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MIXTAPE 25 – Studio, Live und wer ist eigentlich dieser Auto-Tune?

04.09.2018 - Wenn zwischen Studioproduktion und Liveperformance mal wieder Welten liegen und man die Band nicht wiedererkennt... (Toma Moon)

  •  © Mondbasis Hamburg / Hendrik

    © Mondbasis Hamburg / Hendrik Pietrzyk

In die eine Richtung passiert das recht häufig, wenn der Song zwar was taugt aber die Band leider nix kann. Dann gibt es da ne fette, mit allen Tricks aufgeblasene, Produktion (vorausgesetzt der Produzent weiß was er tut) aber live kannst du dir das nicht anhören. In die andere Richtung ist das seltener aber um so trauriger, denn es gibt da draußen eine Menge hochtalentierter Musiker, die als Liveband überall sofort herausstechen aber nichts annähernd großartiges auf Tonträger zu bieten haben. Es gibt richtig große, bekannte Acts, die selbst live mit Auto-Tune unterwegs sind, weil der Sänger / die Sängerin keinen Ton trifft und es gibt ein paar wenige unbekannte Bands, die dir live das Hirn wegblasen aber kein Geld für ein vernünftiges Studio zusammen bekommen.


 

Das eine lässt sich in dem ganzen Musikindustriezirkus leider nicht mehr eliminieren aber die Nummer mit den grandiosen Livebands ohne verwertbare Studioaufnahmen bietet doch ne Menge Angriffsfläche für mich als Produzent, aber auch für uns alle als Musikgenießer. Heute muss man nämlich nicht mehr darauf hoffen, dass irgendein Label irgendwelche tollen Künstler aufbaut und es endlich wieder was Neues auf die Ohren gibt. Heute kann jeder selbst Teil des Ganzen werden und z.B. über Crowdfunding interessante Projekte unterstützen.

Jessy sagt, ich soll euch „Auto-Tune“ erklären, weil sonst keine Sau versteht, was ich hier wieder von mir gebe. Also, das ist eigentlich ganz simpel und gerade deshalb für viele erstmal einfach nur unglaublich. „Auto“ kommt von automatisch und „Tune“ kommt von Tuning (Stimmung). Kurz zusammengefasst: du singst da deine Melodie mehr oder weniger richtig ins Mikrofon (und damit ins Mischpult bzw. den Rechner) und dann jagt der Sound Engineer das durch besagte Software (Auto- Tune) und, voila, schon klingt das, als könntest du singen. Und um jetzt noch einen oben drauf zu setzen, gibt es das seit einiger Zeit auch als Live-Version in Echtzeit, damit wir uns das schiefe Gequäke mieser Sänger und Sängerinnen nun auch live nicht mehr anhören müssen.

Natürlich gibt es da draußen auch noch jede Menge Gesangskünstler, die das nicht brauchen aber Plastik gibt es mittlerweile überall und das macht auch vor vermeintlich ehrlicher Rockmusik keinen Halt... Versteht mich bitte nicht falsch, auch bei richtig guten Leuten wird sowas immer wieder mal eingesetzt, weil vielleicht nur ein Ton nicht ganz drauf war, aber dafür alles andere so richtig großartig. Das spart Zeit und die ist knapp, denn die Studios müssen heute mit wesentlich weniger Budget auskommen, als in den 80ern und 90ern.

 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de