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29.03.2019 - Liebesbedürfnisse wollen befriedigt werden. Für Furchtlose führt der Weg ins Internet. Für alle anderen in den Supermarkt oder den Park.

  • Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Foto: Sebastian Gollnow/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Ich halte es mal im Telegrammstil, sonst wird das eine unendliche Geschichte. Also: neulich gedacht, ‚wo sind eigentlich die ganzen tollen Single-Männer, die es definitiv geben muss?‘ Mich probehalber als Gast auf drei gediegenen Partnerschaftsbörsen im Internet angemeldet. Rumgeguckt. Unangenehme Gefühle bekommen. Nach drei Stunden immer noch kein Schnäppchen entdeckt und beschlossen, dass es okay ist, das als eindeutiges Zeichen zu werten. Meine Profile wieder gelöscht. Von der ganzen Geschichte ordentlich Hunger bekommen und in den leeren Kühlschrank geguckt. Schnell in den Supermarkt gefahren. Vor dem Käsetresen neben einem hübschen Mann mit einem Einkaufskorb voller anständiger Leckereien gestanden. Ihn kurz zugezwinkert. Nach all dem sinnlosen Online-Gedaddel aber leider zu müde für mehr gewesen. Fazit gezogen: Augen auf im Supermarkt. 

Beim Surfen habe ich übrigens eine Plattform entdeckt, die zwiespältige Gefühle in mir auslöst. Ohlala ist was für Frauen, die keine professionellen Escort-Ladys sind, sich aber dennoch auf erotischem Wege ein bisschen was dazuverdienen wollen. Das Ganze nennt sich ‚paid dating‘. Männer stellen eine Date-Anfrage und schlagen Zeitpunkt und Budget vor. Frauen können sich darauf mit Ihrem Profil vorstellen, bei Gefallen chattet man, handelt die Details aus und trifft sich. „Wo soll das enden?“, schreibt der Kollege einer sehr konservativen Sonntagszeitung. „Für wieviel würden Sie eine Ihrer Nieren verkaufen? Und wieviel wollen Sie für Ihre Seele? Die Liebe wird ihren Zauber verlieren – und was haben wir dann noch, bitte?“ Ja, so kann man das sehen. Ich persönlich glaube, dass die Liebe niemals untergeht. Schon gar nicht, weil ein paar Frauen für Geld etwas tun, was ihnen mehr Spaß macht, als ein anderer doofer Nebenjob. 

Abgesehen davon gehen jetzt bitte alle, die gerade nach irgendetwas suchen, offline und raus in den Park. Da gibt es: reales Vogelgezwitscher, Nieselregen oder Sonnenschein, blühende Bäume und andere Suchende. Man kann sie im Vorübergehen anlächeln und das ist auf jeden Fall ein schöner, heiterer Augenblick. 

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