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Heißes Zeugs

11.01.2019 - Noch ist 2019 jung. Noch können wir all die tollen Dinge in Angriff nehmen, von denen wir schon immer träumten.

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Natürlich habe ich Pläne für dieses Jahr. Erstens: Angeln lernen. Wenn ich ans Angeln denke, habe ich das Bild eines bärtigen, kernigen Kanadiers vor Augen, der schweigend sein Essen fängt. Als der Mann in meinem Bett das mit dem Angeln hörte, sagt er: „Hahaha! Angeln! Das langweiligste Hobby der Welt!“ Da fragte ich mich natürlich: wie kommt ein Mann, der mit Modelleisenbahnen spielt und ICEs fotografiert, dazu, irgendein anderes Hobby für langweilig zu befinden?

Danach habe ich überlegt, was wohl tatsächlich das langweiligste Hobby der Welt ist. Ich bin auf Makramee gekommen. Makramee ist eine orientalische Knüpftechnik und hatte sich vor etwa 50 Jahren in Deutschland breitgemacht. Damals hat man aus dicken Jutefäden bevorzugt hässliche Blumenampeln und Wandbehänge gebummsfiedelt.  Danach hat Makramee sich aus guten Gründen in Luft aufgelöst. Ich war mir total sicher, dass selbst das Internet Makramee nicht mehr kennt. Aber oha! Mehr als zwei Millionen Treffer, Makramee ist komplett heißer Hipsterscheiß: „Holt Euch mit einer Makramee-Blumenampel sommerliche Vintage-Boho-Vibes in euer Zuhause!“ Okay, wir lernen: es gibt (wohl junge, weibliche) Menschen, die nicht wissen wohin mit sich, die knüpfen eben Blumenampeln. Aufgemerkt, junge, gelangweilte Frauen, hier sind sinnvolle Alternativen: Steine beschimpfen oder anatomische Organe zeichnen.

Auf der Suche nach dem langweiligsten Hobby der Welt bin ich schließlich beim englischen ‚Dull mens club‘ gelandet. Dull heißt so viel wie dröge und in den Club kommt nur rein, wer auf wirklich einschläferndes Zeug steht. Die Clubmitglieder beobachten gerne laufende Gepäckbänder oder führen Buch über ihr Rasenmähen. Ein Mitglied macht Fotos von aufgefundenen einzelnen Handschuhen.

Für alle, die kein Hobby, sondern nur mal eine aufgeräumte Wohnung brauchen: Marie Kondo ist eine eine total angesagte, japanische Aufräumexpertin. Sie sortiert auf Netflix amerikanische Haushalte neu und wirkt dabei sonderbar hysterisch und empathielos zugleich. Eine recht gruslige Kombination. Maries Grundregel ist allerdings nicht schlecht: Räume ein einziges Mal richtig auf. Frage Dich dabei bei jedem Ding, das Du in die Hand nimmst: macht es Dich glücklich oder nicht? Wenn nicht: weg damit. Alles andere wird manierlich verstaut.

Ja, diese kleinen Japaner. Wenn nicht alles schön sortiert ist, werden sie wahnsinnig und machen Kamikaze. Das ist natürlich ein Vorurteil. Ich habe jede Menge Vorurteile. Die mal zu überdenken, ist definitiv ein interessantes Hobby.

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