Diese Seite benötigt Javascript! Bitte aktivieren Sie Javascript für eine korrekte Darstellung.

"Tatort" Dortmund: Faber auf Crashkurs

15.04.2019 - Statt auf den Fall konzentriert sich der neue "Tatort" Dortmund ganz auf den kaputten Kommissar Faber. Die Spannung bleibt dabei leider auf der Strecke.

  • Dieser "Tatort" beginnt und endet in der Notaufnahme. © WDR / Thomas

    Dieser "Tatort" beginnt und endet in der Notaufnahme. © WDR / Thomas Kost

  • Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, stellen sich die Kommissare immer wieder die Frage, ob es auch Suizid gewesen sein könnte. © WDR / Thomas

    Obwohl es extrem unwahrscheinlich ist, stellen sich die Kommissare immer wieder die Frage, ob es auch Suizid gewesen sein könnte. © WDR / Thomas Kost

  • Faber begibt sich bei Chefarzt Norstädter (Alex Brendemühl) quasi in Therapie. © WDR / Thomas

    Faber begibt sich bei Chefarzt Norstädter (Alex Brendemühl) quasi in Therapie. © WDR / Thomas Kost

Im Ruheraum der Notaufnahme wird die Leiche einer Internistin gefunden. Der Fall stellt die Kommissare aus Dortmund vor einige Rätsel. Denn die Internistin, Gisela Mohnheim, wurde mit einer Plastiktüte erstickt und war bei ihrem Tod nur mit Unterwäsche bekleidet, die Tür von außen abgeschlossen. Ein Motiv lässt sich lange nicht feststellen, auch einen Verdächtigen finden die Kommissare erstmal nicht. Das sorgt leider dafür, dass wenig Spannung aufkommt. Die vier Kommissare lungern auf den Gängen der Notaufnahme herum, befragen das Klinikpersonal, die gestressten Notfallärzte und Schwestern, die so gut wie nichts über die Tote wissen. Der Ehemann des Opfers neigt zwar zu Aggressionen, hat aber ein Alibi. Auch der drogenabhängige Sohn hat kein Motiv.

Der Dortmunder "Tatort" namens "Inferno" verlässt sich ohnehin mehr auf Peter Faber als auf den Fall. Faber, der seit jeher als psychisches Wrack dargestellt wird, baut immer weiter ab. Schon zu Beginn halluziniert er seine ermordete Familie herbei. Wenn er überhaupt mal schläft, plagen ihn Alpträume. Mit seinem ungepflegten Bart, den Augenreingen und dem Parka erinnert er eher an einen Bettler als an einen Kommissar.

Dass Faber depressiv ist und nicht schläft, erkennt Chefarzt Doktor Norstädter (Alex Brendemühl) auf den ersten Blick. Klar, Psychologen können so etwas. Zumindest im klischeebehafteten Krimi. Daher weiß Norstädter auch, dass die Ermordete mit niemandem Probleme hatte. Denn das würde er als Psychologie natürlich mitbekommen. Warum diese kruden Aussagen keiner der Kommissare anzweifelt, wird nicht erklärt. Die Ermittler zeichnen sich ohnehin durch mangelndes psychologisches Grundwissen aus. Das darf man von einem "Tatort"-Kommissar offenbar nicht erwarten.

Als Nora Dalay mal ausprobieren will, ob es möglich ist, sich mit einer Plastiktüte selbst zu ersticken und dabei in Panik verfällt und es ihr somit beinahe gelingt, ruft Bönisch sie immerhin zu sich und attestiert ihr, Panikattacken zu haben. Dagegen solle sie etwas tun. Freiwillig begeben sich die Kommissare anscheinend nicht in Therapie.

Auch Faber hält sich mit so etwas nicht auf. Statt sich selbst in Behandlung zu begeben oder zumindest mal sein Antidepressivum zu wechseln, das offensichtlich nicht gut wirkt, nimmt er lieber das vom verdächtigen Chefarzt angebetete LSD zu sich. Faber hat hier schon sämtlichen Sinn für die Realität verloren. Um die Aufklärung des Falls geht es da schon lange nicht mehr. Das ist schade. Denn hätte dieser Film zusätzlich zum Faber-Fokus noch einen spannenden Fall aufzuweisen gehabt, hätte er durchaus gut werden können.

Wie es nach Fabers völligem Realitätsverlust und Ende in der Notaufnahme weitergehen kann, bleibt abzuwarten. Klar ist nur, dass Nora Dalays Darstellerin Aylin Tezel aussteigt. Vielleicht ist das ja endlich mal die Chance für einen Neuanfang für das überbesetzte Dortmunder Team. Dann kann neben Jörg Hartmann vielleicht auch endlich mal Rick Okon sein ganzes schauspielerisches Talent zeigen.

Schließen

Aus Sicherheitsgründen werden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet.

Um das zu verhindern, werden Sie bitte vor Ende dieses Zeitraums wieder aktiv.

Nach erfolgtem Logout können Sie sich erneut anmelden.
Aus Sicherheitsgründen wurden Sie nach 30 Minuten Inaktivität vom System abgemeldet. Bitte loggen Sie sich erneut ein.

Homepage aktualisieren