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Nonnen im Netz

25.05.2018 - Verwirrung ist ein normaler Zustand. Gut, wenn es ein paar hilfreiche Richtlinien gibt. Nonnen sind da in jedem Fall besser bedient, als Polyamoristen.

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    © picture alliance / dpa / Jaap Arriens / NurPhoto

Sie sind wegen der Nonnen hier, ich weiß. Aber ich starre gerade eine Schachtel Pralinen an, von der muss ich Ihnen schnell noch erzählen. Für alle, die eben grad erst zugeschaltet haben: der Mann in meinem Bett ist verheiratet. Seine Frau und er leben polyamor und lieben auch noch andere, wenn es sich grad so ergibt. Mit Sex, ohne Geheimnisse, absolutes Wohlwollen. Die beiden machen das schon ewig. Ich selber bin noch neu im Polyamorie-Business. Letztendlich habe ich nicht die geringste Ahnung, wie man sich da ordnungsgemäß verhält. Jedenfalls: ich habe die Ehefrau noch nie getroffen, gibt ja auch nicht wirklich einen Grund dafür. Jetzt hat sie mir Pralinen zukommen lassen. Nur mal so, als nette Geste. Seit einer Woche starre ich die Schachtel an. Es sind die ersten Pralinen meines Lebens, die mich überfordern. Ich kann sie unmöglich essen. Soll ich sie im Wald vergraben? Wie gesagt, ich bin noch neu im Geschäft.

Jetzt zu den Nonnen. Chef der Nonnen ist Papst Franziskus. Chefs dürfen Regen aufstellen, deshalb gibt‘s nun also ein paar frische Richtlinien für die Schwestern. Nonnen, nur mal so zur Erinnerung, leben in der Regel ruhig und zurückgezogen, beten und arbeiten. Einige wenige pflegen auch die Internetseiten ihrer Klöster, bloggen oder twittern. Alles sehr gediegen. Der Papst hat trotzdem Bedenken. Die sozialen Medien sollen von den Schwestern künftig bitte mit „Genügsamkeit und Bedacht“ genutzt werden. "Ernsthaftigkeit und Diskretion" seien angesagt. Was war da los? Bubbles-Gespiele im Kreuzgang? Chats vor den Kapellen? Nichts von all dem, es stellt sich raus: Franziskus twittert selber emsig (folgt allerdings niemandem) und hat nix gegen Online-Aktivitäten. Was ihm social media-technisch allerdings zunehmend auf den Keks geht: sinnloses Rumgesurfe, überflüssige Netz-Informationen, unnötiges Geschwätz. Er hat das alles etwas freundlicher gesagt, aber was er eigentlich meint: Nonne oder Nicht-Nonne, wer zu viel Zeit online verdaddelt, dem verklebt das Hirn und er kommt zu nix. Hilfreiche Botschaft.