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MIXTAPE 8 – Auf die Fresse um die Ohren!

08.05.2018 - Manchmal geht mir dieses ganze Akustikgeschrammel und banale Textgeblubber echt auf die Eier! Manchmal will ich einfach von ner richtigen Gitarrenwand mit brachialem Schlagzeug und Tieftongewitter weggeblasen werden...

  •  © Mondbasis Hamburg / Steffen

    © Mondbasis Hamburg / Steffen Gottschling

Keiner will mehr anecken, nur nicht irgendwem auf die Füße treten. Da richtet sich die ganze öffentliche Musiklandschaft schön gemütlich in politisch korrekter Belanglosigkeit ein und alles ist wie Tauschkonzert. Die E-Gitarre ist mal wieder tot und überall sieht man freundlich lächelnde Musterschwiegersöhnchen mit Akustikgitarre, die sich alle furchtbar lieb haben und so tun, als würden ihre vom Schlager ausgeborgten Herzschmerzlyrics bedeutungsvoll die Welt bereichern. Zum Glück gibt es auch noch deutsche Bands, die den Quatsch so nicht mitmachen und erfrischend was ganz anderes in die Runde schmeißen.

„Wenn normal sein ihr sein heißt, steig ich selber in den Sarg“ singt Florian Kiesling, nachdem dich erst das Schlagzeug allein verprügelt und dir dann das ganze Trio seine Wut entgegen donnert. Keine Ahnung, wann und in welchem Zusammenhang ich VAN HOLZEN das erste Mal im Gehörgang hatte. Aber als ich „Herr der Welt“ entdeckte, hatte ich gerade eine stundenlange Hörsession hinter mir und war kurz ein bisschen baff. Ich sag immer gerne „mein Ohr will überrascht werden“ und diese düsteren Nachwüchsler aus Ulm sind doch tatsächlich in der Lage, mal richtig auf den Putz zu hauen und ihre Eigenheiten durch die komplette Produktion bis aufs Album zu schleppen. Diese erfrischende Rohheit erinnert mich ein wenig an die frühen Helmet, die sich in den 90ern ebenfalls zu dritt und genauso Energie geladen in meine persönliche Hall of Fame gespielt haben. 
 
„Anomalie“ heißt die Platte, kam 2017 raus und auch wenn „Herr der Welt“ für mich die stärkste Nummer der 12 Songs ist, beherbergt das Album noch den einen oder anderen musikalischen Leckerbissen. Die Songs „Erfolg“ oder „Reichtum“ z.B. sind auch hier irgendwo in der Playlist zu finden. Die Jungs haben wohl gerade ihr zweites Album eingespielt und mal schauen, ob da dieses Jahr noch was von zu hören ist.
 
Auch wenn Jessy den Gesang irgendwie ein wenig zu hippster findet, bin ich wirklich angetan von diesem gelungenen Debut und sage: HÖRT EUCH „HERR DER WELT“ AN! JETZT!

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

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