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YouTube-Epos: Wenn eine Bauanleitung zu Kunst wird

11.02.2020 - Nicht nur Künstler haben die Video-Plattform YouTube für ihre Zwecke entdeckt, auch Baumärkte beglücken ihre Kunden via YouTube mit Bauanleitungen. Manchmal verwischen die Grenzen zwischen den Genres sogar und machen den Weg für eine neue Kunstform frei.

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    © unsplash.com

  • Im Mittelpunkt des YouTube-Epos steht eine rührende Mutter-Tochter-Geschichte ©

    Im Mittelpunkt des YouTube-Epos steht eine rührende Mutter-Tochter-Geschichte © Hornbach

  • Mit den Meisterschmiede-Videos möchte Hornbach Geschichten seinen Kunden einen Mehrwert bieten ©

    Mit den Meisterschmiede-Videos möchte Hornbach Geschichten seinen Kunden einen Mehrwert bieten © Hornbach

Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs

Ein böser Zeitgenosse hat mal behauptet die Aufmerksamkeitsspanne des Menschen im Internet-Zeitalter liege nur noch knapp über der eines Goldfischs. Die Wirklichkeit ist viel erschütternder: Ein Goldfisch kann sich immerhin neun Sekunde auf eine Sache konzentrieren, der Mensch hingegen bringt es nur auf acht Sekunden.

Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Internet-Videos mit immer kürzeren Sequenzen aufwarten. Doch dadurch wirken die Machwerke auf YouTube aber auch immer hektischer und ich muss gestehen, dass mich die schnellen Schnitte mitunter so nervös machen, dass ich alsbald nach einem anderen Video suche.

Yippie, ja, ja, yippie, yeh!

Nicht schlecht habe ich deshalb gestaunt, dass ausgerechnet Hornbach nun ein YouTube-Epos in Auftrag gegeben hat. Die Baumarktkette, die sonst eher durch mehr oder weniger sinnfreie Werbe-Spots mit dem Jingle „Yippie, ja, ja, yippie, yeh!“ bekannt ist, hat erkannt, dass ihre Kunden nicht nur nach einer simplen, aber so kurz wie möglich gehaltenen Bauanleitung für ein Ankleidezimmer lechzen, sondern eine bewegend erzählte Geschichte wünschen.

Der Streifen aus der „Meisterschmiede“-Reihe schafft es auf sage und schreibe zwei Stunden Laufzeit. Zwar steht die Anleitung, wie man das Zimmer der geliebten verblichenen Oma in ein schönes Ankleidezimmer verwandelt, im Vordergrund, aber die Mutter-Tochter-Story wird gut erzählt und ist etwas fürs Herz.

Das Netz der ungeahnten Möglichkeiten

Ich finde die Idee ungewöhnlich, aber gut. Zunächst einmal bedeutet so ein YouTube-Epos ja zusätzliche Arbeit für Schauspieler. Im konkreten Fall ist das Video zudem vom technischen Aspekt her so gut gemacht, dass empfindliche Heimwerkerseelen besser vor Verzweiflung und Schmähungen durch Freunde, Familie und Nachbarn geschützt werden. Nach der nervigen Montage einer Kommode vor wenigen Wochen weiß ich davon wohl ein Liedchen zu singen.

Ich kann mir darüber hinaus gut vorstellen, dass man sich auch in den Krankenhäusern über die Baumarkt-Filmchen freuen dürfte. Schließlich könnte die präzise Beschreibung der Arbeitsvorgänge dazu beitragen, dass die Notaufnahmen nicht mehr von unnötig vielen „zwei linken Händen“ überschwemmt werden.

Online-Kauf statt Tackling im Baumarkt

Videos wie die der „Meisterschmiede“-Serie dürften wohl auch dazu führen, dass immer mehr Baumarkt-Kunden ihre Waren online bestellen. Das ist ein Trend, der seit Jahren stärker wird und aufgrund des nicht gerade optimalen Rufs der Baumarkt-Ketten verständlich ist. Wer geht schon gern in einen Baumarkt, wo Mitarbeiter nur schwer zu finden oder nur mit einem beherzten Tackling zu packen sind? Ich jedenfalls nicht und so hoffe ich, dass mich ein schönes Video beim Kampf mit dem anstehenden neuen Bettrahmen unterstützt.

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