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Dringend nach Sevilla!

12.01.2018 - Sozusagen um die Ecke gibt es eine Stadt, die im deutschen Winter erheblich aufmuntert. Sevilla kostet fast nichts und macht glücklich. Selbst, wenn man den falschen Reisepartner dabei hat.

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Also: Sevilla. Ich rufe die Stadt hiermit zum Trend aus. Sevilla ist die Stadt von Bizets Oper ‚Carmen’, es geht um Liebe, Tragik, Leidenschaft. Man tanzt Flamenco in Sevilla, auch das eine hochdramatische Angelegenheit zwischen Mann und Frau. Das ganze korrekte Gendergedöns ist in Sevilla jedenfalls noch nicht angekommen. Stattdessen hängen dort auch im Januar Orangen an den Bäumen, und in tausend winzigen Gassen reihen sich Bars, Cafés mit spektakulären süßen Teilchen und gute Tapas-Restaurants im Überfluss. Man sitzt draußen und betrinkt sich an sehr gutem Kaffee oder Wein, es liegt Frühling in der Luft. Insgesamt beste Voraussetzungen also.

Ich fuhr unverhofft nach Sevilla, dieser Tage, auf spontane Einladung eines Liebhabers, den ich außerhalb der Bettkante noch nicht kannte. Ich tat, was in so einem Fall zu tun ist: locker machen und nichts erwarten außer gutem Sex und charmantem Herumgetändel. Natürlich, es lief anders, als geplant. So ist es ja auf Reisen meist – ich vergesse das nur jedes mal wieder. Senor hatte mit Stimmungsschwankungen zu kämpfen, wie das in dramatischen Opern so ist. Ich gurrte verführerisch, wie die weißen Tauben auf den Parkbäumen und die Fontainen unter den Palmen plätscherten beruhigend. Es half alles nichts. Wenn ein Mann erst einmal beschlossen hat, melancholisch zu sein, dann läßt er sich nicht so schnell davon abbringen und gerne jede Etikette fallen. Ich dachte Dinge wie: ‚Kerle! Pfft!’, streifte allein durch die Stadt und kaufte eine Handtasche. Sevilla ist nebenher nämlich auch die Stadt der günstigen und schönen Handtaschen. Und ein Taschenkauf hilft ja, wie jede Frau weiß, zumindest kurzfristig über alles hinweg.

Männer werden ohnehin immer mehr verwirrt. Bill de Blasio, Bürgermeister von New York: „Überraschung! Wir schreiben das 21. Jahrhundert und Männer wechseln Windeln.“ Tatsächlich gibt es im Big Apple jetzt ein neues Gesetz: alle Herrentoiletten der Stadt werden künftig mit Wickeltischen ausgestattet. Ich plädiere für noch ein Gesetz, vielleicht erstmal deutschlandweit: wer sich geschlechtlich als Mann einordnet, verhält sich gegenüber Frauen manierlich. Punkt.

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