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MIXTAPE 33 – Popmusik im Heavy Metal Gewand?

30.10.2018 - Neulich im Kaiserkeller, auf m Kiez in Hamburg… Ich hab gesagt, ich werde da sein und auch wenn ich eigentlich gar keine Zeit hatte, war ich natürlich da und es hat sich gelohnt! Ich hatte mein Bier und VOLA haben abgeliefert... (Toma Moon)

  •  © Mondbasis Hamburg / Jessica

    © Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Die Jungs wissen was sie tun und können auf ganzer Linie überzeugen. Der Kram sitzt und auch die Vocals sind ne Ansage. Ich setze Backings ja selbst immer gern als Chöre oder ganz eigene Linien aber hier hat der Bassist einfach mal komplett alles ausnahmslos in zweiter Stimme mitgesungen und das ergab ein ganz cooles Klangbild. Das ist für Produktionen nicht neu, da gibt’s so einige, die das machen. Bei Nickelback z.B. besteht der Gesang immer aus mehreren Schichten in verschiedenen Lagen, damit das dann so fett klingt. Live, ohne Tricks ist das meist nicht umsetzbar, weil einfach nicht alle in der Band auch richtig singen können - einzige mir bekannte Ausnahme: The Lets! Die können das ;-) Vergesst mal ganz schnell wieder Nickelback in diesem Zusammenhang, das hat musikalisch aber mal so wirklich überhaupt nichts miteinander zu tun. Mit The Lets allerdings auch nicht…
 
 

Nun stand ich da so im nicht vollen aber einigermaßen gefüllten Saal und dachte mir: ihr habt das zwar alles schön im Metal-Gewand verpackt aber eigentlich sind das fast alles feinste Popsongs. Die Hooks, die Strophen, die Keyboards und vor allem die Art des Gesangs erinnern doch sehr an moderne Popmusik. Das würde auch völlig reduziert funktionieren, Akustik Gitarre, Vocals und los aber das wird dem natürlich nicht gerecht und vor allem der Drummer würde dabei nicht so gut wegkommen, wenn man das jetzt als Popmusik definieren würde. Der trägt nämlich ganz gut dazu bei, dass man das in der Progressive-Ecke verortet. Für Pop dann doch ein wenig zu experimentell.

Was soll ich sagen, ich liebe Popsongs, wenn sie gut sind und ich liebe Rocksongs wenn sie gut sind und im Grunde geht mir meist alles ziemlich schnell auf die Eier, was sich zu brav an die Regeln irgendwelcher Genres hält. Unbewusst geht das manch anderem scheinbar auch so und deshalb werden ständig neue Schubladen erfunden, damit dann wieder alles schön geregelt laufen kann. Natürlich machen VOLA keine Popmusik, sondern das rockt schon alles teilweise recht derbe und der Drummer ist ein Tier. Sauber auf den Punkt gebracht und auch als Liveband eine Empfehlung. Für mich ist völlig klar, VOLA sind eine der coolsten Progressive Metal Bands, der letzten Jahre, aber Popmusikschmuggler sind sie eben auch und das gefällt mir!

 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de