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Inkorrekt handeln

23.02.2018 - Immer richtig handeln, ist gar nicht immer gut. Es kann sehr lehrreich sein, etwas mal ganz bewusst falsch anzugehen.

  • Foto: Carolyn Kaster/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Foto: Carolyn Kaster/AP © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Zu Anfang schnell etwas über Kompletttrottel, die niemals irgendetwas lernen. Ich äußere mich hier nicht politisch, ich zitiere nur. Also: der amerikanische Präsident hat sich mit Attentatsopfern und Angehörigen getroffen und dabei auf einem Spickzettel unter Punkt 5 notiert: „Ich verstehe Euch.“ Kollegin Schiller vom Hamburger Abendblatt bemerkt dazu scharfsinnig: „Immerhin hat er sich die Erinnerung nicht direkt auf die Handfläche gepinselt. Vielleicht war da schon besetzt. Mit ‚Hände waschen nach jedem Klogang’ zum Beispiel oder was Vierjährige halt sonst so als Alltagsstütze benötigen.“

Jetzt zu politisch inkorrekter Wurst und was man daraus lernen kann. Also: Neulich im Supermarkt war mir nach knackiger Mini-Salami aus der Tüte. Die Wurst war günstig und ökotechnisch komplett daneben, ich hatte auch sofort ein schlechtes Gewissen. Zuhause verschlang ich die Salami trotzdem und tat, was man während des Nebenherschlingens so tut, ich las, was auf der Packung stand: „Mit dem Kauf von Wurst aus unserem Sortiment unterstützen Sie den Wandel zu einer tiergerechteren Haltung.“ ‚Yeah!’ , dachte ich, ‚geht also auch billig!’ Dann las ich weiter: „Mehr erfahren Sie unter www.initiative-tierwohl.de.“ Natürlich geht niemals jemand während des Salamiknabberns ins Internet und guckt, ob auch alles in Ordnung ist mit seiner Wurst. Ich hab es trotzdem mal getan und alles klang sehr prima: die großen Discounter zahlen pro verkauftem Kilo Fleisch ein paar Cents in einen Fonds, damit die Tiere vor der Verwurstung glücklich sind. Dann hab ich mir ein Video von ‚Tierwohl’ angeguckt, in dem tausende Küken unter künstlichem Licht in einer gigantischen, überfüllten Halle herumtorkeln. Motto „hier sehen Sie, wie lieb wir unsere Tiere haben.“ Was mich an der Nummer irritiert: Wieso entlarven diese Gangster sich selber? Sind die dumm? Oder einfach stumpf? Halten sie ihre Kunden für vertrottelt? Oder ist das Ganze die Aktion eines subversiven Marketing-Trolls?

Ich empfehle trendbewussten Hasen jedenfalls, sich ausnahmsweise mal am amerikanischen Präsidenten zu orientieren. Einfach eine kleine Notiz in die Handfläche: „Ich verstehe: Billigwurst ist böse.“

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