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"Tatort" Dresden: Mafiamord oder Familiendrama?

20.08.2019 - Endlich: Die Sommerpause vom "Tatort" ist vorbei! Die Dresdner Ermittlerinnen melden sich zurück: Der Betreiber eines beliebten Restaurants wird erschossen aufgefunden. Alles deutet zunächst auf Verwicklungen mit der Mafia hin. Doch am Ende war alles ganz anders.

  • Den Kommissarinnen wird schnell klar, dass in der Familie des Opfers etwas nicht stimmt. © MDR / W&B Television/Daniela

    Den Kommissarinnen wird schnell klar, dass in der Familie des Opfers etwas nicht stimmt. © MDR / W&B Television/Daniela Incoronato

  • Kommissarin Gorniak versucht aus Viktor Benda etwas herauszubekommen. Doch der Junge schweigt. © MDR / W&B Television/Daniela

    Kommissarin Gorniak versucht aus Viktor Benda etwas herauszubekommen. Doch der Junge schweigt. © MDR / W&B Television/Daniela Incoronato

Es ist kein schöner Anblick, wie der ermordete Restaurantbetreiber Benda da mit fieser Kopfwunde an seinem Schreibtisch gestorben ist. Für die Kommissarinnen Gorniak und Winkler ist es ein schwerer Fall. Denn nicht nur ihr Chef Brambach war mit dem Opfer befreundet. Auch Winklers Vater kannte den beliebten Restaurantbetreiber. Doch will er nichts zu seinen Verbindungen aussagen.

Die Frau des Opfers, Katharina Benda, behauptet, dass von ihrem Mann Schutzgeld erpresst wurde und sie in ihrem Haus überfallen wurden. Doch Winkler hat schnell das Gefühl, dass an der Geschichte etwas nicht stimmt. Auch dem Zuschauer wird bald klar, dass in dieser Familie etwas seltsam ist. "Nemesis" konzentriert sich ganz auf die Ermittlungsarbeit und auf die Familie Benda. Die beiden jugendlichen Söhne wirken nicht wie zwei verstörte Kinder, die um ihren Vater trauern. Auch die Mutter scheint wenig bekümmert über den Tod ihres Mannes. Es entsteht der Verdacht, der Mann könnte sie misshandelt haben. Es wäre jetzt alles vorbei, sie müssten keine Angst mehr haben, sagt sie den Söhnen, als sie ihnen den Tod des Vaters offenbart.

Doch auf Bendas Computer finden die Kommissare Hinweise darauf, dass er seiner Frau das Sorgerecht entziehen und sich trennen wollte. Er suchte auch nach psychischen Erkrankungen. Ist seine Frau nun krank - oder geht es nur um einen Sorgerechtsstreit? Mit ihrem Verdacht stößt Winkler bei ihrem Chef allerdings auf taube Ohren. Denn der ist gut mit Katharina Benda befreundet und wähnt sie über jeden Verdacht erhaben.

Eindringlich wird "Nemesis", wenn er Einblicke in diese tief gestörte Familienkonstellation gibt. Der jüngere Bruder Valentin erscheint manipulativ, während der ältere, Viktor, von der Mutter nur wenig Zuneigung erfährt. Als sie dann auch noch von Viktor verlangt, ihr zu sagen, wo der Vater sein Geld versteckt hatte und sie ihn, als er nicht gleich etwas sagt, zwingt in eine viel zu heiße Wanne zu steigen, wird klar, dass die Mutter diejenige ist, die ihre Kinder misshandelt.

Ein wenig schade ist, dass durch die Konzentration auf die Familie schnell deutlich wird, dass die Mafia-Spur in die Irre führen. Die Suche nach dem eigentlichen Täter tritt in den Hintergrund, während man zu verstehen versucht, was in dieser Familie passiert ist.

Am Ende spitzt sich die Situation dramatisch zu. Die Offenbarung des wirklichen Täters ist dann doch eine Überraschung, die auch nicht ganz überzeugt. Allerdings ist es erfrischend, dass hier nicht das ganz und gar melodramatische Ende gewählt wurde.

Stark ist "Nemesis" auch vor allem durch das gelungene Spiel seiner drei Hauptdarstellerinnen. Britta Hammelstein spielt überzeugend die psychisch kranke Mutter und die Kommissarinnen Winkler (Cornelia Gröschel) und Gorniak (Karin Hanczewski) bilden eines der besseren neuen "Tatort"-Teams. Man darf hoffen, dass ihnen noch viele gute Drehbücher geschrieben werden. "Nemesis" ist ein solider "Tatort", nicht überragend, aber durchaus ganz gut anzuschauen.

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