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Das Beste in der Krise: Cocktails in Unterhose

06.04.2020 - Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit für belebende Experimente? Sinnvolle Vorschläge: tun, als ob man ein Finne ist, einen Cocktailempfang in Unterhose üben und Verstecken spielen.

  •  © picture alliance / dpa / Dusan Zidar /

    © picture alliance / dpa / Dusan Zidar / PantherMedia

Wir alle brauchen jetzt eine ordentliche Portion ‚sisu‘. Sisu ist die finnische Grundeigenschaft, weltweit haben fleißige Übersetzer aufgegeben, das Wort in andere Sprachen zu übertragen. So in etwa meint Sisu: ‚innere Stärke‘, ‚Ausdauer‘ und ‚Kampfgeist in schier aussichtslosen Situationen‘. Die Corona-Regeln lassen die Finnen nur müde lächeln. Sie haben keine Probleme damit, sich zu isolieren, sie sind es seit Ewigkeiten gewohnt. Der finnische Winter dauert ein halbes Jahr lang, darüber zu murren wäre sinnlos. Also warten die Finnen stoisch, bis es wieder heller wird und praktizieren dabei „kalsarikänni“, was meint: ‚sich allein zuhause in Unterhosen betrinken‘. Oft wirft der Finne währenddessen Blaubeeren in guten Wodka. Die finnischen Wälder sind voll von Beeren, irgendwas muss man mit denen ja machen. Außerdem sind Heidelbeeren ungemein gut für Herz und Kreislauf, Blaubeerwodka ersetzt also quasi Sport. Das weiß hierzulande kaum jemand, deshalb marsch-marsch ab in den Supermarkt, Beerchen hamstern. Sie liegen im Tiefkühlregal und sind kein bisschen knapp.

Wer es einen Hauch stilvoller treiben möchte, kultiviert die schöne Sitte des Cocktailempfangs. Der beginnt üblicherweise zwischen 17.30 und 19.00 Uhr, aber das nur für den Hinterkopf. In Corona Zeiten darf die Olive auch schon Punkt 16.45 in den Manhattan plumpsen. Die Gäste kommen und gehen normalerweise nach Belieben. Zurzeit erscheinen sie gar nicht erst, aber das ist nicht schlimm. Gäste können oft langweilig oder gar anstrengend sein. Man unterhält sich also mit sich selbst im Stehen. Dazu gibt es im Regelfall Canapés. Kann man so machen. Oder wir öffnen ein Gurkenglas und eine Tüte Chips. Die Musik ist eher leise und dezent.

Nun zum Dresscode. Bademantel, kleines Schwarzes oder Pyjama, es ist Ihnen überlassen. Die Vizepräsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psycholog*innen rät allerdings: „Gerade, wenn man alleine ist, ist es wichtig, sich nicht total gehen zu lassen. Man kann mal ein oder zwei Tage ungeduscht im Schlafanzug bleiben. Mehr sollten es dann aber wirklich nicht sein.“ Da fragt sich natürlich: Was genau spricht gegen eine ungeduschte Woche in Nachtgewand? Wann, wenn nicht jetzt, ist die Zeit für interessante Experimente? Dermatologen rufen das übrigens schon immer in den Wald: nicht öfter als zwei Mal die Woche unter die Dusche, mehr schadet Haut und Haar.

Und jetzt zum Wetter: es bleibt prächtig, pflanzen Sie Blaubeerbüsche auf dem Balkon. Sollte es regnen, spielt man Verstecken in der Wohnung. Wer keine Kinder zur Hilfe hat, sucht sich selbst, dazu kommt man in normalen Zeiten ja nie.

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