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MIXTAPE 35 – Schubladengedöns

13.11.2018 - „Und was hörst du so?“ Was soll man denn darauf antworten? Wenn ich jetzt nur einen Künstler nenne, kommt das schon ziemlich eindimensional rüber. Soll ich jetzt alle Bands aufzählen, die mir gefallen? Da saßen dann wahrscheinlich so zwei Nerds zusammen und dachten sich, man, Alter, ich habs, wir brauchen Schubladen! Nennen wir sie mal, äh, Genres… (Toma Moon)

  •  © Mondbasis Hamburg / Jessica

    © Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Na ja, eigentlich müsste man wohl als erste Genres überhaupt „geistliche“ und „weltliche“ Musik anführen. Irgendwie hatten die alten Kirchenoberhäupter im Mittelalter wohl was gegen den weltlichen Frevel der Straßenmusikanten. Ein bisschen Spaß muss sein und so, haben die Pfaffen einfach nicht verstanden und dann eben prophylaktisch als Gotteslästerung ausgelegt. Dann kam erstmal ganz viel Bach, Mozart und Wagner und dann das 20. Jahrhundert (n bisschen mehr war da schon noch aber das ist für meine Ausführungen grad nicht relevant). Dann kam der Jazz, Blues, Rock’n’Roll und Popmusik (auf Deutsch auch Schlager genannt) und dann unsere beiden Nerds aus der Einleitung.

Mittlerweile gibt es gefühlt für jede Amateurkapelle ein eigenes Genre und keine Sau sieht da noch durch (außer der beiden Nerds natürlich und deren Nachfahren). Und dann stehst du da mit dem Masterband von so ner aufstrebenden Band im Studio, hast grad mit der kompletten Crew inkl. Management das ganze Album durchgetanzt und brauchst ne Schublade. Da steht die Marketingabteilung vor dir und sagt: „ohne klar definiertes Genre können wir das nicht vermarkten“. Und wen glotzen jetzt alle an? Na mich. Alle Blicke auf den Produzenten gerichtet und betretendes Schweigen, weil einfach keiner von den scheiß Nerds anwesend ist und dummerweise auch niemand einen kennt.

Und welches Genre ist das jetzt? Woher soll ich das denn wissen? Gerade ich, der sich doch schon immer eher der unkonventionellen Sachen annimmt, ich soll dann sagen, in welche Schublade das gehört. Aber ganz ehrlich, mir ist das doch komplett wurscht. Ordnet euren Mist alleine. Für mich gibt es genau 2 Schubladen – Geiler Scheiß und Grütze. Ja, ihr dürft hören, was ihr wollt, das ist mir genauso egal und ich will auch niemandem absprechen, nen guten Musikgeschmack zu haben, auch wenn der sich mit meinem nicht deckt. Es macht Spaß, zusammen großartige Songs zu feiern und sich das alles auch mal richtig laut um die Ohren zu ballern aber wenn einer damit nix anfangen kann oder gar Bon Jovi hört, ist das zwar für mich nicht nachvollziehbar aber ich erklär den auch nicht gleich zum Primaten.

Am Ende geht es allen anderen doch genauso. Auf die rund 7,5 Milliarden potentiellen Hörer kommen dann, sagen wir mal, 2 Millionen Musik-Nerds, die den Quatsch noch sortiert kriegen. Genau mein Humor…

 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

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