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"Tatort" Bremen: Spektakulärer Abschied von Lürsen und Stedefreund

23.04.2019 - Der letzte Fall "Wo ist nur mein Schatz geblieben" mit Lürsen und Stedefreund bereitet den Bremer Kommissaren ein spektakuläres Ende. Nach 22 Jahren ist für Sabine Postel nun endgültig Schluss mit dem "Tatort". Sie und Oliver Mommsen dürfen ein letztes Mal ermitteln und müssen sich dabei mit ihrer Vergangenheit und der Mafia auseinander setzten.

  • Nach dem von Stedefreund verursachten Unfall stellt Lürsen ihn zur Rede. © Radio Bremen / ARD Degeto/Christine

    Nach dem von Stedefreund verursachten Unfall stellt Lürsen ihn zur Rede. © Radio Bremen / ARD Degeto/Christine Schroeder

  • Die korrupten BKA-Leute nehmen Stedefreund in die Mangel. Dabei geht Krempf (Philipp Hochmair) auf Stedefreund los, während Maller (Robert Hunger-Bühler) zusieht. © Radio Bremen / ARD Degeto/Christine

    Die korrupten BKA-Leute nehmen Stedefreund in die Mangel. Dabei geht Krempf (Philipp Hochmair) auf Stedefreund los, während Maller (Robert Hunger-Bühler) zusieht. © Radio Bremen / ARD Degeto/Christine Schroeder

  • V-Mann Roger (Kostja Ullmann) gerät zunehmend unter Druck. Linda Selb (Luise Wolfram) versucht zu helfen. © Radio Bremen/ARD Degeto / Christine

    V-Mann Roger (Kostja Ullmann) gerät zunehmend unter Druck. Linda Selb (Luise Wolfram) versucht zu helfen. © Radio Bremen/ARD Degeto / Christine Schroeder

Für Sabine Postel als Inga Lürsen und Oliver Mommsen als Nils Stedefreund war es der endgültige Abschied vom "Tatort". 22 Jahre lang war Postel in Bremen dabei, Mommsen seit 2001. Da kann auch irgendwann mal Schluss sein. Für das Ende hat Regisseur Florian Baxmeyer, der zusammen mit Michael Comtesse und Stefanie Veith auch das Drehbuch schrieb, alles aufgefahren, was das "Tatort"-Budget so hergibt.

Zu Beginn sieht man eine Sequenz, die man erst am Ende einordnen kann. Schummriges Licht, leicht bekleidete junge Frauen. Ein Mann mit einem Sack über dem Kopf.

Dann machen Lürsen und Stedefreund zusammen einen Fallschirmsprung, denn Lürsen hatte da mal eine Wette verloren. Mit einem Schubs von Stedefreund fällt sie ins Ungewisse und genießt dann doch das Gefühl der Freiheit.

Doch die kann sie nur kurz genießen, denn sogleich wird das Team zu einer Leiche gerufen. Bei Bauarbeiten wird eine einbetonierte und dadurch gut konservierte junge Frau gefunden. Die entpuppt sich bald als Mitarbeiterin eines Bauunternehmens. Doch als die Kommissare dort ermitteln wollen, stellen sich ihnen zwei Männer in den Weg. Die wurden vorher schon dabei gezeigt, wie sie das Bauunternehmen ausspionieren und dabei im Auto koksen. Nun zücken sie überraschend ihre BKA-Ausweise. Sie würden eine verdeckte Ermittlung durchführen. Das Bauunternehmen wäre mit der tschetschenischen Mafia verstrickt. Da sollten sich die Kommissare besser raushalten.

Doch wie man Lürsen kennt, denkt die gar nicht daran, und ermittelt weiter. Besonders, da Stedefreund sich äußerst verdächtig verhält. Es stellt sich heraus, er kennt die BKA-Beamten und es verbindet sie eine dunkle Vergangenheit. Doch Stedefreund verursacht lieber einen Autounfall als mit Lürsen zu reden.

Am Ende kommt dann natürlich doch alles ans Licht. Der Einsatz, bei dem der mafiöse Bruder der Bauunternehmerin überführt werden soll, die mit einem verdeckten Ermittler ein Kind hat, geht wie erwartet schief. Es fallen etliche Schüsse. Stedefreund liegt am Boden. Die BKA-Männer versuchen sich mit den sieben Millionen Euro Drogengeld abzusetzen. Man schüttelt hier immer wieder den Kopf über das Verhalten der Ermittler. Während der verdeckte Ermittler (Kostja Ullmann) völlig den Sinn für die Realität verloren hat, sieht es mit Stedefreund nicht viel besser aus. "Du kannst kein Polizist mehr sein", sagt ihm Lürsen ins Gesicht. Das weiß der schon längst, will aber nicht aufgeben. Auch die von Lürsen hinzugezogene BKA-Beamtin und Stedefreunds Ex Selb kann da nichts mehr retten.

Am unterhaltsamsten an diesem "Tatort" sind allerdings die BKA-Leute. Die beiden wirken eher wie Möchtergern-Mafioso, als wie Polizisten. Maller (Robert Hunger-Bühler) muss seinem "Kollegen" immer wieder mit einem Schuss Koks aus dem Drogenkoma retten und als der auf Stedefreund losgeht, lässt ihn Maller  gewähren. Vor allem Philipp Hochmair als Mallers drogenabhängiger Kollege bringt viel Komik in die Rolle ein. Das lockert den ansonsten eher düsteren "Tatort" gehörig auf. Auch Kostja Ullmanns Rolle des in Mallers Netz geratenen V-Manns ist so überspitzt realitätsfern, dass es schon wieder komisch ist.

Stedefreund darf sich am Ende opfern, um Lürsen zu retten. Ein verdient spektakuläres Ende für Stedefreund. Immerhin darf Lürsen dann bei einem erneuten Fallschirmsprung seine Asche verstreuen.

Zwischenzeitlich verliert sich allerdings die Spannung und das obwohl so viel los ist. Das liegt auch daran, dass der Zuschauer immer mehr weiß als Lürsen und alle anderen Figuren. Doch wenn man sich auf das Spektakel aus überschlagenden Autos, tiefgefrorenen Leichenteilen, heroinspritzenden Beamten und Kugelhagel einlässt, wird man angemessen unterhalten.

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