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Hamburger Chaostage gehen weiter

13.03.2018 - Dachten Sie auch vor etwa einer Woche, dass es beim Bundesliga-Gründungsmitglied Hamburger SV nicht noch schlimmer kommen könnte? Dann lagen Sie genauso falsch wie ich! Geht nämlich doch: Schwer angeschlagen wankte der Dino nach München, holte sich beim 0:6 die achte Packung in Folge dort ab (0 Punkte und 3:50 Tore in den vergangenen acht Jahren!!!), zeigte quasi null Gegenwehr, ließ sich mangels sportlicher Leitung von Organisationsmanager Bernd „Fummel“ Wehmeyer öffentlich vertreten und „entsorgte“ am heutigen späten Vormittag, nach nur sieben Wochen und sieben sieglosen Spielen, Trainer Bernd Hollerbach. Respekt!

  • Danke für nichts! Nach dem 0:6 in München muss sich Bernd Hollerbach von seinen Spielern verabschieden. Nun folgt mit Christian Titz der 19. HSV-Trainer in den vergangenen zehn Jahren - Foto: Frank Hoermann/Sven Simon © dpa...

    Danke für nichts! Nach dem 0:6 in München muss sich Bernd Hollerbach von seinen Spielern verabschieden. Nun folgt mit Christian Titz der 19. HSV-Trainer in den vergangenen zehn Jahren - Foto: Frank Hoermann/Sven Simon © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Nur noch Peters: Der ehemalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters ist beim HSV als Direktor Sport tätig und erklärte am Montagnachmittag die Neuausrichtung. Die soll klar Richtung Klassenerhalt gehen... – Foto: Christian...

    Nur noch Peters: Der ehemalige Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters ist beim HSV als Direktor Sport tätig und erklärte am Montagnachmittag die Neuausrichtung. Die soll klar Richtung Klassenerhalt gehen... – Foto: Christian Charisius © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • Augen zu und durch: Auf Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia kommen nach dem 0:3 gegen Hoffenheim schwere Zeiten zu. Von den eigenen Fans wird er bereits verhöhnt - Foto: Avanti-Fotografie © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH	 / dpa –...

    Augen zu und durch: Auf Wolfsburgs Coach Bruno Labbadia kommen nach dem 0:3 gegen Hoffenheim schwere Zeiten zu. Von den eigenen Fans wird er bereits verhöhnt - Foto: Avanti-Fotografie © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

  • In den vergangenen Jahren waren die Werder-Fans die Garanten des Klassenerhalts. Nun blieben gegen Köln viele Plätze frei, weil sich die Anhänger deutschlandweit gegen den Montag-Termin auflehnen – Foto: Marvin Ibo...

    In den vergangenen Jahren waren die Werder-Fans die Garanten des Klassenerhalts. Nun blieben gegen Köln viele Plätze frei, weil sich die Anhänger deutschlandweit gegen den Montag-Termin auflehnen – Foto: Marvin Ibo Güngör © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH / dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Läuft irgendwie gerade bei den Hanseaten. Es könnte in der aktuellen Situation kein abwegiger Gedanke sein, dass Groß-Investor Klaus-Michael Kühne seine HSV-Anteile und den Stadionnamen vor lauter Frust noch mal eben an KiK oder PENNY verscherbelt… Aber im Ernst: Es ist schon ein trauriges Bild, was aus dem einstigen Vorzeige-Klub und ärgstem Bayern-Gegner im Laufe der vornehmlich vergangenen zehn Jahre geworden ist. Aber irgendwie scheint der neue HSV e.V.-Vorsitzende und Vorsitzende des Aufsichtsrates (also quasi ein Eigen-Kontrolleur!) Bernd Hoffmann bei all dem Durcheinander noch einen klaren Blick für die Situation zu haben.

U-21 Coach Retter in der größten Not
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Nachdem der vermeintliche Retter Bernd Hollerbach mit nur drei Punkten aus sieben Spielen als erfolglosester HSV-Trainer aller Zeiten in die Klub-Historie eingegangen ist, soll nun der bis dato erfolgreiche U-21-Coach Christian Titz (Tabellenführer der Regionalliga Nord) zusammen mit den letzten „Willigen“ im Volkspark das Ruder noch rumreißen  – oder besser:  die Saison mit Anstand und Würde zu Ende spielen. Danach soll dann zum wiederholten Mal der Reset-Knopf gedrückt und der Neuaufbau in der zweiten Liga auf den Weg gebracht werden. Unter welcher sportlicher Hauptverantwortlichkeit das dann sein wird, steht allerdings noch in den vergilbten Sternen des HSV-Trikots, denn einen neuen Sportvorstand oder –Direktor gibt es noch nicht!

So lange soll ein Mann helfen, auf den lange niemand mehr gekommen ist: Thomas von Heesen. Der 56-Jährige hatte eine große Zeit als HSV-Spieler, schoss 99 Tore in 368 Bundesligaspielen. Er war Trainer, Manager, Aufsichtsratmitglied (immerhin sieben Monate beim HSV) und soll nun Christian Titz unter die Arme greifen, weil er sich in der Bundesligaszene so gut auskennt. Dort war er übrigens zuletzt 2008 tätig - als Trainer des 1. FC Nürnberg. Immerhin kommt dank dieser Personalie endlich mal ein neuer HSV-Witz auf den Markt: "Es wird gemunkelt, dass Bernd Hoffmann alle Ex-HSVer abtelefoniert hat - und beim Buchstaben V hat endlich mal einer das Gespräch nicht weggedrückt"...



„Rekordjäger“ kommt aus Wolfsburg

Sucht man allerdings einen ähnlich erfolglosen Trainer wie den in Hamburg geschassten Hollerbach, dessen persönliche Bilanz gar 24 Ligaspiele (17 davon mit Zweitligaabsteiger Würzburg) in Folge ohne Sieg ausweist, muss man nur bummelige 200 km weiter südlich nachfragen, nämlich in Wolfsburg. Dort sitzt der ehemalige HSV-Retter Bruno Labbadia in gleicher Mission beim VfL auf dem Trainerstuhl. Der hatte vor seiner Freistellung in Hamburg fünfmal in Folge nicht gewinnen können und packte aktuell noch drei erfolglose VfL-Spiele oben drauf. Anstatt die „Wölfe“ in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren, zeigt die Tendenz klar in Richtung Relegationsplatz. Mit 25 Punkten nach 26 Spieltagen steht der VfL zu diesem Zeitpunkt der Saison so schlecht wie nie zuvor da. Nachtigall, ick hör Dir trapsen…

Montagsspiele in der Diskussion

Aus dem ganzen Schlamassel da unten könnte Werder Bremen sich heute Abend mit einem Heimsieg gegen den 1.FC Köln endgültig verabschieden. Nicht dabei sein wollen dann die Ultras des SV Werder, die sich entschlossen haben, den vieldiskutierten Montag-Spieltermin zu boykottieren. Kann ich nachvollziehen, denn für Anhänger – und hier besonders für Gästefans – ist der Montagabend eigentlich ein „NoGo“, weil mit einem geregelten Berufsleben kaum vereinbar. Doch geht die Kritik an die Spielplaner beziehungsweise die DFL in die richtige Richtung? Laut DFL sind die lediglich fünf Montagspiele „auf Wunsch der Vereine angesetzt worden“. Und zwar, um den donnerstags im Europapokal aktiven Klubs eine entsprechende und gegenüber den Mitstreitern angemessene und faire Regenerationsphase zu schaffen. Ob das die Fans milder stimmt? Viel Spaß heute Abend bei der Partie zwischen Werder und Köln, unseren Europacup-Aushängeschildern!

Milder werden immerhin die Temperaturen so langsam. Dann macht auch das Feiern „outdoor“ wieder mehr Spaß. Könnte nämlich sein, dass am nächsten Wochenende in München Bedarf dafür entsteht. Gewinnen Schalke und Dortmund Ihre Spiele nicht, der FC Bayern aber am Sonntag in Leipzig, dann feiern die Bayern die kalendarisch früheste Meisterschaft aller Zeiten. Vor dem Osterhasen... „Oans, zwoa, g’suffa!

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