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Bunte Parade für Akzeptanz: Tausende bei CSD in Stuttgart

28.07.2018 - Einige tausend Menschen tummeln sich zur CSD-Parade in Stuttgarts Innenstadt. Bei dem Umzug fährt auf einem der Wagen auch eine bekannte Schauspielerin mit - und arbeitet dabei.

  • Der Christopher Street Day in Stuttgart. Foto: Thomas Niedermüller/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur

    Der Christopher Street Day in Stuttgart. Foto: Thomas Niedermüller/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Stuttgart (dpa/lsw) - Bunte Flaggen für mehr Akzeptanz: Tausende Menschen haben am Samstag in Stuttgart bei der Parade zum Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Start war am Nachmittag in der Innenstadt unter dem Motto «Expedition Wir». Der Umzug setzte sich begleitet von Regenbogenfahnen und hupenden Motorrädern in Bewegung, wie Christoph Michl, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Christopher Street Day (CSD), sagte. Er sprach von mehr 6500 bis 7000 Teilnehmern - deutlich mehr als zuvor. Es gab 93 Zugnummern bei der Parade für Gleichstellung.

Menschen, die lesbisch, schwul, bisexuell oder auch Transgender sind, zogen dabei durch die Straßen. Den Veranstaltern zufolge wohnten rund 175 000 Zuschauer dem Treiben am Straßenrand bei. Meteorologen hatten zwar vor Gewittern gewarnt, das Wetter hielt jedoch. Nach Polizeiangaben blieb bis zum Schluss alles friedlich. «Das ist ein super Ergebnis», bilanzierte Michl.

Auf einem der Wagen gab es zudem ein besonderes Programm: Schauspielerin Christine Urspruch fuhr darauf mit, weil sie beim CSD für die ZDF-Serie «Dr. Klein» drehen wollte. «Es ist mein erster CSD, den ich live erlebe», sagte die 47-Jährige. «Ich nehme ja gleich doppelt daran teil - als Rolle und Privatperson.» Urspruch spielt in der Vorabendserie «Dr. Klein» die leitende Oberärztin Valerie Klein an einer Stuttgarter Kinderklinik.

«Der Christopher Street Day verbindet Party mit politischer Demonstration», betonte Urspruch, die auch aus dem Münster-«Tatort» bekannt ist. «Ein guter Weg, um sich Gehör zu verschaffen und in unseren Köpfen etwas zu bewegen - mit Leichtigkeit und Tiefgang.»

Mit dem Motto «Expedition Wir» sei die Gesellschaft als Ganzes gemeint, betonte Michl. Nach der rechtlichen Gleichstellung sei es wichtig, für Zusammenhalt zu werben. «Das gesellschaftliche Klima ist stark aufgeladen, insofern wollen wir auch das Verbindende aufzeigen.» Man sehe den ersten CSD nach der Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare als Chance, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen, hieß es.

Im ersten Halbjahr 2018 wurden in Baden-Württemberg fast 1000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen. Davon wurde in etwa 700 Fällen eine zuvor bestehende Lebenspartnerschaft in eine Ehe umgewandelt, wie aus Zahlen des Statistischen Landesamts hervorgeht. Seit Oktober 2017 können schwule und lesbische Paare genau wie heterosexuelle Paare heiraten. Von Oktober bis Dezember 2017 wurden im Südwesten etwa 1300 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen.

Parallel zum Stuttgarter CSD fand am Samstag auch die Parade zum Christopher Street Day in Berlin statt. Im Berliner Westen versammelten sich zum Auftakt Tausende Menschen. Das Motto der Parade lautete hier «Mein Körper - meine Identität - mein Leben!».

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