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"Polizeiruf" München: Bewegender Krimi über Missstände im Altersheim

08.05.2017 - Eine verwirrte Seniorin will in "Polizeiruf: Nachtdienst" einen Mord im Altersheim beobachtet haben. Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt) ermittelt über Nacht in dem Heim - und fördert schreckliche Wahrheiten zu Tage...

  • Ermittlung im Pflegeheim: Kommissar Matthias Brandt deckt schlimme Missstände auf. © BR/die film gmbh / Hendrik

    Ermittlung im Pflegeheim: Kommissar Matthias Brandt deckt schlimme Missstände auf. © BR/die film gmbh / Hendrik Heiden

  •  © BR/die film gmbh / Hendrik

    © BR/die film gmbh / Hendrik Heiden

Eine Seniorin taucht kurz vor Feierabend plötzlich im Präsidium auf: Elisabeth Strauß (Elisabeth Schwarz) berichtet Kommissar Hanns von Meuffels (Matthias Brandt), dass sie im Altersheim "Johannishof" einen Mord beobachtet hat. Doch die Nachtwache, die dort gerade Dienst hat, streitet die Vorwürfe der verwirrten Frau ab - der alte Herr Urban sei einfach so gestorben, keine Seltenheit in einem Pflegeheim. Von Meuffels beschließt trotzdem, die Umstände genauer unter die Lupe zu nehmen und die Nacht im Heim zu verbringen.

Schnell stößt der Kommissar auf schlimme Zustände: Die Pfleger sind angesicht der Masse an Patienten völlig überfordert, Senioren werden mit Tabletten ruhiggestellt, Demenzkranke irren nachts durch die Krankenhausflure und wenn jemand stirbt, ist da keiner, der seine Hand hält. Von Meuffels befragt Pfleger und Bewohner und ermittelt, dass Urban Professor für Ökonomie war. Einen Totenschein für ihn gibt es noch nicht, der Arzt kommt erst am Morgen.

Tödlicher Ausgang

Dann stößt der Kommissar auf Claus Grübner (Ernst Jacobi): Der Ex-Angehörige einer Spezialabteilung der Polizei kämpft gegen das Vergessen, gegen die offensichtlichen Missstände. Alte Menschen sollten nicht einfach ins Pflegeheim zum Sterben abgeschoben werden. Doch die Heimleitung - und die Gesellschaft - reagieren nicht, stopfen sich lieber das Geld in die Taschen. Das mitreißende Kammerspiel endet schließlich tödlich, als Grübner sich und 23 Menschen ermordet.

Ein Weckruf

Zu wenig Betreuer, zu wenig Ressourcen, zu wenig Menschlichkeit - Notstände in Pflegeheimen sind ein aktuelles Thema. "Polizeiruf: Nachtdienst" nimmt sich dessen an und produziert eine hochemotionale und mitreißende Episode über Vernachlässigung und Tod. Fragen kommen auf: Haben es alte Menschen verdient, am Rand der Gesellschaft zu landen und isoliert in Pflegeheimen vor sich hin zu vegetieren?

Der Krimi zwingt zum Nachdenken und klagt indirekt auch die Politik an, die vor solchem Treiben ihre Augen verschließt. Ein besonderes Lob gebührt an dieser Stelle den Darstellern, die den Senioren ein so dringend benötigtes Gesicht geben. "Nachtdienst" ist eine gelungene Episode, auch wenn die Handlung über viele Strecken nur sehr langsam an Fahrt aufnimmt. Zudem wirkt das blutige Ende und die Tatsache, dass Grübner Waffe und Monition im Heim lagert, ein wenig zu stark konstruiert - und lenkt vom Rest der Handlung ab.

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