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Deutscher Sportwettenverband für Nachbesserungen bei Regulierung

04.03.2020 - Seit Januar ist klar, dass es bezüglich des neuen Glücksspielstaatsvertrags auch Regelungen rund um das Online-Glücksspiel und Sportwetten geben wird. Zuletzt gab es für die beteiligten Parteien die Möglichkeit, sich den Entwurf des Vertrags einmal anzuschauen. Dies wird durchgeführt, damit Änderungsvorschläge besprochen werden können. Genau dieses Recht nimmt der Deutsche Sportwettenverband nun wahr, denn er hat einige Nachbesserungen vorgeschlagen. Dieser Artikel schaut sich die bisherige Planung und die gewünschten Änderungen einmal an.

  • Die Regulierung von Sportwetten und Online-Glücksspiel schreitet in Deutschland voran.  © Unsplash.com / Thomas Serer

    Die Regulierung von Sportwetten und Online-Glücksspiel schreitet in Deutschland voran. © Unsplash.com / Thomas Serer

Welche Änderungen sind geplant?

Wenn auch beständig über die Einschränkungen und Regelungen gesprochen wird, so muss zuerst gesagt werden, dass die neue Auflage des Glücksspielstaatsvertrags positive Merkmale hat. Diesbezüglich sind sich auch die betroffenen Branchen einig. Durch die Änderung gelangt das Online-Glücksspiel nun endlich in den Vertrag, was gleichzeitig bedeutet, dass es Lizenzen für Sportwettenanbieter und Online-Casinos gibt. Der Umweg über eine EU-Lizenz aus Malta oder Gibraltar entfällt somit bald, denn die Anbieter können unter »deutscher Flagge« agieren. Auch werden die Lizenzen deutschlandweit gelten, was bislang hinsichtlich der Lizenzen aus Schleswig-Holstein nicht der Fall ist. Diese gelten nur für das Bundesland. Geplant ist neben der Lizenzvergabe:

- Einzahlungslimit – künftig sollen Spieler nur noch 1.000 Euro monatlich für Sportwetten einzahlen dürfen. Dieses Limit gilt ebenfalls für Online-Casinos; Gewinne werden nicht berücksichtigt. Unklar ist indes, ob sich die Einzahlungen plattformübergreifend summieren. Beispiel: Ein Spieler wettet für 500,00 Euro auf Sportwetten und zockt zudem für 500,00 Euro im Online-Casino. Hat er nun das Limit erreicht? Auch die Zählung von Einzahlungen bei verschiedenen Buchmachern ist bislang nicht offiziell geklärt.

- Mehrere Accounts – es soll nicht mehr möglich sein, parallel mit mehreren Accounts zu spielen. Auch hier gibt es Unklarheiten. Sind mehrere Accounts generell verboten, darf nur nicht gleichzeitig gewettet werden? Wie wird es kontrolliert?

- Sperrliste – Spieler können sich künftig auf eine zentrale Sperrliste setzen lassen, wenn sie fürchten, in die Spielsucht abzurutschen. Anbieter dürfen diesen Spielern nun kein Spiel erlauben. Doch auch Spieler, die einem Buchmacher oder Casinobetreiber negativ aufgrund ihres gefährdeten Verhaltens auffallen, können gesperrt werden.

- Live-Wetten – sie sollen streng reglementiert und teilweise verboten werden. Gerade die Ereigniswetten (erste Gelbe Karte, erster Einwurf, wer foult am häufigsten) sollen wegfallen, da von ihnen scheinbar eine besonders hohe Suchtgefahr ausgeht.

- Behörde – es wird eine zentrale Glücksspielbehörde geschaffen, die für die Lizenzierung, Überwachung und auch für die Sperrdatei zuständig ist. Welche Befugnisse ihr sonst noch obliegen, ist offen.

Insbesondere die Unklarheiten müssen beseitigt werden. Um Mehrfachaccounts allgemein oder auch zeitgleich zu überwachen, müssten Daten abgeglichen werden. Dasselbe gilt für die Überwachung eines Einzahlungslimits, wenn dieses nicht plattformbezogen ist. In diesen Punkten weisen Datenschützer schon jetzt auf Unsicherheiten hin, zumal das Verhindern von der parallelen Nutzung von Mehrfachaccounts wiederum eine Netzsperre bedeuten müsste.

Was sagt der Sportwettenverband?

Der Sportwettenverband begrüßt die Regelungen, wenngleich er Nachbesserungen fordert. Die Kritikpunkte:

- Live-Wette - der Verband befürchtet, dass sich in Deutschland lizenzierte Angebote nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen könnte. Da diese weiterhin jegliche Live-Wetten anbieten würde, stünden die Sportwettenanbieter in Deutschland schlechter da. Zugleich würde diese Praxis das Abdriften von Spielern zu illegalen Angeboten fördern.

- Überwachung - hier wird der Datenschutz angeführt. Da Spieler künftig hinsichtlich ihrer Einzahlungen und Accounts, aber auch des Spielverhaltens überwacht werden würden, könnte das dem Datenschutz widersprechen. Behörde - sie sollte mehr Freiheiten erhalten, damit sie sich auf die Dynamik des Internets einstellen kann. Arbeitet die Behörde nach einem sehr starren Regelwerk, wäre zu befürchten, dass sie dem tatsächlichen Geschehen auf dem Glücksspielmarkt hinterherläuft.

- Vorschlag - da auch Online-Casinos reguliert werden sollen, doch auch nun schon sehr gefragt sind, schlägt der Verband vor, eine Übergangsregelung zu schaffen, unter deren Flagge die Casinos schon heute legal arbeiten können. Diese Anbieter könnten dann im Sommer 2021 nahtlos ins System übertragen werden. Dieser Vorschlag ist besonders deshalb sinnvoll, weil angedacht wird, dass aktuelle Sportwettenanbieter und Casinos ihre Dienste bis zur endgültigen Regelung einstellen sollen. Während dieser Zeit würden aber Schwarzmarktanbieter die entstehenden Lücken einnehmen.

Der Sportwettenverband ist nicht der Einzige, der sich meldet. Auch der Automatenverband schlug Änderungen vor, die natürlich in die Richtung der örtlichen Spielhallen geht. Diese werden weiterhin strikt reglementiert, trotz der baldigen Legalisierung von Online-Casinos.

Was sollten Tippfreunde beachten?

Es ist müßig, heute schon die Änderungen in die Suche nach einem Sportwettenanbieter mit einzubeziehen. Da sich viele Tippfreunde jedoch ihren »Stammbuchmacher« suchen möchten, der natürlich auch im kommenden Jahr noch erreichbar sein muss, ist es sinnvoll, auf verschiedene Punkte zu achten. Spannende Anbieter finden sich in dieser Auflistung von bestcasinosites.net.

Dabei sind folgende Aspekte wichtig:

- Lizenz – die Wahrscheinlichkeit, dass die aktuell in Schleswig-Holstein lizenzierten Anbieter auch eine deutschlandweite Lizenz beantragen und erhalten, ist hoch. Daher können sich Tippfreunde an dieser Liste orientieren.

- Bewerbung – bereits vor Jahren bewarben sich Sportwettenanbieter um eine Lizenz, die jedoch nie vergeben wurde. Viele Namen stimmen mit der Liste aus Schleswig-Holstein überein.

- Alternativ – eine EU-Lizenz, also eine Lizenz von Malta oder Gibraltar ist grundsätzlich notwendig und für Tippfreunde die Garantie, dass aktuell schon eine Kontrolle der Angebote stattfindet.

Ansonsten ist es wichtig, sich die Quoten des Buchmachers anzuschauen. Sie variieren zwar je nach Sport, Spiel und bei Großereignissen, doch zeigt sich im Vergleich recht schnell, wer immer gute Quoten bietet. Ebenso ist aber die Auszahlungsquote wichtig. Diese sagt aus, wie viel Geld der Buchmacher vom Gewinn einbehält. Bei einer Quote von 95 Prozent würde ein Tipper bei einem Gewinn von 100,00 Euro nur 95,00 Euro erhalten.

Der DSWV fordert noch Nachbesserungen an den Regulierungsvorschlägen.  © Unsplash.com / Bill OxfordDer DSWV fordert noch Nachbesserungen an den Regulierungsvorschlägen. © Unsplash.com / Bill Oxford

Fazit - die Verhandlungen beginnen

Im März treffen sich die Ministerpräsidenten der Bundesländer zum ersten Mal und verhandeln über die geplanten Regelungen. Aktuell dürfte jedoch nicht nur der Inhalt kontrovers diskutiert werden, sondern auch die Platzierung der Glücksspielbehörde. Hessen, NRW, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sind nur einige Länder, die die Behörde gerne innerhalb ihrer Bundeslandgrenzen hätten. Hinsichtlich der Live-Wetten ist jedoch Daumendrücken geraten. Das generelle Verbot beziehungsweise die starke Einschränkung wird schon länger diskutiert, da muss gehofft werden, dass die Anmerkungen des Verbands und weiterer Kritiker erhört werden.

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