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Kölner Possenspiel beim Stöger-Aus

04.12.2017 - Da wurde wochenlang über ein mögliches Aus von Borussia Dortmunds Trainer Peter Bosz an dieser, wie an vielen anderen Stellen spekuliert, doch als klar schien, dass nach dem 1:1 und der lediglich kämpferisch überzeugenden Leistung gegen nur noch zehn Leverkusener ein Trainerwechsel unumgänglich ist, rief BVB-Manager Michael Zorc einen weiteren Treueschwur (auf Zeit?) aus und sprach in das Mikrofon der SKY-Kollegen: „Wir wollen gemeinsam den Turnaround schaffen!“

  • Aus und vorbei: Peter Stöger musste nach dem 2:2 auf Schalke seinen Hut nehmen, verabschiedete sich aber erhobenen Hauptes von den Kölner Fans - Foto: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa...

    Aus und vorbei: Peter Stöger musste nach dem 2:2 auf Schalke seinen Hut nehmen, verabschiedete sich aber erhobenen Hauptes von den Kölner Fans - Foto: Anke Waelischmiller/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Das Dreamteam: Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke, der am 23. Oktober gehen musste, und Peter Stöger erlebte der 1. FC Köln einen kaum für möglich gehaltenen Aufschwung – Foto: Stefan Puchner © dpa – Deutsche...

    Das Dreamteam: Mit Sportdirektor Jörg Schmadtke, der am 23. Oktober gehen musste, und Peter Stöger erlebte der 1. FC Köln einen kaum für möglich gehaltenen Aufschwung – Foto: Stefan Puchner © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Karneval im Mai: 2014 führte Peter Stöger den FC mit einem 4:0 gegen St. Pauli zur Meisterschaft in der 2.Liga und zum Aufstieg – Foto: Rene Traut/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche...

    Karneval im Mai: 2014 führte Peter Stöger den FC mit einem 4:0 gegen St. Pauli zur Meisterschaft in der 2.Liga und zum Aufstieg – Foto: Rene Traut/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Auf den ehemaligen Nationaltorwart Harald Schumacher kommt eine Schlüsselrolle zu, um den Kölschen Klüngel wieder zu vereinen - Foto: Elmar Kremser/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur

    Auf den ehemaligen Nationaltorwart Harald Schumacher kommt eine Schlüsselrolle zu, um den Kölschen Klüngel wieder zu vereinen - Foto: Elmar Kremser/SVEN SIMON © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Den wollten die Verantwortlichen und das Trainerteam auch beim 1. FC Köln gemeinsam erreichen und verpassten dabei wochenlang den unumgänglichen Zeitpunkt der Trennung vom völlig zu Recht allseits geschätzten Coach Peter Stöger. Trotz der fragwürdigen Einstellung des historisch schlechtesten Bundesligastarts aller Zeiten, schienen die handelnden Personen entweder emotional zu sehr „verhaftet“ mit Stöger, oder sie waren überfordert. Nun aber die Trennung direkt vor zwei „englischen Wochen“ und der darauf folgenden Winterpause zu vollziehen, stößt nicht nur bei mir auf Unverständnis.

Fehlendes Verständnis

Dieses Unverständnis steigerte sich bei mir am Wochenende dann direkt in Fassungslosigkeit. Fassungslosigkeit über ein Vorgehen, das seit Wochen planbar war oder besser: gewesen wäre! Planbar durch einen kompetenten Sportdirektor, den es aber bereits vor sechs Wochen getroffen hatte. Jörg Schmadtke musste in einer Phase seinen Platz räumen, als man ihn und seine Kompetenz eigentlich für die Rekrutierung eines geeigneten Stöger-Nachfolgers benötigt hätte. Dafür kokettierten die FC-Verantwortlichen aber lieber mit Hannovers Manager Horst Heldt, der laut Aussage von FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle eigenständig hat am Geißbock-Heim anklopfen lassen, „sogar mit dem Rad aus Hannover kommen wollte“ und nach Aussage von Präsident Werner Spinner glaubhaft versichert habe, „1000%ig“ aus seinem Vertrag freizukommen, was 96-Präsident Martin Kind sowie Heldt selbst gänzlich gegenteilig beurteilten. Dass Heldt nunmehr ein Kandidat für die Geschäftsführung der Niedersachsen sein soll, lässt die Darstellung der Kölner nicht zwingend glaubhafter erscheinen.

Fehlende Glaubwürdigkeit


Der Glaube ist mir dann übrigens am Freitag und Samstag immer mehr abhandengekommen, weil zum einen Kölns Coach bereits am Freitag äußerte, dass die Partie gegen Schalke seine letzte sein würde (eine Trennung aber von offizieller Seite weiter dementiert wurde) und dann am Samstag auch noch durchsickerte, dass sich U-19-Coach - und nun auch interimsweise (bis zur Winterpause) Stöger-Nachfolger - Stefan Ruthenbeck bereits von seinem Team verabschiedet hatte… Auf der Pressekonferenz zur Stöger-Entlassung am Sonntagmittag gestand FC-Präsi Spinner dann immerhin ein, "dass da einiges nicht gut gelaufen sei.“  Irgendwie ja dann auch passend zum Gesamtbild des Saisonverlaufs!

Fehlende Kompetenz

Überhaupt wurde die Pressekonferenz  zu einem reinen Possenspiel, das auf eindeutige Fragen der Kollegen zu einer nachhaltigen Trainerlösung ab der Winterpause sowie bezüglich eines Sportdirektor, die meines Erachtens Priorität haben sollte und der Trainersuche voran gestellt sein muss, gab es nur (aus)flüchtige Statements. Insbesondere die mögliche Personalie „Dietmar Beiersdorfer“, der laut dem Kölner Express vorliegenden Informationen am Samstag ein Treffen in einem Kölner Hotel mit Kölner Verantwortlichen hatte, wurde von Werner Spinner mit den Worten „der war hier vielleicht für einen Weihnachtsmarktbesuch“ eher unbeholfen kommentiert. Dazu passte übrigens dann auch das Eingeständnis, dass man die interne Kommunikation der Gremien überprüfen müsse, damit etwaige Indiskretionen künftig vermieden werden.

Fehlende Hoffnung

Bei allem Respekt vor Peter Stögers hervorragender Arbeit in den vergangenen vier Jahren kann ich nur hoffen, dass er selbst die Initialzündung zur nun erfolgten Trennung gegeben hat. Denn alles, was der 51-Jährige an Fachwissen, Erfahrung, Charisma und Sympathie vorzuweisen und eingebracht hat, scheint den Verantwortlichen aus meiner Sicht derzeit abhandengekommen. In Köln fehlt es an viel mehr, als nur an Punkten. Mach et jot, Peter!

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