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MIXTAPE 13 – Innovation oder Reproduktion

12.06.2018 - Was du denken kannst, kannst du auch machen - oder - Das haben wir immer so gemacht, das funktioniert… Ist Innovation im Musikbiz gar ein Garant für Erfolglosigkeit?

  •  © Mondbasis Hamburg / Jessica

    © Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Bevor ich früh aufstehe (oder mittags, je nach Perspektive), hat mich ein künstlicher Sonnenaufgang aus der völligen Dunkelheit geholt und am Ende das Radio mit dem alltäglichen Einheitsbrei wach gebrüllt (der Sonnenaufgangswecker hat leider keinen USB Port oder Ähnliches und so ganz ohne Ton wird das nix bei mir). Ich glaube, ich bräuchte nur halb so viel Kaffee, wenn Worte wie „Kogong“ nicht schon das innovativste wären, was dieses Medium zu bieten hat. In der Popmusik ist Innovation nicht gefragt, nein, sogar hinderlich. Der Künstler, der mit was völlig neuem kommt, hat vielleicht so seinen Einfluss auf viele andere Musiker (falls irgendwer was davon mitbekommt), aber so richtig Erfolg bleibt ihm meist verwehrt. Es dauert dann immer eine Weile, bis sich ein tragbares Gesamtkonzept daraus entwickelt und dann trägt diese Welle eine Menge erfolgreicher Acts und beschert ihnen Ruhm und Reichtum. 
 

Als Songwriter und Musikproduzent bekommt man von den Verlagen die Ausschreibungen per Mail und da heißt es dann „für die neue Platte von Soundso brauchen wir Songs die klingen wie der und der“. Da sind dann meist 3 gerade angesagte Bands oder Solokünstler aufgezählt, aus deren Genremix man sich zu bedienen hat. Dann müssen Songs geschrieben werden, die auch in den Charts punkten können, also ne einprägsame Hook haben und irgendwie zu dem Künstler passen. Aber natürlich genau in dem Soundgewand der genannten Beispiele und bitte auch für genau deren Schublade. Es geht schließlich erstmal darum, diese Kuh auch wirklich bis zum Umfallen zu melken. Ohne Schubladen und klare Genres müsste man sich ja für jede Platte ein neues Marketingkonzept überlegen, das kann ja nun wirklich niemand verlangen.

Auf der einen Seite wiederholt sich sowieso alles alle paar Jahrzehnte und daran hat die Musikindustrie sicherlich ihren Anteil, auf der anderen Seite muss es natürlich musikalisch hin und wieder auch mal eine Weiterentwicklung geben. So eine Reproduktion der Reproduktion würde sich ja schließlich irgendwann wie so eine Art Inzest auch mal selbst zerstören (vielleicht war es das, was damals die NDW nach relativ kurzer Zeit gleich wieder verschwinden ließ). Man könnte die moderne Musikgeschichte also auch wie so eine Art Stammbaum illustrieren, angeführt von z.B. den Beatles, den Rolling Stones, ACDC, Michael Jackson, Madonna, Depeche Mode und vielleicht Modern Talking... STOPP, hier ist Schluss, Leute, ich besorg mir nen neuen Wecker…

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

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