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Joe Biden verliert nach TV-Duell stark an Beliebtheit

02.07.2019 - Mehr als 30 Bewerber wollen für die Demokraten gegen Präsident Trump in die Wahl 2020 ziehen. Bislang lag Ex-Vizepräsident Biden weit vorne, doch bei der ersten TV-Debatte hat ihm eine Konkurrentin die Show gestohlen - sie holt nun in einer Umfrage deutlich auf.

  • In der ersten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die US-Wahl 2020 stellten sich der ehemalige Vizepräsident Joe Biden (l-r), Senator Bernie Sanders und Senatorin Kamala Harris kritischen Fragen. Foto:...

    In der ersten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die US-Wahl 2020 stellten sich der ehemalige Vizepräsident Joe Biden (l-r), Senator Bernie Sanders und Senatorin Kamala Harris kritischen Fragen. Foto: Wilfredo Lee/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Nach der ersten TV-Debatte der demokratischen Präsidentschaftsbewerber für die Wahl 2020 hat Spitzenreiter Joe Biden einer Umfrage zufolge stark an Beliebtheit eingebüßt.

In der am Montag veröffentlichten Umfrage im Auftrag des Senders CNN unterstützten nur noch 22 Prozent der Anhänger der Demokraten eine Kandidatur des ehemaligen Vizepräsidenten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump. Das sind 10 Punkte weniger als einen Monat zuvor und sogar 17 Punkte weniger als noch im April.

An zweiter Stelle liegt inzwischen die Senatorin Kamala Harris. 17 Prozent wünschen sich ihre Kandidatur - im Mai waren es nur 8 Prozent gewesen. Auf Harris folgen die Senatorin Elizabeth Warren mit 15 (Mai: 7 Prozent) und der Senator Bernie Sanders mit 14 (Mai: 18 Prozent). Keiner der anderen 18 Kandidaten erreichte 5 Prozent. Gezählt wurden Antworten von 656 registrierten Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren.

Unabhängig von ihrer Präferenz räumten allerdings weiterhin 43 Prozent der befragten Parteianhänger Biden die beste Chance ein, Trump bei der Wahl im November 2020 zu schlagen. Von Sanders glaubten das nur 13 Prozent, von Harris und von Warren je 12 Prozent.

Am Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche hatten sich 20 Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in Miami ihr erstes TV-Duell geliefert. Wegen der vielen Bewerber fanden zwei Runden mit je zehn Kandidaten statt.

Den stärksten Moment der Diskussion am Donnerstag konnte die afroamerikanische Senatorin Harris für sich verbuchen, als sie Biden scharf für Positionen zur Integration von Schwarzen angriff. Bei der Debatte am Mittwoch hatten US-Medien Warren unter den Gewinnern gesehen.

In der CNN-Umfrage sagten 41 Prozent der Befragten, Harris habe sich bei der Debatte am besten geschlagen. An zweiter Stelle lag Warren, allerdings nur mit 13 Prozent. Lediglich 10 Prozent bescheinigten das Biden. Auf diese Frage antworteten 534 registrierte Wähler, die angaben, eingetragene Demokraten zu sein oder zu der Partei zu tendieren und die die Debatten verfolgt haben.

Trump behauptete auf Twitter, er habe im vergangenen Wahlkampf laut Umfragen jede TV-Debatte gewonnen, darunter die drei gegen seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton. Das stimmt so allerdings nicht. In Umfragen nach den Debatten hatte eine Mehrheit Clinton als die Gewinnerin gesehen. Trump schrieb weiter, das jetzige demokratische Feld sehe einfacher aus als Clinton, aber man wisse nie.

Die Vorwahlen, bei denen der Kandidat oder die Kandidatin der Demokraten gegen Trump für die eigentliche Wahl am 3. November 2020 bestimmt wird, beginnen erst im Februar im Bundesstaat Iowa. Bei den Republikanern gibt es außer Trump bislang nur einen weiteren Kandidaten, der für die Partei in die Wahl ziehen will. Dabei handelt es sich um den früheren Gouverneur des US-Bundesstaats Massachusetts, Bill Weld. Ihm werden aber keine nennenswerten Chancen eingeräumt, Trump die Kandidatur der Republikaner streitig zu machen.

Insgesamt wurden für die Umfrage auch zu anderen Themen im Auftrag von CNN 1613 Erwachsene zwischen dem 28. und 30. Juni per Telefon befragt. Nach Angaben des Umfrageinstituts SSRS beschrieben sich davon 32 Prozent als Demokraten und 26 Prozent als Republikaner. 42 Prozent gaben an, unabhängig zu sein oder einer anderen Partei anzugehören.

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