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Mindestens drei gute Gründe!

13.09.2019 - Einige deutsche Einheimische neigen dazu, ihr Land aus allen möglichen Gründen zu bemeckern. Freunde! Geht in meine Lieblingsbar, tretet dem ADAC bei und esst an indischen Imbisswagen. Das hilft.

  • Die Abkürzung "ADAC" leuchtet auf einem Fahrzeug. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Die Abkürzung "ADAC" leuchtet auf einem Fahrzeug. Foto: Monika Skolimowska/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich soll hier nicht über Politik schreiben und das werde ich auch nicht tun. Aber diese Woche sind mal wieder drei Dinge geschehen, die mich zuversichtlich sein lassen.

Erstens: Meine Lieblingsbar, das Rabbithole auf dem Hamburger Kiez. Der Barkeeper ist Franzose, spricht aber auch ein sehr gutes Englisch und ein extrem charmantes, unverständliches Deutsch. Die Cocktails sind fantastisch. Es reichen zwei, um alles Mögliche zu vergessen. Das vorletzte Mal im Rabbithole stolperte ich beim Rausgehen die Eingangstreppe runter und schlug mir das Schienbein auf. Als ich neulich wieder dort war, erkundigte sich der Barkeeper nach meinem Befinden. „Ich hab‘ da jetzt eine Narbe“, sagte ich. „Tut immer noch bisschen weh.“ Er war begeistert. „C‘est ist eine great Erinnerung!“, sagte er. Zum Abschluss stritten mein Begleiter und ich darum, wer die Rechnung bezahlen darf. Der Barkeeper sagte „sorry, isch bin Franzos‘, der ‘err bezahlt.“ Ein Land, in dem der Barkeeper zu einer Schramme gratuliert und den Herrn die Rechnung übernehmen lässt, kann kein ganz schlechtes Land sein.

Zweitens: Der ADAC. Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club rettet seine liegengebliebenen Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag ist lachhaft, bitte treten Sie ein. (Nein, dies ist kein Werbetext, ich liebe den ADAC einfach nur.) In den letzten Tagen ließ ich gleich zweimal den Schlüssel im Zündschloss meines Wagens stecken. Ich rief den ADAC an, er kommt immer und schnell. Eine der tollen Sachen an den Rettungsaktionen des ADACs ist die sms, die man kurz vor seiner Ankunft erhält: „Hilfe wird organisiert.“ Das ist mal eine Aussage, die ich öfter hören möchte. Liebeskummer? Hilfe wird organisiert! Familienprobleme? Hilfe wird organisiert! Jedenfalls war der ADAC-Mann quasi auf der Stelle da. Die Jungs vom ADAC sind nett, jeder einzelne von Ihnen, ich kenne sie fast alle. Dieser jedenfalls sagte: „Wetten, dass es Ihnen noch niemals jemand so schnell gemacht hat?“ und holte einen interessant geformten Draht aus seinem Köfferchen. Er brauchte 60 Sekunden, dann war die Sache gewuppt. Schön anzusehen war es allemal. Ich sag‘ mal so: ein Land, in dem man auf Anruf von einem netten Jung‘ gerettet wird, hat einen guten Ansatz.

Drittens: auf einem Food Truck Market aß ich ein fantastisches Chicken Tikka Masala. Der Koch, ein Deutsch-Inder in den besten Jahren, erzählte aus seinem Leben, während er mir das Curry auf den Teller schaufelte. Er hatte erfolgreich irgendwas mit Internet gemacht, war dann sehr krank geworden und will nun nur noch schöne Dinge tun: in seinem kleinen Imbisswagen kochen, seine Kunden und sich glücklich machen. Wir hatten dann noch eine sehr gute Unterhaltung, über das, was das Leben so ausmacht. Ein Land, in dem Menschen aller Nationen grandioses Essen für andere zubereiten und man sich am Tresen persönliche Geschichten erzählt, ist auf einem prima Weg.

Ich könnte stundenlang weitererzählen, jeden Tag gibt es 1000 wunderbare Sachen zu erleben. Man kann stattdessen natürlich auch muffeln, vielleicht am besten in eine Tüte hinein.

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