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Man kommt nicht drumherum

15.12.2018 - Es gibt Menschen, die geraten nicht in vorweihnachtlichen Stress. Wie machen die das? Und wo? Vergraben sie sich in Erdlöchern?

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Neulich auf dem Klo brüllte ich verzweifelt durch die geschlossene Tür: „Hey! Das Klopapier ist alle! Kann sich hier mal jemand kümmern?!“ Ich hatte für einen Moment vergessen, dass ich alleine wohne, das Gehudel vor Weihnachten hatte mir den Kopf verklebt, ich muss für eine Million Menschen Geschenke besorgen und generell jede Menge Gutes tun. So ist das eben - wenn man das Jahr über überwiegend gemütlich in seinem eigenen kleinen Leben rumgelümmelt hat, muss man zu Weihnachten in die Puschen kommen. Ich darf mal kurz streng sein: bitte klicken Sie hier, bringen Sie der einsamen Lady nebenan ein Eierlikörchen vorbei oder googeln Sie einen Abend lang „Weihnachten Gutes tun“. Jawohl, da kommen wir jetzt nicht drum herum.

Dieses Jahr feiere ich Weihnachten mit meinem Bruder und seiner angeheirateten amerikanischen Familie in den USA. Er hat mir ein Briefing geschickt. Die Familie seiner Frau reise aus allen Landesteilen an, jeder einzelne Verwandte sei ausgeprägt neurotisch, man bleibe über Tage eng zusammen, die Atmosphäre sei stets kurz vorm Entgleisen. Ich solle mich bitte streng an die SST-Grundregel halten: Smalltalk (Komplimente! Keine Politik! Keine emotionalen Bekenntnisse, egal welcher Art!), smiling und TV. Amerika insgesamt implodiere über Weihnachten nur deshalb nicht, sagt mein Bruder, weil alle immerzu lächeln und sich gegenseitig bestätigen, wie prima sie seien. Am besten klappe das, wenn währenddessen der Fernseher läuft. Hm. Ich fürchte mich ein bisschen. Aber ich habe gute Tabletten.

Wenn Sie noch nach einer sinnvollen Beschäftigung für die Zeit zwischen den Jahren suchen: beschäftigen Sie sich mit Ihren ‚Sunk Costs‘. Sunk Costs sind versunkene Kosten, die man nie wieder zurückbekommt. Konkret: man hat Geld, Zeit oder Gefühle in ein Projekt oder eine Beziehung investiert und sieht das ganze trotzdem langsam den Bach runtergehen. Interessanterweise neigen wir dazu, aussichtslose Pläne nicht aufzugeben. Man möchte nun mal ungern zugeben, dass etwas, an dem man sich schon länger abgerackert hat, tatsächlich keinen Sinn mehr hat. Es ist aber ganz einfach, seine Sunk Costs abzuschreiben: man legt sich mit einem Drink aufs Sofa, schließt mit dem ganzen Murks ab und sieht nach vorne.

 

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