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Showdown in den Alpen: Buchmann fordert Favoriten heraus

24.07.2019 - Drei Tage, sieben ganz schwere Berge: Bei der Tour de France fällt die Entscheidung 2019 in den Alpen. Zwei Franzosen attackieren den angeschlagenen Titelverteidiger, Deutschlands Hoffnung Buchmann liegt aussichtsreich im Rennen.

  • Auf den abschließenden Etappen der Tour de France muss sich Emanuel Buchmann gegen die Weltelite durchsetzen. Foto: Stefan Tabeling © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Auf den abschließenden Etappen der Tour de France muss sich Emanuel Buchmann gegen die Weltelite durchsetzen. Foto: Stefan Tabeling © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Showdown statt Langeweile: Vor drei knüppelharten Tagen in den Alpen steht die Tour de France vor einem besonders spannenden Finale. Und erstmals seit 2006 mischt auch ein Deutscher wieder richtig um den Gesamtsieg mit.

Kletterkünstler Emanuel Buchmann aus Ravensburg liegt als Sechster aussichtsreich im Klassement, die Schinderei auf sechs 2000-Meter-Bergen von Donnerstag bis Samstag dürfte ihm entgegen kommen. «Wir sind in einer super Ausgangslage. Momentan sieht es sehr, sehr gut aus», sagte der 26 Jahre alte Buchmann. Er sei «positiv überrascht» von sich selbst.

Die Rivalen im Kampf um den Gesamtsieg stammen allesamt aus der  Weltelite. Gelb-Träger Julian Alaphilippe und Tourmalet-Sieger Thibaut Pinot wollen Gastgeber Frankreich den ersten Tour-Triumph seit Bernard Hinault 1985 bescheren, Vorjahressieger Geraint Thomas und Co-Kapitän Egan Bernal streben die Titelverteidigung für Team Ineos an und auch Tony Martins Teamkollege Steven Kruijswijk liegt vor der Alpen-Qual noch bestens im Rennen.

Zum Topfavoriten möchte sich in dem komplett offenen Sechskampf aber keiner erklären. Während Bora-hansgrohe-Profi Buchmann trotz starker Pyrenäen-Auftritte weiter an seinem Top-10-Ziel festhält, neigt auch der zuletzt in den Bergen überragende Pinot zum Understatement. «Ich selbst bin weit davon entfernt, mich als Favoriten zu sehen», sagte Pinot, der mit Rang eins am Tourmalet und Platz zwei in Foix Prat d'Albis einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Auch für Buchmann ist Pinot der Favorit, «er sieht bisher am stärksten aus».

In der letzten Woche, in der bei zwei Bergankünften sieben Gipfel der höchsten und zweithöchsten Kategorie zu überwinden sind, kommt es aber nicht mehr nur auf die Form an. Der angezählte Titelverteidiger Ineos baut auf die Erfahrung des Walisers Thomas, der bei dieser Tour schon drei leichtere Stürze verkraften musste.

«Er weiß, wie man die Tour de France gewinnt», sagte sein Teamchef  Dave Brailsford. Auch Thomas selbst sieht sein Team weiter in «einer superstarken Position». «Wir sind immer noch sehr gut dabei», betonte der Vorjahreschampion vor dem Ausscheidungsrennen auf Bergriesen wie dem Col du Galibier oder dem Col de L'Iseran, der mit 2770 Metern das Dach dieser Tour darstellt. 

Die größte Variable im völlig unberechenbaren Spiel um das Maillot Jaune in Paris ist der Gesamtführende Alaphilippe. Eigentlich zählt der 27-Jährige zu den Klassiker-Spezialisten, bei dieser Tour glänzt er plötzlich auch im Hochgebirge und beim Zeitfahren. «Die Alpen werden eine große Herausforderung für mich», sagte Alaphilippe voraus. Mit 1:35 Minuten Vorsprung auf den ersten Verfolger Thomas bleibt er vorerst der Gejagte.

Und Buchmann? Der war bislang gut damit bedient, seinen eigenen Rhythmus zu fahren und auf große Attacken zu verzichten. Im Gegensatz zum Ineos-Duo, Pinot und Kruijswijk muss er auf dem Weg zu den besonders schweren Bergen normalerweise ohne Helfer auskommen. «Es wäre schön, wenn ich noch mehr Helfer am Berg hätte. Bisher ging es auch so, aber es ist schon ein Nachteil», sagte Buchmann.

Einen Angriff in Richtung Gelbes Trikot will der ruhige Ravensburger nach eigener Aussage - wenn überhaupt - erst beim letzten Teilstück am Samstag wagen. «Es gibt kein Geheimnis. Ich habe einen weiteren Schritt gemacht», beschrieb Buchmann, für den ein Triumph bei der Tour «ein Traum» wäre. Das Finale ist absolut würdig: Bei der Bergankunft in Val Thorens am Samstag ist der Schlussanstieg über 30 Kilometer lang. «Ich denke, das ist der Showdown», betonte Buchmann.

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