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Wiesn-Halbzeit: 3,3 Millionen Gäste, weniger Bierleichen

29.09.2019 - Die Wiesn boomt, Wirte und Schausteller sind zufrieden. Millionen Gäste aus aller Welt haben in der ersten Woche das Volksfest besucht. Ein paar Regentage hielten sie nicht ab. Nur einer kam nicht: Barack Obama.

  • Oktoberfest-Besucherinnen stoßen im Paulaner-Festzelt an. Foto: Matthias Balk/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Oktoberfest-Besucherinnen stoßen im Paulaner-Festzelt an. Foto: Matthias Balk/Archivbild © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

München (dpa/lby) - Friedlich und fröhlich haben in der ersten Wiesn-Woche 3,3 Millionen Menschen auf dem größten Volksfest der Welt gefeiert, ebenso viele wie im Vorjahr. «Wir haben eine wahnsinnig schöne, eine ruhige, eine entspannte Wiesn», sagte Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner (CSU) am Sonntag zur Halbzeit des Festes. Das ganze Wochenende über herrschte auf dem Festgelände dichtes Gedränge.

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama, über dessen Besuch für Sonntag spekuliert worden war, kam nicht. Er hatte in München die Gründermesse «Bits & Pretzels» eröffnet, verließ aber die Stadt am Nachmittag wieder. Dabei hatte er nach eigenen Angaben sogar eine Lederhose anprobiert. «Ich fand, ich sah ziemlich gut aus. Ich werde sie für Michelle tragen», sagte er bei der Messe. Der Besuch des Festes sei für ihn allerdings schwierig. «Der Secret Service wird etwas nervös.» 2016 hatte Obama angekündigt, nach dem Ende seiner Amtszeit die Wiesn besuchen zu wollen.

Andere Prominente feierten mit. Gesehen wurden auch mehrere Politiker, unter ihnen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), FDP-Chef Christian Lindner und der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach.

Wiesn-Hit: Fehlanzeige. «Es gibt noch keinen Wiesn-Hit dieses Jahr», sagte Baumgärtner. Es gebe eine «wahnsinnig schöne Mischung», die alles enthalte von Märschen bis Austropop. «Vielleicht finden wir ja in der zweiten Woche noch etwas.»

Wirte und Schausteller zeigten sich mit der ersten Wiesn-Woche zufrieden. Die Gäste verspeisten 72 Ochsen, 2 mehr als im Vorjahr. Auch wenn es zum Bier keine Zahl gab: «Der Bierkonsum ist stabil», sagte Baumgärtner. Ein neuer Trend: «Lebkuchen-Lamas und Lama-Luftballons sind der absolute Renner.» Rund 55 000 Maßkrüge versuchten Besucher als Souvenir mitzunehmen, aufmerksame Ordner sammelten die Krüge ein.

Eine Bilanz der besonderen Art: Bis zur Halbzeit wurden am Wiesn-Fundbüro 1370 Dinge abgegeben, im Vorjahr waren es nur 865 gewesen. Dabei sorgten neben Hunderten Kleidungsstücken, Ausweisen, Smartphones und Geldbörsen vor allem ein originalverpackter Duschschlauch und ein Handstaubsauger für Überraschung, wie Baumgärtner sagte. Wie fast jedes Jahr wurden auch ein Ehering und Krücken gefunden.

Polizei, Feuerwehr und Sanitätsdienst sprachen von einem positiven Verlauf. Die Beamten mussten 1010-mal zu Einsätzen ausrücken, etwas öfter als im Vorjahr, sagte der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Es gab 465 Straftaten, vor allem Diebstähle, Körperverletzungen, Drogen- und Sexualdelikte. Die Zahl von 25 Sexualdelikten sei angesichts der Besucherzahl noch gering; es gebe aber 3 Fälle, «wo wir in Blickrichtung Vergewaltigung ermitteln.»

Auf dem Oktoberfest feiere an einem gut besuchten Tag am Wochenende zahlenmäßig die Bevölkerung von Mainz und Lübeck gemeinsam auf einer Fläche von 35 Fußballfeldern, sagte da Gloria Martins.

Der Sanitätsdienst Aicher Ambulanz behandelte 3577 Patienten, deutlich mehr als im Vorjahr. Allerdings kämen dieses Jahr auch viele Wiesn-Beschäftigte, um sich behandeln zu lassen. Rund 360 Patienten hatten eine Alkoholvergiftung - im Vorjahr waren es fast 400 gewesen. Der vermutlich älteste Patient war ein 99-jähriger Österreicher, der sich bei einem Sturz verletzt hatte.

Ein tödlicher Zwischenfall überschattet das Fest: Eine S-Bahn erfasste einen 22-jährigen Wiesn-Besucher aus Frankreich, er war mit dem Fuß zwischen Bahnsteig und Zug geraten und einige Meter mitgerissen worden.

Etwas mehr Besucher kamen in diesem Jahr zur traditionellen Oiden Wiesn im Südteil des Festgeländes mit historischen Fahrgeschäften Blasmusik: Bislang waren es hier 250 000 Besucher, etwa 10 000 mehr als im Vorjahr.

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