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Kleines ABC der Wett- und Casinowelt

19.10.2018 - Ob beim Fernsehgucken oder zu passender Gelegenheit selbst, immer wieder begegnen einem im Umfeld von Casinos und Wetten Sprüche, die nur wenig aussagen. Unser ABC deckt sie auf.

  •  © pixabay.com / GregMontani

    © pixabay.com / GregMontani

Wieso gewinnt die Bank, wenn man doch am Roulettetisch steht? Ist drei zu fünf eine gute Quote? Und was ist eigentlich ein Dealer? In der großen Welt zwischen Sportwette, Kartentisch und Roulette-Kessel hat sich eine ganz eigene Sprache etabliert. Und wer mitmachen will, sollte zumindest die Grundbegriffe beherrschen. Keine Sorge, der folgende Artikel liefert sie.

All-In

Kennt man praktisch ausschließlich vom Pokerspielen. Dabei setzt ein Spieler all seine verbliebenen Jetons gleichzeitig ein. Alle anderen Spieler, die weniger haben, werden dadurch gezwungen, ebenfalls all-in zu gehen, um weiterzuspielen. Das kann beispielsweise dann der Fall sein, wenn man bluffen will und so die anderen dazu bringen, aus dem Spiel auszusteigen. Obwohl man ein schlechtes Blatt hat, kann man so dennoch gewinnen. Aber: Hohes Risiko.

Annonce

Kommt nur am Roulettetisch vor. Der Croupier bittet in dem Fall die Spieler, ihre Annoncen zu machen. Das bedeutet soviel wie, dass diese ihm nun, gegen Zahlung von entsprechenden Jeton-Werten, sagen, was genau sie spielen möchten. Wenn man also beispielsweise auf „35 schwarz“ setzen möchte, annonciert man das gegenüber dem Croupier.

Auszahlungsquote

Ein Begriff aus dem Wettbereich. Die Auszahlungsquote ist letztendlich das, was der Spieler tatsächlich an Gewinn zurückbekommt. Es ist die normale Quote (siehe dort) abzüglich dessen, was der Anbieter als seine eigene Marge zurückhält. Steht dort also beispielsweise 1,90 oder 90%, bedeutet das, dass man von zehn Euro Gewinn neun tatsächlich ausgezahlt bekommt.

Bank

Ist in dieser Welt ein Begriff mit zwei Bedeutungen. Klassisch wird damit der Spielmacher bzw. dessen „ausführendes Organ“ bezeichnet. Also beispielsweise das Casino oder der dort angestellte Croupier. Die Bank ist dabei immer diejenige Partei, welche die Einsätze verwaltet, sie bei Gewinnen auszahlt. Im Wettbereich wird damit aber auch eine (vermeintlich) todsichere Wette bezeichnet, bei der man gar nicht verlieren kann – „der hat mir eine Bank angeboten, da musste ich einfach drauf setzen“.

Bild

Kommt aus dem Bereich der Kartenspiele. Das Bild ist dabei die Kombination aus mehreren Einzelkarten, die zusammen das Kartenbild ergeben, welches bei den meisten Spielen entscheidend für Gewinn oder Niederlage ist. Hat man beispielsweise beim Pokerspielen einen Straight Flush, dann besteht das Bild aus 7,8,9,10 und einem Buben.

Buchmacher

Hat nichts mit der Herstellung von schriftlichen Werken zu tun, sondern ist derjenige, der letztendlich die Wette anbietet. Er entscheidet über Quoten und Einsätze, ist derjenige, über den alles läuft. Möchte man etwa Internet Wetten platzieren, hat man dort die Auswahl über eine Menge verschiedener Anbieter – die letztlich auch alle unter den Begriff des Buchmachers fallen.

Dealer

Hat auch nichts mit Illegalem zu tun, sondern ist die direkte Verwendung des englischen Begriffs für „Händler“. Bei Kartenspielen ist das immer derjenige, der die Karten ausgibt, meistens ist der Dealer in Personalunion auch die Bank. Im weiteren Sinn kann damit auch generell derjenige bezeichnet werden, der das Spiel leitet, auch wenn er dazu keine Karten ausgibt. Dieser Begriff hat nur eine schwammige Abgrenzung von der Bank.

Doublette

Ist vornehmlich ein Begriff aus dem Roulette. Damit ist gemeint, dass bei zwei Spielen nacheinander die gleiche Zahl geworfen wird. Nicht zu verwechseln mit dem Double. Das ist wiederum ein Begriff aus dem Wettbereich. Eine Wette, bei der man zwei unabhängig voneinander eintretende Ereignisse richtig tippen muss, um zu gewinnen – beim Fußball also beispielsweise nicht nur, welche Mannschaft das erste Tor schießt, sondern auch, welcher Spieler es schießt.

Fantasiewette

Wetten müssen nicht nur auf real existierende Ereignisse gesetzt werden, sondern können auch auf „phantastische“ Ereignisse funktionieren. Etwa „wie würde der BVB bei einem Ligaspiel gegen AC Mailand abschneiden?“ In der Realität unmöglich, weil beide nicht in der gleichen Liga spielen. Als Phantasiewette dennoch machbar und sogar legal: Man nimmt einfach zwei reale Spiele, bei denen beide Mannschaften (getrennt) antreten und rechnet dann die Anzahl der Tore, die beide dabei schießen, für das Fantasiespiel gegeneinander auf. Spielt der BVB etwa gegen Bayern 3:1 und Mailand gegen Rom 2:2, würde der BVB in der Fantasiewette gewinnen.

Highroller

Ist ein genereller Glücksspielbegriff. Highroller bzw. High Roller sind Personen, die oft spielen, dabei sehr hohe Einsätze wagen und auch entsprechend hohe Gewinne einstreichen.

Loui

Sind beim Roulette bzw. generell in Casinos Jetons, die einen Wert von 20€/$ haben. Kommt aus dem Frankreich unter Louis XVIII, dessen Portrait damals auf einer 20-Francs-Münze abgebildet war.

Rien (ne va plus)

Ein Begriff, der nur im Roulette vorkommt. Die Annonce muss nicht zu einem festgelegten Zeitpunkt erfolgen. Sie kann sogar dann noch gemacht werden, wenn die Kugel (einige wenige Augenblicke) bereits im Kessel rollt. Dann aber wird der Croupier „rien ne va plus“ sagen – nichts geht mehr. Damit drückt er aus, dass für dieses Spiel keine Annoncen mehr gemacht werden können. Das soll Chancengleichheit sicherstellen, bevor zu offensichtlich wird, in welchem Areal die Kugel landen wird.

Toke

Ist einfach nur der englische Begriff für Jetons. Die Trennlinie, wann was wie bezeichnet wird, verläuft meistens entlang des Ursprungslandes des Spiels. Casinospiele nutzen eher Jetons, beim Poker hingegen meistens Toke oder auch Chips.

Quote

Darunter versteht man beim Wetten einerseits die Wahrscheinlichkeit, die ein Wettanbieter dem Eintreffen eines bestimmten Ereignisses zumisst. Andererseits ist damit direkt die Gewinnsumme (nicht jedoch die Auszahlungssumme, siehe Auszahlungsquote) verbunden.

Wie die Quote geschrieben wird, hängt vom Land ab. In Kontinentaleuropa wird die als Kommazahl beschrieben. Beispiel: Ein Spiel Hertha gegen Frankfurt hat die Quoten 3,20 – 2, 60 – 1,10. Das wird immer in der Reihenfolge „Sieg Erstgenannter – Unentschieden – Sieg Zweitgenannter“ gelesen. In diesem Fall rechnet der Anbieter also mit einem Sieg Frankfurts.

In Großbritannien und den USA werden Quoten hingegen eher als Bruch ausgesprochen, etwa 4:3, was aber im Endeffekt aufs Gleiche hinauskommt.

Zero(Zéro)

Ist beim Roulette einfach die Bezeichnung für die Ziffer Null. Fällt sie, so hat das nicht nur unmittelbare Siegesauswirkungen, sondern führt auch dazu, dass die einfachen Einsätze gesperrt werden. D.h. der Spieler muss in der nächsten Runde mit seiner ursprünglichen Annonce richtigliegen, um zu gewinnen.

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