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Promi-Geburtstage vom 15. Mai 2020: Jasper Johns

15.05.2020 - Wenige Bilder haben einen so hohen Wiedererkennungswert wie Jasper Johns' amerikanische Flaggen. Sie machten den Maler zu einem der einflussreichsten US-Künstler der Nachkriegszeit. Jetzt wird Johns 90 - und will die Bedeutung seiner Bilder immer noch nicht erklären.

  • Der amerikanische Maler, Bildhauer und Grafiker Jasper Johns (1994). Foto: picture alliance / dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der amerikanische Maler, Bildhauer und Grafiker Jasper Johns (1994). Foto: picture alliance / dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Mit einer großen Retrospektive wollen gleich zwei Museen gemeinsam den US-Maler Jasper Johns zu seinem 90. Geburtstag am Freitag (15. Mai) ehren.

«Die radikale und innovative Kunst von Jasper Johns beeinflusst die Künstler von heute weiter wie nur wenige andere», heißt es vom New Yorker Whitney Museum und dem Philadelphia Museum of Art, wo die Ausstellung am 28. Oktober eröffnen sollte. Doch die Corona-Krise hat diese Pläne, wie so viele andere auch, durcheinandergebracht. Die genauen Daten zur Ausstellung «Jasper Johns: Mind/Mirror» würden nun zu einem späteren Zeitpunkt verkündet, heißt es inzwischen auf der Webseite des Whitney Museums.

Johns, der als einer der einflussreichsten und bedeutendsten US-Künstler der Nachkriegszeit gilt und dessen Werke längst Millionen kosten, betreibt unterdessen schon seit Jahrzehnten «social distancing». Er lebt alleine und zurückgezogen auf seinem Anwesen im US-Bundesstaat Connecticut. «Ich gehe nirgendwo mehr hin», sagte Johns jüngst der «New York Times». Aber er arbeite weiter jeden Tag - auch wenn er noch nie gerne über die Bedeutung seiner Bilder gesprochen hat. «Das muss jeder für sich selbst interpretieren. Für mich liegt die Bedeutung im Bild selbst.»

Als Kind musste Johns mit vielen Enttäuschungen kämpfen. Die Eltern des 1930 im US-Bundesstaat Georgia geborenen Künstlers trennten sich früh, Johns wurde in der Familie herumgereicht. «Es gab überhaupt keine Stabilität», erinnert er sich. Er habe sich immer wie ein Gast gefühlt.

Anfang der 50er Jahre flüchtet Johns nach New York. «Ich war nicht abenteuerlustig. Ich hatte eine Art formloser Existenz, in der ich immer Künstler sein wollte, aber ich hatte nicht viel Ausbildung. Ich hatte keinen Kontakt mit Menschen, die Künstler waren.»

In New York lernt er endlich solche Menschen kennen. Der Komponist John Cage, der Tänzer Merce Cunningham und insbesondere der Künstler Robert Rauschenberg werden enge Freunde. Über Rauschenberg lernt er auch den Galeristen Leo Castelli kennen. Castelli hatte an diesem Tag 1958 eigentlich Rauschenberg in dessen Studio besucht, aber Johns wohnte und arbeitete nur einen Stock tiefer. Rauschenberg stellt die beiden einander vor - und Castelli bietet Johns sofort eine Einzelausstellung an. «Für mich war das unglaublich. Es war meine erste Erfahrung mit einer eigenen Ausstellung. Zum ersten Mal hatte ich Kontakt mit wichtigen Leuten in der Kunstwelt.»

Johns hat da gerade die heute so ikonischen amerikanischen Flaggen gemalt - mit in Wachs gelösten Pigmenten auf Collagen aus Zeitungspapier. Fast nebenbei wird er so zum Wegbereiter der Pop-Art. Das MoMA kauft gleich mehrere Werke. Eine patriotische Aussage seien die Fahnen nie gewesen, stellt der Künstler später klar. Nur praktisch. «Ich musste das Motiv nicht mehr entwerfen.»

Wenig später leben Johns und Rauschenberg sich auseinander. Johns zieht sich aus der Großstadt zurück, erst auf eine Insel vor South Carolina, dann auf das Anwesen in Connecticut. Sein Malstil verändert sich, wird abstrakter, dann wendet er sich auch Skulpturen zu - und verbringt viel Zeit mit Sinnieren. «Ich mache mir Sorgen darüber, wie schwierig es ist, Dinge zu erschaffen oder zu wissen, was man machen soll. Es müsste mir doch leicht fallen nach all den Jahren.»

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