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"Tatort" Dortmund: Wirre Zechen-Milieustudie

21.01.2019 - Zornige Kumpels und wirre Reichsbürger. Dieser Pott-"Tatort" wirft zusammen, was nicht zusammen gehört.

  • Die Dortmunder Kommissare passen sich ganz dem Milieu an. © WDR / Thomas

    Die Dortmunder Kommissare passen sich ganz dem Milieu an. © WDR / Thomas Kost

  • Reichsbürger Friedemann Keller (Götz Schubert) greift zur Waffe. © WDR / Thomas

    Reichsbürger Friedemann Keller (Götz Schubert) greift zur Waffe. © WDR / Thomas Kost

In Dortmund schließt die letzte Zeche und ein ehemaliger Kumpel wird ermordet aufgefunden. Erschossen wird er aus einem Fluss gezogen. Die vier Kommissare Peter Faber, Martina Bönisch, Nora Dalay und Jan Pawlak begeben sich ganz in die Welt der Zechen.

Unter den ehemaligen Kumpels bricht Streit aus. Einige wollen die angebotene Abfindung von 20.000 Euro annehmen, anderen ist das zu wenig. Was ist die zerstörte Gesundheit durch jahrzehntelange Zechenarbeit wert? Mit diesem Thema ist "Zorn" nah am realen Geschehen. Erst vor ein paar Wochen schloss die letzte Pott-Zeche ihre Schächte. Es geht rau zu unter den Bergarbeitern und die Kommissare fahren eine bekannte Strategie. Sie passen sich an und agieren wie ihre Verdächtigen. Da wird getrunken, ordentlich geraucht und sich sogar geprügelt.

Doch die Zechensiedlung ist nicht das einzige Milieu, das hier unter die Lupe genommen wird. Ein zweiter Fall, in dem Reichsbürger unter Verdacht geraten, scheint mit dem ermordeten Kumpel in Verbindung zu stehen. Dann gibt es da noch Verwicklungen mit V-Männern und einen drohenden Anschlag.

Dass dieser Reichsbürger aus dem gleichen Frust des Abgehängtseins durch den Strukturwandel im Ruhrpott handeln soll wie die Bergleute, wirkt dann doch etwas zu einfach gedacht.

Statt sich auf seine Protagonisten und das Zechenmilieu zu verlassen, werden hier Dinge durcheinander gewürfelt, die nicht zusammengehören, und dann auch noch dem Privatleben der Kommissare viel Raum gegeben. Dabei hätte es gerade durch die Aktualität viel über die Bergleute und den Pott zu erzählen gegeben. Seit Schimanski sich in den 80ern mit den Kumpels verbrüderte, ist schließlich viel passiert.

Diesem Dortmunder "Tatort" ist so leider kein würdiges Denkmal für die letzte deutsche Zeche und ihre Bergarbeiter gelungen.

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