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MIXTAPE 24 – Calluna und der Acker in der Heide

28.08.2018 - Da kam der Joey neulich zu mir ins Studio, überzeugte mich, n Festival mit ihm und ein paar Freunden zu machen und dann stand ich da mit meinem Zeug auf m Acker in der Heide. Natürlich war das ne Schnapsidee aber, na ja, „alle sagten, das geht nicht, dann kamen welche, die wussten das nicht und haben‘s gemacht.“ (Toma Moon)

  •  © The Lets / Steffen

    © The Lets / Steffen Gottschling

Ja, wir haben uns auch mal in die Haare gekriegt und ja, wenn das nicht mein Freund Joey gewesen wäre, wär ich kurz ne Schleife gefahren und direkt wieder zum Mond gedüst… Die Zeit ist da übrigens in der Heide ein sehr dehnbares Element. Die einzige immer wiederkehrende Angabe dazu vor Ort war: „dauert ne halbe Stunde“ und das war wirklich sehr frei interpretiert. Natürlich haben wir am Ende Lösungen gefunden und nachdem wir in der Vorbereitung einfach alle den Schlaf weggelassen haben, wurde das auch alles richtig schön. Dann, am Freitagnachmittag, kurz vor Show, drückte mir Joey nen Kaffee in die Hand und schickte mich irgendwo ganz nach hinten auf den Acker. Ich soll mich jetzt da mal hinsetzen und ins Tal schauen. Das hab ich auch gemacht und das war einfach nur wunderbar
 

Neben My Little White Rabbit und Max Kretzenbacher haben natürlich auch The Lets gespielt und natürlich auch voll überzeugt. Als Artjom Feldtser (übrigens nicht nur Bassist bei The Lets und Max, sondern auch Chef des legendären Downtown Bluesclubs) dann mit „Shake Your Blood“ den Lemmy machte, wie der es selbst nicht besser hinbekommen hätte, klappte auch die letzte Kinnlade im Publikum runter und am Ende des Freitagabends standen dann fast alle Bands nochmal zusammen auf der Bühne. Das war Rockmusik, wie sie sein soll und wie sie besser nicht in dieses Ambiente passen könnte. Eingeleitet wurde der Freitag musikalisch übrigens großartig von Nils Lagoda, der mit seinen Handpans atmosphärisch den Sonnenuntergang begleitete und dafür sorgte, dass der Acker vor der Mainstage zur großen Sitz- und Liegewiese transformierte. Abgeschlossen und in die Nacht entlassen haben uns dann Unumgänglich, die routiniert ihre Show abfeuerten und noch ein letztes Aufbäumen der Rockmusik gegen die Elektrostage ins Tal donnerten.

Der Samstag brachte nochmal ein ganz anderes Highlight für mich mit. Musikalisch völlig anders aber wieder ähnlich stimmungsvoll und atmosphärisch von Bernhard Rath am Cello eingeleitet, kam da für mich noch die Entdeckung der letzten Wochen hinzu, aber dazu später mehr. Bernhard muss ich hier einfach zitieren, weil er nicht nur wirklich sensationell Bach auf seinem Cello interpretierte, sondern auch so schön zum Thema Nachhaltigkeit Bezug nahm: „Bach passt hier so gut her, weil er nicht nur vor 300 Jahren hier lebte, sondern auch diese großartigen Werke hinterließ, die heute immer noch überall aufgeführt werden. Wenn das nicht nachhaltig ist, was dann?“ (Nagelt mich hier bloß nicht auf die Genauigkeit dieses Zitates fest, ich hatte keinen Schlaf und war gefangen im Klang der Cellotöne)…

Kein Platz mehr, also kurz: Samstagabend, Dux Louie, l´appel du vide, Tape Shapes und Black Stains. Und Black Stains, liebe Freunde der ausgecheckten Tightbombe, haben mich ganz schön umgehauen. Das war genau auf den Punkt und ganz großes Kino! Ich hab mir das später auf Spotify auch nochmal versucht, reinzuziehen aber die bisherigen Produktionen bilden das leider nicht ab und so kann ich auch kein ansprechendes Beispiel hier bringen, sondern nur sagen, da sollte man schnellstmöglich für sorgen, dass sich das ändert!
Toma

 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de