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Fritz Kalkbrenner: Zurück zu den neuen Wurzeln

16.03.2020 - Sein Gesang zu einer Elektro-Hymne machte ihn weit bekannt. Seitdem hat Fritz Kalkbrenner mehrere Alben veröffentlicht, zuletzt auch ohne Gesang. Auf seinem neuen Album kehrt seine Stimme zurück. Es soll Rückkehr und Update zugleich sein.

  • Fritz Kalkbrenner singt wieder. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Fritz Kalkbrenner singt wieder. Foto: Annette Riedl/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Seine Stimme kennen viele. Mindestens seitdem Fritz Kalkbrenner 2008 den Gesang zum Hit «Sky and Sand» beigesteuert hat, und er und sein Bruder Paul mit dem Titel insgesamt 129 Wochen in den deutschen Single-Charts vertreten waren.

Noch häufiger hat das nur der alljährlich wiederkehrende Weihnachtssong «Last Christmas» von Wham! geschafft. Jetzt ist diese Stimme zurück. Mit «True Colours» ist jetzt Fritz Kalkbrenners sechstes Studioalbum erschienen. Es soll Rückbesinnung und Weiterentwicklung zugleich sein.

Auf dem Vorgängeralbum «Drown» hatte sich der heute 38-Jährige erstmals eine Gesangspause verordnet. Zuvor sei er nach immer ambitionierteren Alben auf einem «Hochplateau» angelangt und etwas im Kreis gegangen, erklärt der Produzent und Sänger im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. «Ergo war das fünfte Album ganz reduziert, auch wieder so eine Rückkehr.»

Auf seinem neuen Album singt Kalkbrenner nun wieder. «Back to the Roots» gelte auch für dieses Album in vielerlei Hinsicht. Es ist zum Beispiel zu 100 Prozent elektronisch produziert und verzichtet im Gegensatz zu früheren Alben auf Studiomusiker. «Nichtsdestotrotz war mir schon zu einem frühen Zeitraum bewusst, dass ich ein Soundupdate haben möchte», sagt Kalkbrenner.

Dafür hat er sich Verstärkung von jungen befreundeten Produzenten geholt. Zum Beispiel von Conrad Hensel (Die Fantastischen Vier) oder dem Berliner DJ und Produzenten Ben Böhmer. «Der kann viel besser mit harmonischen Synthies umgehen, als ich es kann», sagt Kalkbrenner. «Das gibt natürlich eine Fülle an Möglichkeiten dann auf den Nummern.»

Das Ergebnis: «True Colours» klingt weniger soulig und deutlich synthetischer als frühere Alben. Hall und übereinander geschichtete Harmonien, statt Gitarrensamples und Claps. Teilweise klingt das etwas überproduziert, beliebig. Ansonsten spannt Kalkbrenner wie schon auf früheren Werken einen großen Bogen: von poppigen Gesangsnummern, über Ambient-Sounds bis hin zu housigen Clubsongs.

Einige Titel stechen textlich hervor: Von harten Zeiten sogar für gläubige Menschen singt er. Von guten Dingen, die schlechten Leuten passieren. Oder von einer bevorstehenden Veränderung. «One day we’ll all belong» - eines Tages werden wir alle dazugehören.

Ist das Album politischer als die Vorgänger? «Die Welt ist ungerecht. Das ist eine Tatsache. Und da darf man auch drüber reden, oder darf man drüber singen», sagt Kalkbrenner, ohne konkret zu werden. Gesellschaftliche Themen seien spürbarer geworden auch durch soziale Medien. «Und dem kann ich mich manchmal wahrscheinlich auch nicht erwehren.»

1981 in Berlin-Lichtenberg geboren, stürzte sich Fritz Kalkbrenner in den 90er Jahre in die aufblühende Techno-Szene der wiedervereinigten Stadt und folgte dabei seinem älteren Bruder, dem erfolgreichen Techno-Produzenten Paul Kalkbrenner. Früher hätten beide noch mehr Zeit gehabt, sich zu ihrer Musik auszutauschen. Das habe abgenommen, sagt der jüngere Kalkbrenner. «Man zeigt sich die Ergebnisse.» Und das Urteil zu «True Colours»? Paul habe ihm ein Emoji geschickt: «Er hat den Daumen hoch gemacht.»

Um die Kreativität Berlins macht sich Fritz Kalkbrenner trotz Debatte um ein Clubsterben keine Sorgen: «Natürlich ist nicht mehr alles so Butter wie früher, dass man jetzt einfach in irgendeine alte verlassene Glühlampenfabrik eine 500-Watt-Anlage reinschiebt und keinem was sagt und dann irgendwie Freitag aufmacht.» Möglichkeiten seien dennoch weiterhin da. Die Räume verlagerten sich lediglich.

Und wann war Kalkbrenner selbst das letzte mal zum Feiern im Club? «Das ist sehr lange her.» Meistens arbeite er dann. Und nach der Arbeit? «Wenn eine Show vorbei ist, guckt man auf die Uhr und rechnet durch, wie lange man schlafen kann, wann man in den Flieger steigt und wann die nächste Show ist.»

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