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Wer Sex will, muss freundlich sein

20.10.2017 - Mittelalte, frustrierte Männer machen gerne Dummheiten. Sie brüllen Parolen oder fassen Frauen ungefragt an die Boobies. Aber es gibt Hoffnung: Teppichbahner und einen kleinen Jungen in New York.

  •  © picture alliance / dpa / Britta Pedersen /

    © picture alliance / dpa / Britta Pedersen / dpa-Zentralbild

Manche Dinge sterben ja nie aus. Mächtige Männer, zum Beispiel, die Frauen, die beruflich von ihnen abhängig sind, an die Wäsche gehen. Dabei ist es doch so einfach: Wer f***** will, muss freundlich sein oder eben alleine masturbieren.

Andere hübsche Dinge sterben aus, ohne dass es lautes Gebrüll gibt. Herren mit Stofftaschentüchern zum Beispiel. Und – Obacht, das ist jetzt exklusiv! - das Spielen mit kleinen Eisenbahnen. Bislang hatte ich so meine Ansichten über Männer, die mit Eisenbahnen spielen. Etwas in der Art: „Dies ist bekanntlich ein freies Land, also macht nur und zählt dabei brav Eure zwölf Finger ab.“ Aber nun erzählte mir der Mann, der zur Zeit hin und wieder in meinem Bett liegt, aus seiner Welt. Er ist Teppichbahner. Teppichbahner haben einen hohen Anspruch: Sie stellen ihre Modelleisenbahnen nach dem Vorbild der echten, großen Eisenbahnen zusammen. Echte Eisenbahnen sind lang und die Modellzüge sind es also auch. Deshalb brauchen sie jede Menge Platz und Gleise auf dem Teppich, quer durchs Wohnzimmer. Die Gleise dürfen die meisten Eisenbahnspieler nur an Weihnachten aufbauen, zumindest, wenn sie Frauen haben.

Der Teppichbahner in meinem Bett war betrübt, weil ein Modelleisenbahnladen nach dem anderen schließt. Das liegt allerdings nicht an den Frauen, sondern weil jedermann heutzutage am Computer mit viel Getöse Feinde bekämpft. Teppichbahner hingegen sind Männer der Stille. Friedliche Spieler ohne Gegner. Sanftmütige Cowboys in einer kriegerischen Welt. Und Frauenversteher. Wenn das nicht herzzerreißend traurig-schön ist, dann weiß ich auch nicht.

Frauen haben grade anderes zu tun. Sie verbreiten den Hashtag #MeToo von Schauspielerin Alyssa Milano und zeigen, wie groß das Ausmaß sexueller Übergriffe nicht nur in Hollywood ist. 

Wer nun eine simple Lösung für das Geraffel zwischen Mann und Frau oder den Menschen überhaupt sucht, fliegt nach New York. Dort sitzt der zwölfjährige Ciro Ortiz hinter einem Tischchen in einer U-Bahn-Station und bietet Erwachsenen psychologische Ratschläge an. Zwei Dollar kostet ein fünfminütiges Gespräch mit Ciro und raus kommen sehr hilfreiche Dinge: „Seid freundlich. Habt Euch lieb. Nehmt Euch Zeit füreinander.“ Jups, geht doch.

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