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Leicht wahnsinnig

01.02.2019 - Falls Ihnen die düstere Jahreszeit langsam auf den Senkel geht: versuchen Sie es mal mit Seife. Die kann helfen, frei wie ein Vogel die ganze Welt zu lieben. Klingt etwas wahnsinnig? Absolut!

  • Der Verkehr staut sich. Foto: Matthias Balk/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Verkehr staut sich. Foto: Matthias Balk/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich muss schnell machen, mein Übergangsmann ist bereit, sich vom Lammfell zu erheben und mit mir in einen Wellnesstempel zu gehen. Männer gehen im Winter ungern vor die Tür, all meine Freundinnen bestätigen das. Die Frauen bevölkern zurzeit alleine Thermen und Bars der Städte und können dort endlich mal die Bäuche raushängen lassen, überprüfen Sie das ruhig.

Wellness, gutes Thema: Ich habe eine extrem lecker riechende, exquisite Flüssigseife und eine Körperlotion geschenkt bekommen. Beides ist von Dr. Bronner’s (nein, meine Lieben, ich bekomme keine Gratisproben für meine Lobhudelei!) Dr. Bronner’s Produkte sind Fair Trade, Biobiobio und haben durchgeknallte Etiketten. Die Flaschen sind über und über mit ameisenfußgroßen, leicht psychodelischen Botschaften bedruckt: „Sei jeden Tag wie ein Vogel, perfekt Du selbst! Unterrichte Deine Freunde und Feinde über die volle Wahrheit, übers ganze moralische ABC.“ Das moralische ABC ist lang, ein Stündchen ist man da schon am Lesen, an so einer Flasche. Die Kernbotschaft lautet „Lasst uns großzügig und fair sein und das Raumschiff Erde und all seine Bewohner lieben. Wir sind alle eins oder keiner.“

Interessanterweise ist das kein neuer, hipper Verkaufstrick. Firmengründer Emanuel Bronner stand nach dem zweiten Weltkrieg an Straßenecken, rief zu Liebe auf und verteilte dabei seine flüssigen Pfefferminzseifen. Als er merkte, dass viele ihm nicht zuhörten, sondern nur die Seifen wollten, druckte er seine Philosophie auf die Flaschenetiketten. So blieb es bis heute.

Warum ich das erzähle? Weil ich famos finde, wenn prima Produkte von einem Unternehmen kommen, in dem jeder anständig bezahlt wird und alle gemeinsam die Welt retten wollen.

Weniger Liebhaben ist bei den Autoherstellern. Neulich stand ich mit meinem kleinen Auto im Stau, und ein großer Wagen wollte aus einer Seitenstraße einfädeln. Ich hätte den natürlich reinlassen sollen, weil ich ja eine nette Person bin. Aber es war leider ein Auto, das mir nicht gefiel, ein mächtiges Geschoss, ein Gigant unter den SUVs. Insgesamt ein Anblick, wie eine schlimm danebengegangene Brustvergrößerung.

Studien besagen, dass sehr viele SUVs von pensionierten Beamten und anderen alten Menschen gefahren werden. Die, las ich, lieben SUVs, weil sie ihnen das Gefühl geben, dass zumindest ihr Wagen noch Power hat. Man könnte also Mitleid mit SUV-Besitzern haben. Aber: danke, nein danke, schlechter Geschmack ist einfach durch nichts zu entschuldigen.

So, liebe fröstelnde Damen, und jetzt husch-husch raus aus dem Haus, sich in einer anständigen Bar oder Therme wärmen.

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