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"Tatort": Kommissarin Lindholms erster Einsatz in Göttingen

05.02.2019 - Die Rückkehr von Charlotte Lindholm kommt gleich mit mehreren Premieren daher. Das erste "Tatort"-Kommissarinnen-Duo ermittelt am neuen Schauplatz Göttingen. Die Suche nach einer Teenagerin und ihrem gerade geborenen Baby gerät zum Wettlauf gegen die Zeit.

  • Das neue Team Lindholm und Schmitz harmonierz beim ersten gemeinsamen Fall noch nicht sehr gut. © NDR / Christine

    Das neue Team Lindholm und Schmitz harmonierz beim ersten gemeinsamen Fall noch nicht sehr gut. © NDR / Christine Schroeder

  • Nino versucht seiner geschwächten Schwester Julija zu helfen. © NDR / Christine

    Nino versucht seiner geschwächten Schwester Julija zu helfen. © NDR / Christine Schroeder

Mit dem "Tatort" Göttingen kommt eine neue Stadt auf die "Tatort"-Landkarte. Es gibt kaum noch einen Ort ohne Ermittler-Team - nun also auch Göttingen. Und das auch nur, weil Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) strafversetzt wurde. In ihrem letzten Fall, der vor einem Jahr ausgestrahlt wurde, hat sie großen Mist gebaut und muss nun statt beim LKA in Hannover im noch kleineren Göttingen ermitteln. Da will sie aber auf keinen Fall länger als ein paar Wochen bleiben. Schließlich warten der pubertierende Sohn und ihre Mutter in Hannover. So gibt sie sich auch keine Mühe, das neue Team kennenzulernen.

Die ersten schroffen Worte zur neuen Partnerin: "Wollen Sie hier jetzt etwa putzen? Das ist ein Tatort!". Die neue Kollegin trägt dabei einen weißen Kittel und hält einen WC-Pömpel in der Hand. Und sie ist schwarz. Dass Lindholm sie da für die Putzfrau hält, spiegelt den Alltagsrassismus in Deutschland wieder und Lindholm ist bei ihrer neuen Partnerin Anaïs Schmitz (Florence Kasumba) natürlich gleich als Rassistin abgestempelt. Die hat allerdings selbst einige Probleme und gibt Lindholm einfach mal eine Ohrfeige. "Mangelnde Impulskontrolle", erklärt sie. Da würde nichts helfen. Charakterlich sind diese beiden also gar nicht so verschieden. Warum Schmitz jedoch nicht die Führung bei der Ermittlung übernimmt und stattdessen nur mangelnde Mittel für ihr Nichtstun vorschiebt, bleibt unklar.

Beim neuen Chef und den neuen Kollegen stellt Lindholm dann auch gleich klar, dass sie nicht lange bleibt, keine Teamfähigkeit besitzt und nicht mit Leuten unter ihrem Niveau arbeiten will. Einzig der attraktive Pathologe erhält ihre Aufmerksamkeit. In den neuen Fall hängt sie sich dann aber doch voll rein. Schließlich geht es um ein "verschwundenes Kind", wie der Titel gleich verrät. Eine Leiche und einen Mord sucht man in diesem "Tatort" aber lange vergebens.

Dabei ist der Zuschauer den Kommissaren stets einige Schritte voraus. Ein 15-jähriges Mädchen schleppt sich in ein heruntergekommenes Gebäude neben der Schule. Sie blutet stark zwischen den Beinen. Doch Hilfe sucht sie nicht. Verdächtig ist der Klassenlehrer, der zu Hause auftaucht und für den sie offensichtlich schwärmt. Es ist klar, das Mädchen gehört ins Krankenhaus, dort will sie aber partout nicht hin. Stattdessen sucht sie Hilfe bei ihrem Bruder, dem aber eigentlich der Umgang mit ihr verboten ist. Sein Boxtrainer versucht den jungen Mann auf den rechten Weg zu bringen und erzählt den Kommissarinnen, er hätte zwar den Stiefvater verletzt, sei aber ein guter Junge.

Währenddessen ermitteln Lindholm und Schmitz, dass das Mädchen, Julija, gerade ein Baby entbunden hat. Werden sie und der Säugling nicht bald gefunden, werden beide sterben. Der Verdacht, dass Julija missbraucht wurde und das Baby ausgesetzt hat, erhärtet sich. Doch wer der Vater des Babys sein könnte, bleibt unklar. Julijas eigener Vater will von allem nichts mitbekommen haben und erklärt seine Tochter zur Heiligen. Hier werden familiäre und gesellschaftliche Abgründe aufgetan, weder Mitschüler noch Lehrer haben Julija geholfen. Erst recht nicht die Nachbarn im heruntergekommenen Hochhaus, wo ihre Familie lebt.

Das ist alles durchaus spannend inszeniert, scheitert aber letztlich am wenig originellen Plot, den man ähnlich schon zigfach gesehen hat. Wirklich überraschende Wendungen hat dieser "Tatort" leider nicht zu bieten. Weil der Zuschauer immer mehr weiß als die Kommissare wirken diese mehr als inkompetent. Das wird durch Schmitz' unkontrollierte Aggressionen und Lindholms Abwehrhaltung gegen Göttingen auch nicht besser. Da wünscht man sich zur Abwechslung mal ganz normale, psychisch stabile Kommissare, die einfach einen guten Job machen. Dass Lindholm und Schmitz das erste weibliche Ermittlerduo im "Tatort" sind, und Schmitz die erste schwarze Kommissarin, ist 2019 erschreckend und war längst überfällig. Es bleibt zu hoffen, dass sich die beiden in den kommenden Fällen zusammenraufen und sich auch von einer anderen Seite präsentieren können.

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