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Guter Geschmack

12.10.2018 - Fast vergessen: das richtige Leben spielt doch nicht in Internet-TV-Serien. Sondern in einer Show im guten alten Fernseher.

  • Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Foto: Monika Skolimowska © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ja, passiert ist passiert, jetzt haben Sie die erste Folge knapp verpasst. Aber Sie kommen noch rein in die neue Staffel von „The Taste“, der besten Casting-Fernsehshow überhaupt. Das scheint einen Hauch subjektiv, ich kann es aber belegen. 

Bei „The Taste“ geht es um guten Geschmack. Das ist schon mal sagenhaft. Bei den meisten Castingshows geht es ja darum, sich zu schämen: für die Doofheit der Menschen, die da mitmachen, für die Macher der Show und für sich selbst, weil man dem Elend zusieht.

„The Taste“ funktioniert so: Hobby- und Profiköche kreieren unter enormen Zeitdruck interessante Gerichte, am Ende der Staffel gibt es einen Gewinner.

Das Ganze ist tolles Leben. Man erlebt jede Art von Köchen - Chaoten, Streber, stille, wilde, junge, alte, Männer und Frauen. Keiner von ihnen ist dumm, auch die Jury nicht, alle sind freundlich, man gewinnt den Glauben an die Menschheit zurück, zumindest an die kochende. Manchmal ist jemand Arrogantes dabei. Arroganz ist natürlich auch eine Art von Dummheit. Die Arroganten verlieren bei „The Taste“, immer, auch das gibt Hoffnung.

Oft kann man die teilnehmenden Profiköche grandios scheitern sehen, weil sie in letzter Sekunde vergessen, ihre fantastische Mohnsoße über das perfekt gegarte Lammfilet zu tröpfeln. Ist es nicht genau das, was uns immer wieder passiert? Wir ziehen irgendein Ding strikt durch, es läuft perfekt und dann, kurz vor dem Erfolg: die Mohnsoße! Die elende Mohnsoße!

Oder: Eine Teilnehmerin ist am Herd kurz vorm Durchdrehen und schenkt uns den bezaubernden Satz “Im Moment rennt grade ein klatschender Affe durch meinen Kopf.“ Diesen Zustand kennen wir alle, nicht wahr?

Wir lernen zudem: man muss seinem Instinkt folgen und Wagnisse eingehen. Bauchspeck mit Hühnerleber und Lotuswurzel, das klingt erstmal wahnsinnig, schmeckt aber überzeugend.

Um die Wahrhaftigkeit des Ganzen zu brechen, werden die Gerichte von langbeinigen Hasen in enganliegenden Shorts oder Minikleidchen serviert. Zuletzt haben wir ähnlich drolliges bei Tutti Frutti gesehen.

Aber es geht Ameisenschritt für Ameisenschritt voran. Während der Werbung läuft ein Spot für den Nissan Micra. Ein hübscher, natürlich bärtiger Fahrer brettert durch die Stadt und schließlich auf ein Flugfeld, vom Beifahrersitz steigt die Kapitänin des wartenden Jets. Werber-Jungs, ich möchte fragen, warum die Frau nicht selber fährt. Weil’s praktischer für sie ist? OK, akzeptiert.

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