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So Behördenbriefe

10.05.2019 - Das Leben ist verwirrend, es gibt jede Menge zu tun. Man muss Prioritäten setzen, dann klappt das schon.

  • Foto: Britta Pedersen © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Foto: Britta Pedersen © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Es sind hässliche Briefe eingetroffen, die dringend beantwortet werden wollen. Behördenbriefen mit mehrseitigen Fragebögen. Ich kann eigentlich ganz gut mit schwierigen Texten, das habe ich im Studium gelernt. Aber die behördlichen Fragebögen sind mir zu hoch. Ich warte immer so lange mit dem Antworten, bis mir damit gedroht wird, dass jetzt kein Kindergeld mehr kommt. Oder ich sehr viel Geld an die Steuerkasse zahlen soll. Binnen 10 Tagen.

Ich habe die Briefe ordentlich auf den Küchentisch gelegt und all jene Aktenordner hervorgeholt, die notwendig sein könnten, um das Geraffel zu klären. Auf dem Weg kam ich an meinem Telefon vorbei, am guten alten Festanschluss. Das Telefon, erkannte ich richtig, wollte zum ersten Mal in seinem rund 20jährigen Telefonleben dringend gesäubert werden. Mit einer Messerspitze kann man um die Tasten herum erstaunlichen Dreck herauskratzen. Man muss behutsam vorgehen, das ganze dauert seine Zeit.

Danach säuberte ich das Messer und entdeckte dabei, dass das Geschirrtuch in die Wäsche musste. Neben dem Wäschekorb, auf der Waschmaschine, stand das Waschmittel. Auf der Rückseite der Flasche war eine Menge zu lesen.  Es wäre fahrlässig gewesen, das alles nicht mal gründlich durchzuarbeiten. Ich lernte, dass die Wasserhärte eines Haushalts sehr wichtig ist, für die richtige Dosierung des Waschmittels. Wasserhärte, ah ja, was es nicht alles so gibt. Wahrscheinlich hatte ich jahrzehntelang alles falsch gemacht, mit der Dosierung, herrjeh.

Die ganze Aufregung hatte mich hungrig gemacht. Im Kühlschrank sah es nicht gut aus, unter der Gemüseschublade hatte sich eine Eisschicht gebildet. Ich entfernte die Eisschollen mit einem Käsehobel. Probieren Sie das mal aus, es ist ein netter Spaß.

Anschließend war ich bereit für die Behördenbriefe. Vorher überprüfte ich kurz noch meine To Do-Liste, die in etwa bis zum Himmel reicht. Es ist eine typische Frauenliste, auf der sich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens finden: Freunde anrufen, Wattepads kaufen, Familienkontakte pflegen. Die Liste ist nicht abzuarbeiten, nie. Sobald eine Kleinigkeit erledigt ist, stehen schon wieder zehn neue Dinge auf der Liste. Männer übrigens haben dieses Problem nicht. Der Mann konzentriert sich seit Jahrtausenden auf die Jagd und hat dabei genau ein Ziel: das Tier erlegen. Dass er zwischendrin dringend noch einen Adapter für ichweißnichtwas und eine neue Modelleisenbahnlok für seine Sammlung besorgen muss, merkt er sich auch ohne Liste.

Was wollte ich sagen? Ich weiß es nicht mehr. Draußen rauscht der Mairegen und es ist Zeit für ein kleines Schläfchen. Das darf man nie vergessen: morgen ist auch noch ein Tag.

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