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Nackt am Kattegat

03.08.2018 - Hosen runter! In Dänemark braucht man die nicht.

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Drei Wochen Kattegat. Am Kattegat ist es so:

Es gibt es stille, weite Strände, mit wenigen Menschen, nackt oder bekleidet. Vorne am Wasser lagern Familien, am Fuß der Dünen schmiegen sich unbekleidete Pärchen aneinander, ohne dass es auch nur einen Hauch anstößig wirkt. Den Sex macht man dezent in der Ostsee, da stört es keinen. Grundsätzlich läuft alles außerordentlich ruhig und geschmeidig am Kattegat, wie und warum auch immer.

Gegen Abend schlüpfen die Frauen in hübsche, fließende Kleider, die Männer tragen Strohhut, Hemden und geschmackvolle Bermudas. Niemand stört die Schönheit der Natur durch garstige Farben, jedermann hält sich an die Vorgaben weiß, blau und sandfarben. Da haben wir Deutschen noch einiges aufzuholen, möchte ich meinen.

Mein Übergangsmann und ich sind erstmals gemeinsam außerhalb des Bettes unterwegs. Ich hatte Befürchtungen, was das wohl wird. Wenn man sich genauer kennenlernt – das führt ja nicht zwangsläufig zum Besseren. Aber ich komme gut damit klar, dass wir an jedem Bahnübergang warten, bis sich die Schranke senkt und eine kleine Bahn vorbeirattert. Der Mann liebt Züge. Er freut sich auch, wenn wir in den Dünen auf isländisches Moos stoßen. Aus dem kann man Bäume für Modelleisenbahnen basteln. Nun, solange Körper und Psyche keinen Schaden nehmen…

Überraschende Erkenntnis außerdem, zwischen Bett und Strand: man muss nicht streiten. Das habe ich vorher noch nicht gewusst. Ich überlege, einen Beziehungsratgeber zu schreiben. Einzige Botschaft: „Wenn der eine etwas vorschlägt, sagt der andere einfach nur „OK.“

Sollte das bei Ihnen noch nicht ganz so klappen? Sie wissen nicht so recht? Reden oder Schweigen? Warten oder Handeln? Bleiben oder Gehen? Der ziemlich geniale Paartherapeut und Brigitte-Kolumnist Oskar Holzberg hat Antworten. Schicken Sie ihm Ihre Frage bis zum 10. September an festival@harbourfront-hamburg.com. Mit etwas Glück klärt Holzberg Ihr Problem am 18. September auf dem Hamburger Harbour Front-Literaturfestival.

Falls Ihnen das alles zu aufwändig ist: versuchen Sie’s beim nächsten Vorschlag Ihres Betthasen tatsächlich mal mit „OK.“ Verblüffende Dinge werden geschehen!