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MIXTAPE 12 – Ausreißersongs

05.06.2018 - Wenn du mal wieder ne coole Nummer hörst und denkst, jetzt hast du da ne neue Band entdeckt und nach komplettem Durchhören der letzten Alben merkst, da war nur dieser eine Song…

  •  © Mondbasis Hamburg / Steffen

    © Mondbasis Hamburg / Steffen Gottschling

Das passiert mir tatsächlich gar nicht so selten. Manchmal sind es auch 2 oder 3 Songs, die da besonders rausstechen aber gleich ist in jedem Fall der Punkt, dass diese mit dem gesamten restlichen Repertoire fast nichts gemein haben. Dann frag ich mich natürlich wieder: was ist da passiert? Die eingefleischten Fans fragen sich das wahrscheinlich auch und skippen die Nummer dann genervt weiter. Ich wiederum, würde mir die Platte schlicht nicht kaufen und freue mich nun, dass sich die Musikwelt weiterentwickelt hat und ich mir den Song im Streaming auch einzeln reinziehen kann und zack, is das Ding in meiner Playlist. 
 

Vielleicht liegt das Geheimnis einfach darin, dass solche Ausreißersongs einfach schon beim Songwriting nicht so viel hinterfragt werden, nicht so sehr im Fokus liegen und somit viel lockerer angegangen werden. Sie sind meilenweit entfernt vom eigenen Musikstil und keiner der Beteiligten sieht darin den nächsten großen Superhit. Eigentlich ist das ja nur ein nettes Experiment und ein Ausleben von musikalischer Vielfalt, die man sonst eher nicht an den Tag legt, wenn man sich brav ans eigene Genre hält. (Versuch mal ne ordentliche Fanbase aufzubauen, wenn deine Platten eher wie Compilations verschiedener Bands klingen. Ohne Schubladen ist der gemeine Musikhörer meist überfordert und wendet sich dir erst gar nicht zu.) Es ist also vielleicht die Unbekümmertheit und Freiheit, die solche Perlen dann entstehen lässt, wenn man eine Sache nicht so ernst nimmt.

Nun hab ich da auch Songs dieser Kategorie in meiner Playlist, die für die jeweilige Band eher atypisch sind und auf einmal stehen die in meinem Fokus, die normalerweise gar nicht meinen Musikgeschmack treffen. Ein Beispiel: Ich war 2016 mit „Collapse Under The Empire“ auf Tour und beim DUNK! Festival in Belgien wollten wir einfach schonmal die Bühne in Augenschein nehmen und da spielten grad „The Hirsch Effekt“. 3 Typen, Rock’n’Roll, mit großer Experimentierfreude, deutschsprachig, eigenartig und auf den Punkt. Ich war echt angetan, konnte mir aber leider nicht die ganze Show reinziehen. Später hab ich dann mal ne kleine Hörsession per Spotify gestartet aber irgendwie war das was ganz anderes. Ich dachte, das gibt’s doch nicht, das ist doch ne völlig andere Band und überhaupt nicht mein Beuteschema. Irgendwann war dann plötzlich dieser eine Song (Athesie). Jessy sagt, Herzrhythmusstörung aber ich steh da wirklich drauf. Sogar ne zweite Nummer hab ich noch gefunden, vom aktuellen Album (Eskapist). „Berceuse“ heißt das gute Stück und ist auf jeden Fall auch einen Hörtest wert.

Am Ende mit ihrem Progressive / Post-Rock eher ein Nischenthema aber wenn man sich als GenreFremder, nicht Irgendwas-Core Hörer „The Hirsch Effekt“ nähern will (was ich hiermit natürlich anregen möchte), dann vielleicht über diese beiden Songs.

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

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