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"Polizeiruf" München: Abschied von Kommissar Meuffels

17.12.2018 - Der letzte "Polizeiruf 110" mit Matthias Brandt als Kommissar Meuffels dreht sich um einen scheinbar einfachen Fall. Eine Mutter wird auf einem Parkplatz erschossen, ihre siebenjährige Tochter sieht alles mit an. Aber vor allem geht es um Brands Privatleben und seinen Abschied.

  • Matthias Brandt hat sieben Jahre lang Kommissar Hanns von Meuffels gespielt. Nun freut er sich auf neue Herausforderungen. © picture alliance/Geisler-Fotopress / Sebastian

    Matthias Brandt hat sieben Jahre lang Kommissar Hanns von Meuffels gespielt. Nun freut er sich auf neue Herausforderungen. © picture alliance/Geisler-Fotopress / Sebastian Gabsch

Kommissar Meuffels sitzt im Auto und telefoniert mit seiner noch nicht ganz Ex-Freundin Constanze. Die hat zwar in der vorherigen Nacht stundenlang mit ihm telefoniert, will ihn aber auf keinen Fall sehen. Dem Kommissar ist das herzlich egal. Er gibt auf der Arbeit eine Wurzelbehandlung vor (da frage keiner nach) und fährt zu ihr und platzt in ihre Arbeit. Constanze arbeitet an der LKA-Schule und trainiert junge Polizisten, die anhand eines nachgebildeten Tatorts erkennen sollen, was passiert ist. Dabei stellen sie sich nicht besonders intelligent an. Nicht wirklich besser machen es die echten Kommissare später in diesem von Christian Petzold geschriebenen und inszenierten Film. Meuffels bittet Constanze verzweifelt, zu ihm zurückzukehren, doch die erklärt nur, dass ihre Sachen bald abgeholt würden und sie sich nicht mehr sehen sollten.

Der eigentliche Fall dieses Films wird neben diesem privaten Drama  beinahe unwichtig. Eine Frau fährt auf einen Parkplatz, ihre Tochter sitzt hinten. Sie trifft sich mit einem Mann, einen Umschlag dabei, und wird erschossen. Gerade noch kann sie ihre Tochter vor demselben Schicksal bewahren. Das ist so undramatisch inszeniert, als würde die Szene sich um die Fahrt zur Schule drehen, die die Mutter angeblich macht. Entsprechend unberührt bleibt man als Zuschauer von diesem eigentlich grauenhaften Moment. 

Bald gerät der Vater des Mädchens unter Tatverdacht. Denn die Tochter hat Angst vor ihm, und am Tatort fanden sich verdächtige Fotos.

An Meuffels Seite wird eine neue junge Kommissarin gestellt. Die wollte unbedingt mit Meuffels arbeiten und ist die ganze Zeit über hypernervös. Meuffels ist genervt von ihrer dialogischen Erzähltaktik; immer wieder soll er nachfragen, um etwas über den Fall zu erfahren. Das nervt den Zuschauer leider genauso sehr wie Meuffels. Die Dialoge in diesem mit "Tatorte" betitelten Polizeiruf wirken auch immer ein wenig neben der Spur. Auf unstimmige Pointen ausgerichtete Wortgefechte machen einen Großteil dieses Films aus.

Der verdächtige Vater fällt praktischerweise in eine Schock-Katatonie, kann nicht mehr sprechen. Warum ihm Micoud mitteilt, dass seine Tochter, die zuvor vor ihm weglief, sich im selben Krankenhaus aufhält, bleibt unklar. Dass die Tochter in Gefahr schweben könnte, wird ebenfalls nicht thematisiert.

Ähnlich wirr wie die Dialoge ist dann die Aufklärung des Falles. Sie hat kaum etwas mit dem zu tun, was über die 88 Minuten zu verfolgen war.

Nach diesem Film kann man verstehen, warum Brandt nach sieben Jahren und vierzehn Fällen als Kommissar Meuffels keine Lust mehr hat und sich auf neue Projekte freut. Dabei war er eine der besseren Figuren; einer der interessantesten Kommissare. Mit seinen teuren Anzügen und dem Hang zu melancholischer Musik lieferte er das Bild einer komplexen Figur und er hatte einige richtig gute Fälle; richtig gute Filme. Eigentlich ist der "Polizeiruf" und die Kombination mit guten Schauspielern und einem Ausnahme-Regisseur wie Petzold ("Die innere Sicherheit", "Barbara") ja ein Garant für einen guten Krimi. Das hat diesmal leider nicht funktioniert.

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