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Von wegen Zauber der Inka: Massentourismus in Machu Picchu

08.08.2019 - Machu Picchu hat ein Problem mit den Besuchermassen. Sogar ein neuer Flughafen soll in der Nähe entstehen. Der Status als Welterbe ist bedroht. Wie viel Magie versprüht die Inkastadt noch?

  • Machu Picchu ist beeindruckend. Es gehört zu den neuen sieben Weltwundern. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Machu Picchu ist beeindruckend. Es gehört zu den neuen sieben Weltwundern. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Eingebunden in ein grandioses Bergpanorma liegt Macchu Picchu mit seinen unzähligen künstlich angelegten Terrassen, auf denen einst Landwirtschaft betrieben wurde. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche...

    Eingebunden in ein grandioses Bergpanorma liegt Macchu Picchu mit seinen unzähligen künstlich angelegten Terrassen, auf denen einst Landwirtschaft betrieben wurde. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Besonders begehrte Fotomotive: Die Lamas in Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Besonders begehrte Fotomotive: Die Lamas in Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Es ist das typische Fotomotiv: Der Blick hinab auf Machu Picchu nahe des Eingangs zur verlassenen Inka-Stadt. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Es ist das typische Fotomotiv: Der Blick hinab auf Machu Picchu nahe des Eingangs zur verlassenen Inka-Stadt. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Terrassen von Machu Picchu dienten einst dem Pflanzenanbau und zur Absicherung der weiter unten gelegenen Stadt vor Bodenerosion. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Terrassen von Machu Picchu dienten einst dem Pflanzenanbau und zur Absicherung der weiter unten gelegenen Stadt vor Bodenerosion. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Glück hat, wer in der Nebensaison nach Machu Picchu kommt: Es gibt bedeutend weniger Besucher. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Glück hat, wer in der Nebensaison nach Machu Picchu kommt: Es gibt bedeutend weniger Besucher. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Den Hauptplatz von Aguas Calientes zieren lange Girlanden, ganz viel Leuchtreklame und kitschige Inka-Figuren. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Den Hauptplatz von Aguas Calientes zieren lange Girlanden, ganz viel Leuchtreklame und kitschige Inka-Figuren. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Aguas Calientes hat nicht besonders viel zu bieten - nur Restaurants, Bars, ein paar Shops und einen Bahnhalt. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Aguas Calientes hat nicht besonders viel zu bieten - nur Restaurants, Bars, ein paar Shops und einen Bahnhalt. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Im kleinen Ort Aguas Calientes landet jeder Besucher, auch die Wanderer des Inka-Trails. Es ist der Ausgangspunkt für den Ausflug zur Festung Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Im kleinen Ort Aguas Calientes landet jeder Besucher, auch die Wanderer des Inka-Trails. Es ist der Ausgangspunkt für den Ausflug zur Festung Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Treppen gegenüber der verlassenen Stadt Machu Picchu dienen heute Touristen als Fotospot. Foto: Martin A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Treppen gegenüber der verlassenen Stadt Machu Picchu dienen heute Touristen als Fotospot. Foto: Martin A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Etwa 700 künstliche Terrassen umgeben die verlassene Inka-Stadt Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Etwa 700 künstliche Terrassen umgeben die verlassene Inka-Stadt Machu Picchu. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Ein Tipp: Am Ausgang von Machu Picchu gibt es einen Posten zum Abstempeln des Reisepasses. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Ein Tipp: Am Ausgang von Machu Picchu gibt es einen Posten zum Abstempeln des Reisepasses. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Zugwaggons halten in Aguas Calientes direkt vor den Hotelfenstern und den Tischen der Restaurants. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Zugwaggons halten in Aguas Calientes direkt vor den Hotelfenstern und den Tischen der Restaurants. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Die Ortschaft Aguas Calientes bei Machu Picchu erreicht man nur mit dem Zug - oder zu Fuß. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Ortschaft Aguas Calientes bei Machu Picchu erreicht man nur mit dem Zug - oder zu Fuß. Foto: Philipp Laage/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Der Ort Aguas Calientes ist mehr oder weniger nur eine Ansiedlung von Häusern direkt am Bahnsteig. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Ort Aguas Calientes ist mehr oder weniger nur eine Ansiedlung von Häusern direkt am Bahnsteig. Foto: Simone A. Mayer/dpa-tmn © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Wenn es in Machu Picchu so etwas wie den Zauber der Inkas gibt, dann nicht um 8.00 Uhr morgens. Im Minutentakt tuckern die Busse den Berg hinauf zu Perus wichtigster Sehenswürdigkeit und spucken laute Touristen aus.

Ein schmaler Gang, begrenzt von dichtem Grün, führt nach oben. Es ist nicht weit, doch hier in den Anden auf rund 2400 Metern sind solche Aufstiege anstrengend. Ältere Männer mit Krücken werden hochgeführt, Eltern mit Kleinkindern weitergedrängelt. Jemand beschwert sich über den fehlenden Aufzug, mitten in den peruanischen Bergen.

Spektakel auf 2.400 Metern

Irgendwann öffnet sich der Pfad hin zu den ersten breiteren Terrassen, die auf dem Hang gegenüber der Inka-Zitadelle Machu Picchu liegen. Es ist das typische Fotomotiv, jeder kennt es, und jetzt will es jeder haben. Hier knutschen Pärchen vor der Linse, einer macht einen Handstand. Omas, Opas und Freunde werden per Video-Telefonie zugeschaltet. Es gibt einen Heiratsantrag.

Für die Inkastadt Machu Picchu gibt es verwirrende, geradezu abstrus klingende Pläne. Die imposante Ruine aus dem 15. Jahrhundert steht bei vielen Reisenden auf der Einmal-im-Leben-Liste. «Peru ohne geht nicht», hört man immer wieder in Gesprächen.

Infrastruktur für mehr Urlauber aus aller Welt Da die ganze Region viel Geld mit den Touristen verdient, hat sie eine für Peru gute Infrastruktur geschaffen, um die Massen nach Machu Picchu zu karren. Und man will noch besser werden. Es wird der Bau eines internationalen Flughafens in der Nähe vorbereitet, zusätzlich zum Airport von Cusco.

Außerdem wurde kürzlich die Zuganbindung verbessert: Reisende kommen inzwischen direkt von Cusco zur Ortschaft Aguas Calientes, dem Ausgangspunkt für einen Besuch von Machu Picchu.

Schäden, Warnungen von Unesco und doch ein bisschen Zauber

Experten der Unesco warnen seit Jahren vor den Schäden durch die steigenden Touristenzahlen. Die Behörden reagieren inzwischen. So ist seit Juni 2019 der Zugang zu drei wichtigen Sehenswürdigkeiten innerhalb der Stadt begrenzt: Der Sonnentempel, der Tempel des Kondors und der Intihuatana-Stein sind nur stundenweise zugänglich.

Machu Picchu selbst ist beeindruckend - keine Frage. Die auf künstlich angelegten Terrassen gebaute Zitadelle liegt auf einem Bergrücken und besteht aus mehr als 200 Bauten - eingebunden in ein spektakuläres Bergpanorama.

Inka-Kitsch, schlechtes Essen und immer wieder anstehen

Doch zu einem Besuch vom Machu Picchu gehört unweigerlich auch ein sehr gegensätzlicher Aufenthalt: In Aguas Calientes landet jeder Besucher. Die Waggons halten direkt vor den Hotelfenstern und den Tischen der Restaurants. Standard auf der Karte sind Pizza, Burger, chinesische Nudeln, Mailänder Schnitzel und das Angebot «vier Pisco für einen». Dazwischen spielt eine Band immer wieder «Despasito» - auf Flöten. Den Hauptplatz zieren lange Girlanden, ganz viel Leuchtreklame und kitschige Inka-Figuren.

In der Dorfmitte befindet sich die Bushaltestelle. Gerade am Morgen staut sich hier eine lange Schlange Touristen auf. Jeder besitzt eine Eintrittskarte mit fester Einlasszeit - und viertelstündlich fährt einer der 26 Busse die Serpentinen nach oben. Je nachdem, wann man dort ankommt, geht es erstmal weiter in die nächste Schlange am Einlasstor.

Eine Stunde Machu Picchu, Alternativen und ein schlechtes Gewissen

An diesem Tag in der Nebensaison ist wenig los, versichert der Reiseführer. Nach den ersten Fotospots verläuft sich die Menge auf dem weiten Gelände. Trotzdem ist das Programm der meisten Guides streng: Sie schleusen gerade am Morgen ihre Gruppen in nur einer Stunde hindurch, weil sie danach Einlasskarten für die beiden angrenzenden Berge, den Machu Picchu oder Huayna Picchu, haben.

Zwar gibt es auch noch das Machu Picchu für Reisende, die individuellere Erlebnisse suchen. Sie wandern über den Inka-Trail und erreichen die verlassene Stadt bei Sonnenaufgang zu Fuß. Aber die tagelange Wanderung ist beschwerlich.

Alternativ kann man sich eine Eintrittskarte für den allerersten Slot sichern - und zu Fuß die Stätte von Aguas Calientes aus erklimmen. Der Weg dauert rund eine Stunde und führt über steile Treppen. Die Belohnung: Man erreicht die Kultstätte in der Dämmerung und vor den Bussen. So oder so bleibt es aber ein überhasteter Besuch. Und der Eindruck, dass man Teil eines Problems ist.

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