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Ganz einfach: Mann & Frau

17.11.2017 - Die ganze Mann-Frau-Geschichte wird grade neu sortiert. Das ist nur scheinbar eine sehr komplizierte Sache. Wittgenstein, die schlaue Katze, hilft in jedem Fall.

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    © picture alliance / dpa / Lp/Olivier Arandel/MAXPPP/dpa

Neulich bin ich Zug gefahren, mit einem schweren Koffer. Der letzte freie Platz war in einem Abteil, in dem vier kräftige Männer unterschiedlichen Alters saßen, alle gut gekleidet, einer las die ZEIT, ein anderer die Süddeutsche. Zwei nahmen viel Platz ein, weil sie auf Männerart breitbeinig sitzen mussten, man hat ja schließlich Eier in der Hose. Alle schauten kurz hoch, als ich das Abteil betrat. Dann wuchtete ich mein Gepäck auf die Ablage. Die Männer halfen mir nicht. Sie waren entweder unerzogen und faul oder hatten Furcht, dass ich sie wegen sexueller Belästigung anzeige. Nehme ich mal an.

Herrschaften, hier noch mal die Basics: Man darf einer Frau in den Mantel helfen. Man darf ihr schweres Gepäck tragen. Man darf ihren Anteil der Rechnung beim Essen bezahlen und sie beim Küssen gekonnt an die Wand drücken. Man darf nahezu alles tun, was das charmante Zusammenspiel von Mann und Frau angeht. Man muss sich lediglich auf seine gute Erziehung und sein Einfühlungsvermögen besinnen. Zu einfach gedacht? Tja, so ist das mit den wirklich guten Dingen.

Zurück zur Einfachheit, das möchte ich auch dem Kollegen Philipp Kohlhöfer zurufen. Er hat im aktuellen Haspa-Magazin einen seufzenden Text über sein Verliebtheits-Konto geschrieben. Das ist seit Jahren in den Miesen. Philipp weiß nicht, wie er es ja wieder ausgleichen soll und hat auch keine Lust, damit anzufangen. Denn beim Verlieben, schreibt er, müsste er seinem Gegenüber ja erstmal alles mögliche erzählen über sich und das macht ihn müde und überhaupt, wen würde das schon interessieren.

Hm. Ungefragt Ratschläge zu verteilen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Also, Philipp, ganz kurz. Erstens ist November, da ist es normal, sentimental zu sein. Und zweitens hat Wittgenstein, der große Philosoph, mal gesagt: „Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen.“ Es wird Winter, lassen wir es mit dem Reden und der Liebe also schön langsam angehen. Niemand will gleich alles wissen, niemand will alles erzählen. Am besten man kauft Mehl und Milch, Zucker und Eier, backt erstmal nur Plätzchen mit irgendjemandem und trinkt dabei ausreichend Gin Tonic. Da fügt sich schon vieles und genau so hat Wittgenstein das gemeint.

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