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MIXTAPE 18 – Dicke-Eier-Riffs und Pizza (Teil II)

17.07.2018 - Die Kreativphase der ersten Tage hinter uns, sind wir bereit für den nächsten Schritt: Ich starte das Raumschiff, die Lichter gehen an und die automatischen Fader am Mischpult fahren in Ausgangsstellung… (Toma Moon)

  •  © Mondbasis Hamburg / Steffen

    © Mondbasis Hamburg / Steffen Gottschling

Nach ca. 143 „First-Takes“ haben wir was Brauchbares im Kasten. Ich bin da recht anspruchsvoll und solange mich die Performance nicht zum Grinsen bringt, müssen die das nochmal und nochmal spielen. Während ich da völlig entspannt auf die perfekte Aufnahme warte und immer wieder meine Kommentare ins Headset plaudere, kann das für den einen oder anderen Musiker schon mal zur Grenzerfahrung werden. Aber irgendwann kommt da immer dieser eine Take, bei dem alle beginnen, beim Abhören in der Regie fröhlich um die Couch zu tanzen. Warum die das live zusammen einspielen? Weil sie’s können! Wenn du erdige, coole Rocksongs aufnehmen willst, ist es schon ein wenig hilfreich, wenn das auch authentisch ist. Diese Musik ist wie ein lebendiges Wesen, organisch und emotional. Wenn du dem Tiger die Zähne ziehst, ist es nur noch ein Kätzchen.
 

Natürlich macht das alles richtig Spaß, aber es ist auch verdammt viel und harte Arbeit. Wenn da drei oder vier Leute versuchen, zusammen live die perfekte Performance abzuliefern, ist da von mir vor allem Geduld und Motivationstalent gefragt. Die Musiker müssen das aber immer und immer wieder neu spielen, denn es reicht ja nicht, wenn man selbst grad fehlerfrei durchkommt. Es müssen ja alle zusammen fehlerfrei da durch kommen und dann sitzt da noch dieser Typ am Mischpult und sagt dir völlig tiefenentspannt, dass das trotzdem noch nicht richtig kickt und dann fängst du wieder von vorne an. „Da geht noch was“ mag normalerweise motivierend sein, kann im Studio aber schon mal echte Schmerzen verursachen.  
 

Der Drummer hat mittlerweile bandagierte Handgelenke und abgeklebte Blasen an den Fingern und bekommt von mir ein „Hau mal richtig rauf da“ zu hören. Das Gesicht solltet ihr sehen, großartig. Ohne den richtigen Punch am Schlagzeug, rockt das alles nur halb so gut. Aber ich weiß, wie er sich fühlt. Wenn du nicht jeden Tag deines Lebens mehrere Stunden am Tag spielst, bist du auf sowas einfach nicht vorbereitet (körperlich ist das wie Marathon ohne Training). An Bass oder Gitarre ist das nicht anders. Versuch mal mit schmerzenden Fingern sauber ein paar Riffs auf Band zu ballern. Das geht weit über die Grenzen hinaus aber irgendwie hast du die ganze Zeit nur diese Platte vor Augen und kommst dann doch da durch.

Mittlerweile ist es 23:35 Uhr, wir haben vergessen zu essen, dafür aber richtig was geschafft. Völlig versunken in unserem Tun, hat noch nicht mal jemand was eingekauft und so bestellen wir dann doch ne Pizza, hauen uns ein paar Bier rein und philosophieren durch die Nacht… weiter in Teil III

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

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