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"Tatort" Kassel: Charakterstudie eines Monsters

13.05.2019 - In Frankfurt werden Leichenteile eines jungen Mannes gefunden. Die Spur führt das "Tatort"-Team nach Kassel und zu einem narzisstisch veranlagten Talkshow-Moderator.

  • Der Talkshow-Moderator Jansen gerät unter Verdacht. © HR/Degeto / Bettina

    Der Talkshow-Moderator Jansen gerät unter Verdacht. © HR/Degeto / Bettina Müller

  • Gut ist "Das Monster von Kassel", wenn Barry Atsma als Maarten Jansen sein ganzes Potential zeigen kann. © HR/Degeto / Bettina

    Gut ist "Das Monster von Kassel", wenn Barry Atsma als Maarten Jansen sein ganzes Potential zeigen kann. © HR/Degeto / Bettina Müller

  • Die Kommissare lösen den Fall bei einem Becher Eis. Betroffen sind sie vom brutalen Mord kein bisschen. ©  HR/Degeto / Bettina

    Die Kommissare lösen den Fall bei einem Becher Eis. Betroffen sind sie vom brutalen Mord kein bisschen. © HR/Degeto / Bettina Müller

Der Zuschauer wird mit Details verschont, als der Täter zu Beginn des "Tatorts" eine Leiche zerhackt. Anschließend werden die Teile gut verschnürt und vor einem Müllcontainer abgeladen. Das scheint alles akribisch geplant.

Bald stellt sich heraus, das Opfer ist der 17-jährige Luke, der Stiefsohn des beliebten Talkshow-Moderators Maarten Jansen. Von einer Spontan-Party kam Luke nicht nach Hause. Da der Teenie aber gerne lange schlief, bemerkten die Eltern sein Fehlen erst am nächsten Mittag. Warum er sterben musste, bleibt für die Kommissare ein Rätsel. Luke wird von allen als nett und introvertiert beschrieben. Keiner will etwas gesehen haben. Über das Opfer und sein Leben finden die Ermittler so gut wie nichts heraus.

Es ist aber ohnehin von Anfang an klar, wer der Täter ist. Das verrät allein die Dramaturgie des Films. Der fokussiert sich völlig auf Maarten Jansen. "Das Monster von Kassel" ist eine Charakterstudie des Moderators. Der gibt sich selbstbewusst, kontrolliert und manchmal aggressiv. Immer wieder wird vorgeblendet zur Befragung Jansens, der sich noch sicher wähnt.

Als er nach dem Tod seines Sohnes gleich wieder seine Show moderiert, quetscht er ein paar gekünstelte Tränen hervor. Warum genau die Kommissare allerdings nur Jansen im Verdacht haben, den eigenen Stiefsohn so brutal ermordet zu haben, wirkt konstruiert. Eine Zeugin liefert dann allerdings den entscheidenden Hinweis, sie will Jansens Auto gesehen haben.

Da es gar keine anderen Verdächtigen gibt, bleibt die Spannung ziemlich auf der Strecke. Die einzige Frage die bleibt ist, warum genau Luke sterben musste. Dass Jansen kein guter Mensch ist, ahnt man schon lange. Zum Schluss stellt sich allerdings heraus, dass er das Nachbarsmädchen vergewaltigt hat. Und nicht nur die. Es werden alle Frauen einbestellt, die Jansen eindeutige Liebesbriefe geschrieben haben. Warum diese traumatisierten Frauen dann noch einmal auf Jansen treffen müssen, ist fragwürdig. Der Sohn kam wohl hinter alles und musste deshalb sterben. Gut ist dieser "Tatort" vor allem dann, wenn Kommissarin Janneke (Margarita Broich) auf Jansen trifft. Der niederländische Schauspieler Barry Atsma verleiht Jansen Glaubwürdigkeit. Wie der aus "Bad Banks" bekannte Schauspieler den narzisstischen und manupulativen Moderator spielt, ist eine Glanzleistung. Leider ist diese das einzige, was diesen "Tatort" sehenswert macht. Die Erzählung ist viel zu gradlinig und vorhersehbar um auch nur ansatzweise spannend zu sein. Warum Jansen den Mord wie den eines Straßburger Serienmörders inszeniert, wird auch nicht recht klar. Dass die Polizei nicht alle Details herausgibt, sollte einem intelligenten Menschen bewusst sein. Es ist schade, dass Barry Atsmas Talent nicht mit einem besseren Drehbuch gewürdigt wurde.

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