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Gamerdingers Fußball-Kolumne

13.05.2019 - Hach, da können Sie sagen, was sie wollen: Fußball ist und bleibt doch die schönste Nebensache der Welt! Wenn das keine Werbung war, was uns aus deutscher Sicht die Frankfurter Eintracht da auf internationalem Parkett abgeliefert hat. Oder nehmen Sie mal die Champions League Halbfinals. Oder – um zurück in heimische Gefilde zu kommen –, das Bundesliga-Finale. Mich wundert jetzt gar nichts mehr. Nicht mal, wenn Borussia Dortmund jetzt doch noch Deutscher Meister würde. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Frankfurter Adler hätten großen Spaß daran, den Bayern und ihrem Ex-Coach Niko Kovac die Meisterschaftssuppe zu versalzen…

  • Das Zittern geht für Bayern-Trainer Nico Kovac weiter. Wird er am Samstag nicht Meister, war es für Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine „Scheiß-Saison“, die Kovac wohl seinen Job kosten würde. © picture alliance...

    Das Zittern geht für Bayern-Trainer Nico Kovac weiter. Wird er am Samstag nicht Meister, war es für Sportdirektor Hasan Salihamidzic eine „Scheiß-Saison“, die Kovac wohl seinen Job kosten würde. © picture alliance / dpa / Stefan Matzke / augenklick / sampics

Läuft bei den Engländern

Seit Royal-Baby „Master Archie“ die Engländer mit seiner Geburt erfreut hat, läuft es irgendwie wieder bei den Briten – zumindest im Fußball. Nach 2007 (Manchester United gegen FC Chelsea) kommt es bei der Partie FC Liverpool („Chapeau, Mr. Klopp“!) gegen Tottenham nicht nur zum zweiten Mal in der Geschichte der Champions League zu einem rein englischen Endspiel, sondern auch im Finalspiel der Europa-League treffen mit Chelsea und Arsenal zwei englische Teams aufeinander – und beide sind dort beheimatet, wo der Buckingham Palace steht: in London!

Geld schießt doch Tore

Damit bestreiten vier der aktuellen englischen „Top Five“-Teams die Europacup-Endspiele. Vier Vereine, die vollgepumpt mit Geld von Investoren fantastische Leistungen abgerufen und großartige Einzelspieler in ihren Reihen haben. All diese Großverdiener haben uns in den vergangenen Wochen mehrfach gezeigt, dass Geld doch Tore schießen kann und die gern mal herangezogene Floskel „Geld schießt keine Tore“ keine Allgemeingültigkeit (mehr) zu haben scheint – oder je hatte. Die hier schon häufiger geäußerte Kritik, dass die Schere in diesem Kommerz-Wahnsinn immer weiter auseinander geht (und Liverpool mit 97 Punkten eben nur Vizemeister wird), bleibt natürlich bestehen. Aber man kann sich ja auch mal einfach an Weltklasse-Fußball erfreuen.

Motivation als Schlüssel

Der Schlüssel, wie man Fußball-Millionäre zur mannschaftlichen Geschlossenheit und Höchstleistungen treiben kann, könnte durchaus im Bereich Motivation liegen. Zumindest hat Liverpools Coach Jürgen Klopp die Seinen offensichtlich an der Ehre packen können, als er ihnen vor dem Rückspiel und dem aussichtslos erscheinenden 0:3-Rückstand gegen Barcelona in der Kabine sagte: „Eigentlich ist es unmöglich, diesen Rückstand noch aufzuholen und das Finale zu erreichen. Aber wenn das irgendjemand schaffen kann, dann ihr!“ Was danach auf dem Rasen der Anfield Road passierte, dürfte die meisten vom Hocker gehauen haben – mich übrigens auch. Das gilt natürlich ebenso für die überragende Leistung der „Spurs“ im sensationellen Spiel bei Ajax Amsterdam. Diese wunderbaren Fußball-Geschichten inklusive der 96. Spielminute lassen einen doch schon mal den manchmal tristen Bundesliga-Alltag vergessen.

Matchball vergeben

Alles andere als Trist verlief dagegen der vorletzte Spieltag, denn die Bayern hatten ihre Meisterschaftspläne ohne die Leipziger (und die kalibrierte Linie des VAR) gemacht, die Allerlei dagegen hatten und mit dem 0:0 die Spannung im Kampf um die berühmte „Salatschüssel“ bis zum Final-Wochenende hochhalten. Das wiederum sorgte für eine gewisse Euphorie beim großen Bayern-Kontrahenten Dortmund, der nach dem erquälten Sieg gegen Düsseldorf auf Schützenhilfe aus Frankfurt hofft, während er selbst in Mönchengladbach mit einem Sieg die Meisterchance wahrnehmen will. Das Beste an der Konstellation ist aber, dass sowohl Frankfurt als auch Gladbach Vollgas geben müssen, denn für beide Teams geht es um die noch mögliche Champions-League-Qualifikation. Mehr Spannung geht nicht!

Raus mit Applaus

Im Tabellenkeller ist dagegen und wie hier schon Mitte Februar thematisiert und erwartet alles geregelt: Verabschieden müssen wir uns mal wieder vom 1. FC Nürnberg, der als nunmehr neunmaliger Absteiger absoluter Rekordhalter im „Fahrstuhl fahren“ ist. Imponiert haben mir aber die Anhänger der Franken, die beim Abschieds-0:4 gegen Gladbach das Stadion zu einem Tollhaus machten und sich als deutlich erstligatauglicher zeigten als das Personal auf dem Platz. Das war in Hannover nicht ganz so, denn dort „schenkten“ die 96-Profis ihrem Anhang zum sechsten Abstieg immerhin noch einen Heimsieg. Am aufsehenerregendsten war dabei – wie in den vergangenen Wochen schon – Trainer Thomas Doll, der in seiner Coaching Zone mit jedem Grashalm per du sein dürfte. Ein ähnliches Laufpensum legte zuletzt der Gladbacher Alt-Star „Hacki“ Wimmer in den Siebzigern zurück...

Hoffen und Bangen

Bester der drei Letztplatzierten und damit völlig zu Recht erster feststehender Teilnehmer der Relegation ist übrigens der VfB Stuttgart, der sich mit einer Energieleistung gegen zahn- und harmlose „Wölfe“ den 16. Rang redlich verdiente. Gegen wen sich der VfB dann den Klassenerhalt sichern kann, wird sich allerdings erst am nächsten Wochenende entscheiden (Paderborn oder Union Berlin). Dem 1.FC Köln wird es egal sein, denn der ist erfreulicherweise bereits wieder aufgestiegen. Kölle Alaaf!

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