine Frau träumten in den Filmen immer von Mallorca.  

Und dann war da schließlich Benny, der Fahrer, mit kariertem Sakko, immer zu kurzen Hosen und einem sehr charakteristischen tänzelnden Gang. Diese Rolle hat Morten Grunwald berühmt gemacht. Und er hat sie geliebt. «Das ist etwas, worüber ich sehr glücklich war und ich bin dankbar und stolz, daran beteiligt gewesen zu sein», sagte Grunwald der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau.

Grunwald machte keinen Hehl daraus, dass die Olsenbande-Filme eine besondere Bedeutung für ihn hatten. Es habe ihn nicht gestört, dass die Leute ihn anstießen und «Hej Benny» zu ihm sagten - im Gegenteil.

Auch als Theaterschauspieler und -direktor feierte Grunwald Erfolge. In den Kinos war er 2014 zum letzten Mal zu sehen. In dem Film «Stilles Herz» spielte er den Ehemann einer Frau, die aufgrund einer unheilbaren Krankheit Selbstmord begeht. Sich aus der Branche zurückzuziehen fiel ihm schwer. Erst 2017 verabschiedete sich Grunwald aus dem Theater.

Mitte Oktober erzählte der Schauspieler der Zeitschrift «Se og Hør» schließlich, warum: Er habe Lungenkrebs und wisse nicht, wie lange er noch zu leben habe. «Ich habe Strahlenbehandlung angeboten bekommen, aber ich will das nicht», sagte er. «Ich hatte ein langes und gutes Leben.»

An die Olsenbande und ihre Filme erinnert noch bis 17. Februar 2019 die Schau «Mächtig gewaltig! Die Olsenbande kommt nach Potsdam» im Potsdamer Filmmuseum. Erzählt wird das Leben der Darsteller, wie die Filme entstanden oder warum es im Osten auch heute noch so viele Fans gibt.

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